HSV fühlt sich „siegfähig“

Werdohl/Plettenberg – Ein Blick auf die beiden Kader reicht aus, um die Rollen zu verteilen. Selbst in Bestbesetzung wäre die HSV Plettenberg/Werdohl am Freitagabend ab 19.30 Uhr in Plettenberg-Böddinghausen aufgrund der individuellen Klasse, die der SV Westerholt aufbietet, in der Außenseiterrolle. Und von einem Team in Topform ist die HSV aktuell weit entfernt.

Allem Anschein nach muss Friedhelm Ziel auf seinen Torjäger Marc Bardischewski verzichten. Der Rückraumlinke laboriert an einer muskulären Verletzung. Es entscheidet sich erst kurzfristig, ob er zum Einsatz kommen wird. Spielmacher Michel Lengelsen bekam von seinem Arzt eine 14-tägige Zwangspause verordnet, Torhüter Dominik Meckel fällt nach einem medizinischen Eingriff für unbestimmte Zeit aus. Damit ist die Liste der angeschlagenen Spieler noch nicht beendet, denn auch Kreisläufer Mario Hurlbrink hat mit einer Zerrung zu kämpfen. Stellt sich also bloß die Frage, wie hoch die HSV verlieren wird? „Nein“, sagt HSV-Trainer Friedhelm Ziel und verspricht den eigenen Fans und dem SV Westerholt ein zähes Ringen um die Punkte. Diese Kraft und das Selbstvertrauen zieht Ziel aus dem Wissen, dass die HSV eine Mannschaft ist, die nicht gleich auseinanderbricht. „Natürlich ist die Ausgangssituation nicht optimal, aber chancenlos sind wir nicht, das haben doch die letzten Spiele gezeigt“, erklärt der ausgebuffte Taktiker auf der HSV-Bank. Und beim SV Westerholt läuft auch nicht alles rund. Der Verein formierte ein Starensemble mit vielen großen Namen, wurde im Vorfeld der Saison als heißer Titelkandidat gehandelt. 14:14 Punkte, Platz acht und ein Trainerwechsel machen deutlich, dass auch der SVW zu kämpfen hat und eine Anhäufung von Top-Handballern nicht ausreicht, um von Sieg zu Sieg zu eilen.

Klar, mit einem Trattner im linken Rückraum, einem Kersebaum auf der anderen Seite, einem Jacob als Antreiber, dem „Tier“ Hentschel am Kreis und dem Ex-HSVer Otterbach zwischen den Pfosten sind die Westerholter wahrlich erstklassig besetzt. Aber Friedhelm Ziel kennt nicht nur die vielen Stärken des Gegners genau, auch seine kleinen Schwächen.

Und darauf wird er seine dezimierte Mannschaft fokussieren: schnelle Beine, ein sauberes Stellungsspiel in der Abwehr.

Technisch wie taktisch will sich die HSV ähnlich stark wie zuletzt in Dortmund zeigen. Allein eine Minimierung der unnötigen Zeitstrafen würde wahrscheinlich ausreichend, um der Misere endlich ein Ende zu bereiten. Die Frage ist nur, wann es so weit ist. Mit Blick auf die Tabellensituation käme der HSV ein Sieg gerade recht, zumal die Mannschaft vor dem nächsten schweren Brocken Hattingen Selbstvertrauen tanken würde. 40:30 gewann Westerholt das Hinspiel. Friedhelm Ziel hat die Mannschaft in Form gebracht, „wir sind in jedem Spiel siegfähig“, meint er. Dass es sich derzeit noch nicht in der Tabelle widerspiegelt, liegt an Kleinigkeiten. Und die muss Ziel schnellstmöglich bearbeiten, wenn das Vorhaben „noch acht Siege bis zum Klassenerhalt“ glücken soll.

Von Markus Jentzsch

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