Jugendfußball

FSV-Nachwuchs: Sehnsucht nach dem Ball und den Freunden

Fußballspiel bei der Jugend
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Seit Monaten rollt auch am Riesei kein Ball mehr. Die B-Junioren (Spielszene) der FSV haben ihr letztes Meisterschaftsspiel am 4. Oktober bestritten.

Als Trainer, Funktionär und Vater sorgt sich Ahmet Halilcavusogullari um psychische Auswirkungen, je länger der Lockdown für den Werdohler Fußballnachwuchs dauert.

Werdohl – Als stellvertretender Jugendleiter und Trainer der C- und B-Junioren bei der FSV Werdohl, aber auch als Familienvater hat Ahmet „Medi“ Halilcavusogullari einen engen Draht zu Kindern und Jugendlichen. Der 43-Jährige weiß nur zu genau, wie sehr den Kids seit Monaten soziale Kontakte und natürlich auch der Sport in der Gemeinschaft fehlen.

„In den ersten Wochen und Monaten war die Playstation noch interessant. Aber inzwischen merkt man den Jungs deutlich an, wie sehr ihnen ihre Kumpels und der Sport fehlen“, betont der FSV-Funktionär.

Im Gegensatz zu Lüdenscheid, Neuenrade oder Altena blieben die Sportplätze in Werdohl auch in den vergangenen zweieinhalb Wochen, in denen Kontaktsport wie Fußball von Kindern bis einschließlich 14 Jahren auch in 20er Gruppen betrieben werden durfte, dicht.

FSV-Nachwuchs: Sehnsucht nach dem Ball und den Freunden

Nach einem Gespräch mit Ulrich Betten, Verantwortlicher für die Sportstätten der Stadt Werdohl, kamen die Vereinsfunktionäre zu der gemeinsamen Entscheidung, angesichts steigender Infektionszahlen und hoher Inzidenz im Märkischen Kreis die Plätze in Werdohl nicht wieder zu öffnen. „Es war ein offener Austausch. Am Ende haben wir eine Entscheidung der Vernunft getroffen. Und jetzt kann man sagen: Es war die richtige Entscheidung“, meint „Medi“ Halilcavusogullari mit Verweis auf die „Notbremse“. Die zuletzt vorgenommenen Lockerungen – auch im Sport – werden zurückgenommen. Spätestens ab dem 29. März sind alle Plätze im Kreisgebiet wieder dicht, die Stadt Lüdenscheid untersagte bereits am Dienstag die Nutzung städtischer Sportanlagen und Bolzplätze.

Bis mindestens zum 18. April wird Kontaktsport nicht erlaubt sein, geht die Durststrecke auch für die Nachwuchsfußballer weiter. „Den Jungs fehlt der Fußballplatz, teilweise sind sie in einem richtigen Loch. Am Anfang hatte ich die Befürchtung, dass uns durch die lange Pause Kinder im Verein verloren gehen. Mittlerweile aber habe ich das Gefühl, dass sich alle Jungs richtig darauf freuen, endlich mal wieder auf den Platz zu kommen. Wenn ich Jungs in der Stadt oder beim Einkaufen treffe, werde ich immer wieder gefragt: ‘Trainer, wann können wir wieder Fußball spielen’“, so „Medi“ Halilcavusogullari.

Den Jungs fehlt der Fußballplatz, teilweise sind sie in einem richtigen Loch. Am Anfang hatte ich die Befürchtung, dass uns durch die lange Pause Kinder im Verein verloren gehen. Mittlerweile aber habe ich das Gefühl, dass sich alle Jungs richtig darauf freuen, endlich mal wieder auf den Platz zu kommen!

Ahmet Halilcavusogullari

Mit seinen Söhnen Timurhan (14) und Batuhan (15), die bei der FSV in der C- bzw. B-Jugend kicken, führt „Medi“ Halilcavusogullari „viele Gespräche im Wohnzimmer auch über Fußball“, spricht seinen Kindern ein dickes Lob aus. „Auch wenn es schwer für sie ist: sie akzeptieren die Situation. Natürlich wollen sie zurück auf den Platz, aber das geht allen anderen ja genauso“, sagt der 43-Jährige. Für alle Kinder und Jugendlichen wünscht sich der stellvertretende FSV-Jugendleiter eine baldige Rückkehr auf die Sportplätze, weiß aber auch, dass nochmal mindestens drei Wochen Geduld gefragt sind.

„Als Elternteil musst du positiv bleiben“, meint der Familienvater, der sich aber auch Sorgen um den Nachwuchs macht. „Corona wird meiner Meinung nach auch bei den Kindern psychische Aus- und Nachwirkungen haben“, sagt „Medi“ Halilcavusogullari, der den Kontakt zu den jungen FSV-Kickern telefonisch oder auch per Messenger-Dienste aufrecht hält.

In der Vorweihnachtszeit 2020 hatten „Medi“ Halilcavusogullari und Jugendleiter Rüdiger Backes mit weiteren emsigen Helfern am Riesei rund 150 Geschenktüten mit Süßigkeiten, Sportsocken und Multifunktionstüchern gepackt und an die FSV-Nachwuchskicker verteilt. Mit dieser Aktion wurde ein Zeichen an die jungen Kicker gesendet: „Wir denken an euch!“ Und was vor Weihnachten galt, gilt nun auch kurz vor Ostern...

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