Lange und Tengler bereiten sich auf Extrem-Lauf vor

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Im Rahmen der Leistungsdiagnostik im Sportklinikum Hellersen kontrolliert Oberarzt Dr. Ulrich Schneider zusammen mit der Sport-Studentin Angela Wald mittels eines EKG die Herztätigkeit des Werdohler Extrem-Läufers Fred Lange.

Lüdenscheid - Eine gute Vorbereitung ist unerlässlich – mit ihrer Teilnahme beim diesjährigen Lavaredo-Ultra-Trail, einem Extrem-Lauf in den Dolomiten, haben sich der Werdohler Fred Lange und der Herscheider Sebastian Tengler eine große Herausforderung vorgenommen. Im Sportklinikum Hellersen lassen sich die Laufsportler deshalb von Kopf bis Fuß durchchecken, denn beide wissen: „Die Gesundheit ist das wichtigste.“

Von Martin Meyer

Der Ultra-Trail, an dem Lange und Tengler Ende Juni teilnehmen, erstreckt sich über eine Distanz von 119 Kilometern durch die felsige und steile Gebirgslandschaft der Dolomiten in Italien und ist einer von insgesamt nur zehn Läufen weltweit, die eine so lange Distanz und so viele Höhenmeter aufweisen. Mit insgesamt 1000 Startern müssen die heimischen Läufer auf ihrem Weg von Cortina d´Ampezzo rund um das Drei-Zinnen-Massiv und zurück insgesamt 5850 Höhenmeter überwinden. „Dabei haben wir Anstiege von bis zu 2000 Meter zu bewältigen. Die Sauerstoffversorgung spielt dabei eine große Rolle“, erklärt der 39-jährige Tengler, der als Prokurist tätig ist, und ergänzt: „Das kann man hier im Mittelgebirge nicht trainieren. Diese Etappen werden ein ganz schön dickes Brett für uns werden.“

Worauf die beiden sich einlassen, das wissen die erfahrenen Läufer ganz genau. Während Tengler vor 20 Jahren mit dem Laufen anfing und dabei vom Halb- über den Vollmarathon zum Ultra-Trail kam und so, wie er sagt, „bergsüchtig“ wurde, war der 56-jährige Lange viele Jahre im Alpinsport aktiv. Beim Bergsteigen und Skiklettern war der technische Betriebsleiter der Werdohler Stadtwerke unter anderem im Himalaya unterwegs. Seinen ersten Ultra-Trail absolvierte er 2013 in Garmisch-Partenkirchen, wo er in vier Tagen 160 Kilometer zurücklegte. Lange: „Dort habe ich mich mit dem Gebirgsvirus infiziert.“ Kurz darauf folgte ein Lauf in Kernau rund um das Zugspitz-Massiv. Dort lernte er auch seinen heutigen Trainingspartner Tengler kennen.

Der Herscheider Sebastian Tengler geht beim Intervalltraining auf dem Laufband an seine Grenzen.

Die Basis für eine erfolgreiche Teilnahme an dem Lauf in Italien wollen Lange und Tengler mit einer Leistungsdiagnostik in der Sportklinik in Lüdenscheid legen. Unter der Leitung von Oberarzt Dr. Ulrich Schneider unterzogen sich die beiden Läufer einer insgesamt zweistündigen Untersuchung. Nach einem persönlichen medizinischen Gespräch, bei dem der Arzt die Tauglichkeit der Sportler feststellte, gaben Messungen mit dem EKG, eine Ultraschalluntersuchung und Laktattests während eines Intervalltrainings auf einem Laufband Aufschlüsse über den Gesundheits- und Fitnesszustand der Läufer. „Auf Grundlage der Ergebnisse erstellen die Mediziner für uns beide jeweils einen individuellen Trainingsplan, mit dem wir uns auf den Ultra-Trail vorbereiten können. Dies ist extrem wichtig, schließlich wollen wir ja heile den Berg rauf und auch wieder runter kommen“, sagt Lange, der zusammen mit seinem Laufpartner die Distanz in knapp 20 Stunden hinter sich bringen möchte.

Trotz der guten Vorbereitung rechnen die Läufer damit, das ihre Körper bis an die Grenzen beansprucht werden. Gestartet wird in Cortina um 23 Uhr, nach rund 50 Kilometern erreichen sie das Drei-Zinnen-Massiv. Neben einer guten Ausrüstung soll ab da die imposante Landschaft als Gegenmittel gegen die Strapazen und auftretende Wehwehchen helfen: „Mit den Eindrücken, die wir dort sammeln, können wir uns gut ablenken. Der Kopf wird während des Rennens der stärkste Muskel sein“, sagt Lange.

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