Lüdenscheider im Einsatz für BVB-Helfer-Team

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Die Lüdenscheider Norman Herzog und Elke Rienhardt widmen als Leiter des Helfer-Teams, einer Gruppe der Fan- und Förderabteilung von Borussia Dortmund, einen Großteil ihrer Freizeit. J

Dortmund/Lüdenscheid - Seit der Geburtsstunde der Fan- und Förderabteilung (FA) von Borussia Dortmund in 2005 engagieren sich Elke Rienhardt und Norman Herzog mit vollem Herzen im Helfer-Team für die Anhänger des Bundesligisten.

Von Martin Meyer

Es war ein besonderes Datum für jeden Anhänger des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Am Samstag jährte sich zum zehnten Mal die Beinahe-Insolvenz und die Rettung des BVB. Auch für die beiden Lüdenscheider Elke Rienhardt und Norman Herzog war es ein besonderer Tag. Mit ihrem Helfer-Team, eine Gruppe innerhalb der BVB-Fan- und Förderabteilung, sorgten sie als sogenannte Fan-Ordner für die Sicherheit von knapp 3000 Fans, die bei einer Demonstration durch die Dortmunder Innenstadt an diesen emotionalen Tag erinnerten.

Wie bereits vor zehn Jahren, als die Fans gegen die Ausbeutung – und getrieben von der Angst um ihren geliebten Ballspielverein – protestierten, marschierten die Anhänger des Fußball-Clubs vor dem Heimspiel gegen den 1.FC Köln vom Platz an der Alten Synagoge über die Bundesstraße 54 durch die östliche Innenstadt in Richtung Signal-Iduna-Park. Unter ihnen waren auch Elke Rienhardt und ihr Lebensgefährte Norman Herzog, beide selbst leidenschaftliche BVB-Fans. Ihr Tag begann wahrscheinlich viel früher, als für die meisten Demonstrationsteilnehmer. Sie waren mitverantwortlich für die Durchführung des Marsches – als Leiter des Helfer-Team organisierten sie die Bereitstellung der Fan-Ordner, die zusammen mit der Polizei für eine friedliche und sichere Kundgebung sorgten. „Wenn unsere Jungs mal Stress machen oder es andere Probleme bei solchen Veranstaltungen gibt, dann gehen wir als Ordner auf die Leute oder die Polizei zu“, erklärt Norman Herzog, während er mit rund 20 anderen Helfern bei nasskaltem Wetter, „gewappnet“ mit Fanschals und gelb-grünen Warnwesten, die Fans auf der gesperrten Straße begleitete. „Doch es gibt auch hier, wie in jedem anderen Verein, Unbelehrbare. Für die halten wir unseren Kopf nicht hin“, ergänzte Elke Rienhardt.

Das Erkennungszeichen der Fan-Ordner des BVB.

Begründet wurde die Fan- und Förderabteilung im Jahr 2005 – beinahe zeitgleich mit der wohl dunkelsten Stunde des Vereins. 15 BVB-Mitglieder trafen sich, um sich im Hinterzimmer einer Dortmunder Fankneipe zu beraten, wie man die Situation innerhalb des Vereins verbessern könnte. Ziel der FA wurde es, unter anderem die Vereinsmitgliedschaft greifbarer und attraktiver zu machen, den Verein zu unterstützen und als Vertreter der Mitglieder eine Brücke zwischen dem Club und den Fans zu schlagen. Seit der Entstehung der Abteilung sind auch die beiden Bergstädter in der FA aktiv. „Der Kontakt kam über die damalige Projektgruppe Basisarbeit zu Stande und deren Arbeit hatte uns so gut gefallen, dass wir uns als freiwillige Helfer immer mehr beteiligt haben“, erinnern sich Rienhardt und Herzog, die seitdem beinahe jeden Tag im Einsatz für die Fans des BVB sind. „Wir werden als Helfer-Team von den eigenen Fans sehr gut angenommen. Die Anhänger hören noch gut auf uns“, sagt der 43-jährige Lüdenscheider.

Rund 3000 Fans erinnerten an die Beinahe-Insolvenz und die Rettung des BVB.

Doch er und seine Lebensgefährtin kennen die schwarzen Schafe der Szene. „So gewalttätig, wie es in den Medien dargestellt wird, ist es nicht. Doch es passiert immer wieder etwas. Einige Idioten wird man nicht ändern können“, sagt die 47-Jährige, die als Leiterin ihres Teams aber nicht nur als Ordner im Einsatz ist: „Wir engagieren uns auch im Bereich der Fan-Politik, etwa bei Aktionen gegen Rechts, organisieren Fan-Sonderzüge oder wir planen und organisieren Reisen zu Auswärtsfahrten unserer Mannschaft.“ Besonders gerne erinnern sie sich da etwa an eine Fahrt nach London, in deren Vorfeld sie über zwei Wochen lang von zu Hause aus insgesamt 27 Busse für die BVB-Anhänger gebucht hatten.

Die Demonstration am Samstag wurde zum Verdruss der Fans auf Anweisung der Polizei vorzeitig gestoppt – kurz vor dem Erreichen des Stadions. Die Begründung: Ein fehlendes Abluftsystem im Straßentunnel der Hohen Straße unter der B1. Trotz des abrupten Endes verlief der Fanmarsch friedlich und ohne Zwischenfälle – auch dank des gut organisierten Einsatzes der Fan-Ordner.

Fanmarsch zum zehnten Jahrestag der Fast-Insolvenz des BVB

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