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Für Haris Hujic stimmt in der Chemiestadt Leverkusen die Chemie

Basketballer im Zweikampf
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Haris Hujic mit den Giants an alter Wirkungsstätte: In Hagen lief es für die „Riesen vom Rhein“ nicht so gut.

Der Heedfelder Haris Hujic hat beim deutschen Rekordmeister Bayer Giants Leverkusen sein sportliches Glück gefunden: In der Chemiestadt zählt der Aufbauspieler zu den absoluten Leistungsträgern im Team von Hansi Gnad.

Schalksmühle – Seinen Samstagabend hatte sich Haris Hujic anders vorgestellt: 80:98-Niederlage mit den Bayer Giants Leverkusen in Hagen bei seinem Ex-Verein. 13 Punkte auf dem Score des Heedfelders, der in dieser Saison so oft die prägende Figur in Spielen der 2. Basketball-Bundesliga ProA war, so oft Topscorer. Hujic, der bei den „Riesen vom Rhein“ ein Leistungsträger und Führungsspieler geworden ist – direkt im ersten Jahr.

„Wir haben gewusst, dass es schwer wird. Die Hagener haben eigentlich eine sehr gute Mannschaft, aber sie haben viel Verletzungspech gehabt in dieser Saison. Am Samstag haben sie ein Superspiel gemacht“, sagt Hujic mit ein paar Tagen Abstand zu diesem Match, schon wieder fokussiert auf den Leverkusener Doppelschlag gegen die Artland Dragons in dieser Woche.

Seine Sympathie für Hagen, die guten Kontakte zum Klub, in dessen Nachwuchs-Abteilung er zum Profi gereift ist und mit dessen Spielern er noch im Sommer in der Pause locker trainiert hat wie in jedem Jahr (Hujic: „Da waren auch Marcel Keßen oder Jonas Grof dabei. Das ist die Hagener Basketball-Kultur…“), gibt Hujic gerne zu. Gönnt er den Feuervögeln nach deren Durchhänger diesen Sieg, der wie ein Befreiungsschlag wirken könnte? „Naja, gönnen…“, sagt der 23-Jährige, „man gönnt sich natürlich am liebsten selbst den Sieg. Für uns war diese Niederlage schon sehr ärgerlich…“

Für Haris Hujic stimmt in der Chemiestadt Leverkusen die Chemie

Ärgerlich, weil Hujic mit den Bayer Giants dieser Tage um den Einzug in die Playoff-Runde kämpft. Sie ist das erklärte Ziel. Die Aufstiegsfavoriten sind in diesem Jahr andere, aber in den Playoffs wäre der deutsche Rekordmeister (14 Titel zwischen 1970 und 1996) schon gerne dabei. Ein realistisches Ziel, auch dank der guten Performance von Haris Hujic.

Nürnberg, Oldenburg, Rostock und nun Leverkusen: Hujic ist auf seiner Deutschlandreise als Basketball-Profi nun erstmals wieder in Nordrhein-Westfalen gestrandet und findet das ziemlich gut so. „Es ist die Station, auf der ich mich auf jeden Fall am wohlsten fühle“, sagt der Korbjäger, der bei den Baskets Lüdenscheid groß geworden ist – ein Wohlfühlen, zu dem viele Faktoren beitragen. Auch die Nähe zur Heimat im Sauerland – nur eine Dreiviertelstunde bis zur Familie und zur Freundin aus Lüdenscheid, die in Riga Zahnmedizin studiert, was in Corona-Zeiten aber eben auch eine knifflige Angelegenheit ist und verstärkt online geschieht.

Wenn du weißt, dass da einer spricht, der schon mal gegen Michael Jordan gespielt hat, hörst du auch zu...

Haris Hujic (Basketballer aus Heedfeld)

Vor allem läuft es für Hujic sportlich aber auch richtig gut am Rhein. Bei seiner letzten Station in Rostock war das auch so. Hujic fand sich blendend ins ProA-Team ein, schien seinen Weg an der Ostsee zu machen. Dann aber wechselten die Seawolves den Trainer, der langjährige deutsche Nationaltrainer Dirk Bauermann kam. Eine Zäsur, nach der Haris Hujic nicht mehr die Rolle spielte, die er vorher gespielt hatte. So entschied er sich im Sommer 2020 für den Wechsel nach Leverkusen.

„Rostock ist eine tolle Stadt, ich habe es gerade im Sommer genossen, den Strand quasi vor der Haustür zu haben“, sagt Hujic, „aber die Auswärtsfahrten, das war schon hart. Viereinhalb Stunden nach Bremerhaven war die kürzeste Tour. Wenn du im Südwesten gespielt hast, hast du danach zehn Stunden im Bus gesessen.“ Auch das hat sich in Leverkusen geändert.

Dankbar für die Möglichkeit, in Pandemie-Zeiten spielen zu dürfen

Bei den Giants genießt Hujic die Freiheiten, die der frühere U16- und U20-Nationalspieler braucht, um seine Qualitäten entfalten zu können. Hujic ist seinem Trainer, Hansi Gnad, dankbar für diese Freiheiten, für dessen Führungsstil. „Er hat eine klare Spielphilosophie, lässt den Spielern aber trotzdem ihren Raum. Wenn du weißt, dass da einer spricht, der schon mal gegen Michael Jordan gespielt hat, hörst du auch zu“, sagt Hujic über den Europameister von 1993, der mit seiner Basketball-Vita und einer Körpergröße von 2,08 Meter eine natürliche Autorität ist.

So könnte sich Haris Hujic gut vorstellen, am Rhein zu bleiben, in der Chemiestadt stimmt die Chemie zwischen den Verantwortlichen und dem Aufbauspieler. Sein Vertrag läuft bis zum Saisonende. „Entschieden ist aber noch nichts, das kommt in den nächsten Wochen“, sagt der Sauerländer und will sich erst einmal darauf konzentrieren, mit den Giants die gesteckten Ziele der Corona-Saison 20/21 zu erreichen.

Dass die Basketballer unter allen Auflagen und ohne Zuschauer spielen dürfen in der Pandemie-Zeit, dafür ist er sehr dankbar. „Ich sehe es bei Freunden, wie schwierig es im Moment ist mit sozialen Kontakten. Ich darf zweimal am Tag zum Training gehen, darüber bin ich sehr glücklich“, sagt Hujic. Es gibt dieser Tage für ihn keinen Grund zur Klage. Er hat in Leverkusen sein sportliches Glück gefunden.

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