Lisa Reich im Dienst der Turbo-Schnecken

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So wird’s gemacht: Lisa Reich hilft den Sportlern bei der richtigen Bedienung der Geräte auf der Trainingsfläche.

Lüdenscheid - Junge Menschen, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen, haben viele Möglichkeiten sich nach der Schulzeit zu orientieren. Sie können ein Studium oder eine Berufs-Ausbildung aufnehmen, ins Ausland reisen („Work and Travel“) oder einen „Bundesfreiwilligendienst“ (BFD) absolvieren. Die Lüdenscheiderin Lisa Reich hat sich für ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) bei den Turbo-Schnecken entschieden.

Von Emanuel Holz

„Ich wusste schon vor meinem Abi, dass ich das FSJ machen möchte“, sagt die 19-Jährige, die seit 2003 Mitglied bei den Turbo-Schnecken ist und vor vier Jahren den Gruppenhelferschein abgelegt hat.

Von der Idee bis zur Zusage verging rund ein halbes Jahr: „Ich habe mich bei der Sportjugend NRW und der Deutschen Sportjugend online über die Chancen und Möglichkeiten eines FSJ informiert. Danach habe ich dem Vorstand vorgeschlagen, dass ich das FSJ machen würde. Dann haben wir das eingestielt und alle waren begeistert.“

Doch der bürokratische Weg war bedeutend länger: „Zuerst musste sich der Verein bei der Einsatzstelle der Sportjugend NRW bewerben. Die haben dann geprüft, ob sie das guten Gewissens finanzieren können und wollen. Ich musste viele Formulare zum Ministerium schicken, zudem habe ich die Krankenkasse gewechselt. Die Idee zum FSJ hatte ich schon länger, die Umsetzung hat rund ein halbes Jahr gedauert.“

Verantwortungsvolle Aufgaben

Seit dem 1. September 2013 ist Lisa Reich knapp 40 Stunden pro Woche für die Schnecken aktiv: „Ich mache aber noch einen großen Teil ehrenamtlich, so z.B. in den Arbeitsgruppen.“

Die FSJlerin betreut viele Aufgaben: „Das fängt im Büro an, wo ich mich an internen Planungen beteilige. Zudem bin ich am Empfang und arbeite in Arbeitsgruppen an Marketingaktionen. Außerdem sitze ich im Organisationsteam Firmenlauf, wo ich mich um die Helfer-Organisation kümmere.“ Über mangelnde Arbeit kann sie sich nicht beklagen: Dass die Turbo-Schnecken auf der Trainingsfläche die Geräte richtig bedienen, gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die ehrenamtliche Betreuung zweier Trainingsgruppen (Kinderturnen und Inline-Skating), die sie bereits vor ihrer Zeit als FSJlerin leitete. Zudem sitzt sie im „Lenkungsausschuss“ und unterstützt den Vorstand bei der Arbeit: „Manchmal ist es stressig, aber an sich macht alles Spaß. Wir haben ein cooles Team aus Vorstand, Übungsleitern und allen Personen, die das Projekt Turbo-Schnecken ausmachen.“

Zudem nimmt Reich an verpflichtenden LSB-Seminaren teil, ohne die ihr FSJ nicht anerkannt würde. Im Mai ist sie mit anderen FSJlern bei den Special Olympics in Düsseldorf unterwegs.

Bezahlt wird sie von der Sportjugend NRW und den Turbo-Schnecken: „Ich wohne noch zuhause und bin mit dem Taschengeld zufrieden.“ Eine „200-prozentige Zusage“ gibt sie all denjenigen, die sich überlegen, ein FSJ bei den Turbo-Schnecken zu absolvieren: „Man kann viel lernen und nimmt Praxiserfahrung mit. In zwölf oder 13 Jahren Schule hat man nur Theorie-Input bekommen. Hier arbeitet man aktiv an Projekten mit, das ist ein Pflichtteil des FSJ. Es ist wichtig, dass man auch mal etwas anderes sieht zwischen Schule und Studium.“

Reich hat nach dem FSJ konkrete Pläne: „Ich würde gerne Projektmanagement oder Geografie und Biologie studieren. Am liebsten in NRW, aber vielleicht verschlägt es mich nach Berlin oder Hessen. Das ist davon abhängig, welche Uni mich annimmt.“

Ob sie den Turbo-Schnecken erhalten bleibt? „Auf jeden Fall. Ich werde immer mal wieder vorbeischauen.“

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