Nach Rassismus-Eklat: TuS Neuenrade ist mit Urteil "überhaupt nicht einverstanden"

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Enttäuscht vom Urteil: Neuenrades Abteilungsleiter "Ala" Thiele (rechts).

Neuenrade - Nach dem Rassismus-Skandal in der Partie des VfB Marsberg gegen den TuS Neuenrade in der Fußball-Bezirksliga 4 (wir berichteten mehrfach) hat das Bezirkssportgericht IV Süd unter Vorsitz des Olsbergers Friedhelm Nagel ein Urteil gefällt. Entschieden wurde von der Kammer  im schriftlichen Verfahren.

Die beim Spielstand von 3:1 abgebrochene Partie im Marsberger Diemelstadion wurde mit 3:0 Toren und drei Punkten für den VfB Marsberg gewertet. Der TuS Neuenrade, der sich nach der Unterbrechung in der 78. Spielminute dazu entschlossen hatte, nicht mehr auf das Spielfeld zurückzukehren, erhielt vom Bezirkssportgericht wegen „verursachten Spielabbruchs“ eine Geldstrafe in Höhe von 50 Euro.

Mit den Worten „Du musst mehr Schweinefleisch essen, dann fällst Du auch nicht so schnell um!“ hatte ein Zuschauer aus Reihen des VfB Marsberg einen Neuenrader Spieler beleidigt, woraufhin Schiedsrichter Iwersen (FC Overberge) die Partie unterbrochen hatte. „Der Schiedsrichter hat uns in die Kabine geschickt und zu uns gesagt, dass er verstehen könnte, wenn wir nicht mehr weiterspielen würden“, sagt TuS-Abteilungsleiter Karl-Heinz „Ala“ Thiele, der das Urteil des Bezirkssportgerichts gestern per E-Mail erhielt und von der Geldstrafe gegen seinen Verein wenig begeistert war. „Damit sind wir überhaupt nicht einverstanden“, sagte Thiele, der die Neuenrader Mannschaft nach Marsberg begleitet und den Rassismus-Eklat natürlich mitbekommen hatte. Thiele kündigte gegenüber unserer Zeitung an, dass vereinsintern nun darüber beraten werde, gegen das Urteil des Bezirkssportgerichts Einspruch einzulegen.

„Wegen Beleidigung der Gastmannschaft durch seine Zuschauer“ ist der VfB Marsberg vom Bezirkssportgericht IV Süd zu einer Geldstrafe in Höhe von 250 Euro verurteilt worden und wurde zudem aufgefordert, „erzieherisch auf seine Zuschauer einzuwirken“.

Bereits am Montag hatte der Verein in einer Pressemitteilung erklärt, dass Rassismus beim VfB Marsberg keinen Platz habe und dass der Zuschauer, der den Neuenrader Spieler rassistisch beleidigt hatte, ermittelt werden konnte. „Er bedauert seine Äußerung zutiefst und entschuldigt sich in aller Form beim Spieler des TuS Neuenrade. Die Äußerung entspricht nicht seiner Gesinnung. Als Zeichen für die Haltung des Zuschauers sowie des Vereins haben wir uns entschlossen, dass sowohl der Zuschauer als auch wir jeweils 250 Euro an die Egidius-Braun-Stiftung des DFB spenden werden, die Projekte zur sozialen Integration in die Gesellschaft und den Fußballsport fördert. Der Zuschauer wird sich darüber hinaus als ehrenamtlicher Helfer für Flüchtlinge und Asylbewerber bei der Stadt Marsberg engagieren und Familien und Einzelpersonen beispielsweise in die örtlichen Gegebenheiten einweisen oder diese bei der Suche nach Bildungsmöglichkeiten und bei der Berufswahl unterstützen“, hieß es in der Mitteilung des Marsberger Vorstands.

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