FSV: Keine Punkte, aber Tätlichkeit von Tuz

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Semir Tuz (links) verlor in der Endphase die Nerven, leistete sich eine Tätlichkeit und sah die Rote Karte.

WERDOHL - Das war an einem verkorksten Nachmittag kollektiv viel zu wenig! Die FSV Werdohl ist nach zwei Kantersiegen gegen Hüsten und Neheim hart auf dem Boden der Landesliga-Tatsachen gelandet. Gegen den SSV Meschede kassierte die Elf von Carsten Minker nicht nur in der 82. und 90. Minute zwei bittere Gegentreffer, sondern musste auch noch einen Platzverweis schlucken.

Stürmer Semir Tuz – in den bisherigen vier Saisonspielen schon jeweils mit Gelb belegt – trat in der 88. Minute vor den Augen von Schiriassistent Eser offenbar aus Frust den Mescheder Yavuzaslan um und sah völlig zurecht die Rote Karte. Er erwies der FSV, die am kommenden Sonntag beim weiter verlustpunktfreien Tabellenführer Erndtebrück II (am Sonntag 3:0 in Neheim) antreten muss, einen echten Bärendienst und wird vier Wochen lang fehlen.

Werdohl war abgesehen vom angekündigten Wechsel zwischen den Pfosten (Grete für Felbick) unverändert in die Partie gegangen, biss sich aber an taktisch disziplinierten und ballsicheren Gästen die Zähne aus. Viel zu oft entschied sich das Team im Aufbau für den „langen Hafer“, nie konnten die FSV-Kicker das zuletzt so erfolgreich praktizierte Pressing spielen, weil der SSV das Tempo geschickt verschleppte.

Trotzdem hätte es zur Pause 1:0 für die Platzherren stehen können. Doch Meschedes Keeper Alexander Klur riss bei El Alamis Gewaltschuss aus 24 Metern gerade noch rechtzeitig die Fäuste hoch (22.) und holte den Ball dann 60 Sekunden später aus dem Eck, als De Luca einen Zejnullahu-Freistoß von Halblinks mit dem Scheitel verlängert hatte. Vorher hatte Fischer aus spitzem Winkel flach den Pfosten getroffen (8.), De Luca brachte den Ball kurz vor der Pause nicht unter Kontrolle.

Meschede fand nach der Pause zwar offensiv zunächst weiter nicht statt, ließ aber nichts zu, wenn man von Distanzschsüssen von El Alami (75.) und Tuz (77.) absieht. Zu diesem Zeitpunkt hatte Coach Minker taktisch umgestellt, die „Raute“ zugunsten einer zweiten Viererkette mit einer „Doppel-Sechs“ aufgelöst. Es änderte sich indes am leblosen Auftritt nichts. Stattdessen wurde Meschede mutiger: Mustafa sprang blank unter einem hohen Ball noch her (78.), dann aber war S. Mehovic nach einer Kopfballablage unbedrängt zur Stelle – 0:1 (82.). Weil bei Werdohl niemand Normalform erreicht, gab es folgerichtig nicht eine einzige Chance zum Ausgleich. Stattdessen fiel noch das 0:2, als E. Yilmaz nach Grete-Parade gegen Touré abstaubte.

FSV: Grete – Langenberg (82. Benli), Zejnullahu, Bierkoch, Neuke – El Alami – Maus (76. Franz), Intravaia, Fischer – Tuz, De Luca (62. Klamann)

SSV: A. Klur – C. Klur, Pilarski, R. Mehovic, Dröge (69. Touré) – Haumer, Yavuzaslan – Mustafa, S. Mehovic – E. Yilmaz, Bilinski (90.+1 Butz)

Schiedsrichter: Tugrul (Herne)

Tore: 0:1 (82.) S. Mehovic, 0:2 (90.) E. Yilmaz

Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Tuz (FSV/88.) wegen einer Tätlichkeit

Von Lars Becker

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