Handball, 3. Liga D

Fünfter Sieg im fünften Spiel, aber SGSH tut sich gegen Aufsteiger extrem schwer

Handballer im Zweikampf
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Viel Zug zum Tor: Linus Michel erzielte am Samstagabend fünf Treffer für die SGSH.

Das Spitzentrio marschiert weiter im Gleichschritt in der 3. Liga, Staffel D: Die SGSH Dragons verteidigten mit einem 30:28 (14:14)-Sieg gegen den TuSEM Essen II die Tabellenführung, auch Opladen (31:18 gegen Longerich) und Krefeld (29:27 in Baunatal) haben indes weiter eine blütenweiße Weste.

Schalksmühle - Wer am Samstagabend Tobias Schetters nach dem zum 30:27 verwandelten Siebenmeter in der Schlussminute jubeln sah, der sah einen Jubel der Erleichterung. Der Jubel hatte nichts von der ausgelassenen Feier der Machtdemonstration der SGSH Dragons von vor zwei Wochen nach dem Derby-Triumph gegen Volmetal.

Der 30:28 (14:14)-Sieg gegen den Aufsteiger TuSEM Essen II, er war so viel mühseliger erarbeitet worden. Gegen einen Gast, der sich einfach nicht abschütteln lassen wollte und der der SGSH so viele Gegentore wie noch kein anderes Team in dieser Saison beibrachte. Umso mehr atmeten die Handballer aus Halver und Schalksmühle nach diesem Erfolg tief durch, dem fünften im fünften Spiel.

Die Essener Reserve von Trainer Nelson Weisz verlor am Löh zum fünften Mal, zum fünften Mal knapp. Alles wie gehabt für das junge Team aus dem Ruhrpott, in dessen Reihen sechs Akteure in ihrem ersten Seniorenjahr und ein A-Junior dabei waren. Der älteste Essener war 26 Jahre jung. Wäre dieses Handballspiel ein Boxkampf gewesen, die TuSEM-Reserve hätte die Rolle eines jungen, technisch gut ausgebildeten Boxers eingenommen, der sich für die nächste Gewichtsklasse entschieden hatte. Ein wenig leichter als der Kontrahent, aber eben extrem unbequem. Gegen solche Gegner sehen die gestandenen Kämpfer nicht immer gut aus…

Fünfter Sieg im fünften Spiel, aber SGSH tut sich gegen jungen Aufsteiger extrem schwer

So entwickelte sich in den ersten 30 Minuten ein Kräftemessen, bei dem keines der beiden Teams nachhaltig Vorteile erzielte. Die 6:0-Abwehr der SGSH versuchte, Beton anzurühren angesichts der nicht zu erwartenden Durchschlagskraft der Gäste aus der Distanz, doch die TuSEM-Youngster drückten einfach aufs Tempo, suchten ihr Heil in 1:1-Aktionen und fanden es immer wieder. Das 14:14 zur Pause, es ging völlig in Ordnung.

„Wir wussten, dass wir 60 Minuten Zeit haben, dass wir auf unsere Chance warten müssen“, sagte SGSH-Trainer Mark Schmetz nach dem Spiel. Diese Chance, sie kam direkt nach dem Seitenwechsel. Nun schaffte es der Spitzenreiter knapp zehn Minuten und begünstigt durch zwei Überzahl-Situationen, Beton anzurühren. Vier Vukas-Paraden in dieser Phase taten ein Übriges. Vorne spielte das Team konsequent für Tobias Schetters, und Tobias Schetters zahlte dies mit aller Konsequenz im Abschluss zurück. Nach 37 Minuten stand es 19:14. Alles auf Kurs.

Doch auch wenn es nach 45 Minuten sogar 24:18 hieß - die Luft war zu keinem Zeitpunkt raus aus dem Spiel. „Wir haben in dieser Phase leider zu viele Chancen nicht genutzt“, haderte Mark Schmetz, der am Ende bei klar geklärten Fronten gerne mehr durchgewechselt hätte, doch Christopher Börner und Arvid Dragunski kamen nicht mehr zu Kurzeinsätzen. Die Lage blieb unklar, spätestens nach dem 25:22 (50.) war Essen irgendwie wieder im Spiel. „Da wollten wir kein Risiko eingehen, wir hätten den jungen Spielern damit auch keinen Gefallen getan“, erklärte Schmetz.

Nur 200 Zuschauer in der Sporthalle Löh

Zurecht: Als Kämper und Telohe nach dem 27:25 Pfosten und Latte trafen für Essen, da wackelte nicht nur das Aluminium. Doch das Spiel kippte nicht, weil dem Underdog auf der Zielgeraden das Glück und auch ein Stück weit die Abgezockheit fehlten, weil die SGSH zudem mit knappem Personal noch einmal alle Reserve mobilisierten. Michels Tor zum 29:26 80 Sekunden vor dem Ende war praktisch die Vorentscheidung, doch richtig durchgeatmet wurde erst nach Schetters Siebenmetertreffer zum 30:27.

Danach wurde dann auch gefeiert mit den nur knapp 200 Zuschauern. Mehr waren es nicht. Aber unterhalten wurden sie gut vom Spitzenreiter und einem Aufsteiger, der am Löh nicht den Eindruck hinterlassen hatte, dass es für ihn im Fahrstuhl direkt wieder nach unten gehen muss.

Beste SGSH-Werfer: Schetters (8/3), Hecker (6), Michel (5) - beste TuSEM-Werfer: Scholten (4), Telohe (4), Homscheid (4/2)

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