Fußball/Leichtathletik

Bis auf Weiteres kein Spielbetrieb

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Weiß um die Sorgen und Nöte der Vereine und will sie entlasten: Peter Wolf, Vizepräsident Finanzen des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen.

Kreisgebiet - Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen hat weitere Entscheidungen im Umgang mit der Corona-Krise getroffen.

Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte Anfang dieser Woche die Aussetzung von Spielen der 1. und 2. Bundesliga bis mindestens 30. April empfohlen, es gilt als sicher, dass dieser Vorschlag bei der Mitgliederversammlung der Proficlubs am 31. März abgesegnet wird. 

Gestern nun folgte eine Entscheidung für den Bereich des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW): Der Spiel- und Trainingsbetrieb bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt. Mit einer Vorlaufzeit von 14 Tagen sollen die Vereine von einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs informiert werden. 

Im FLVW war der Spielbetrieb zunächst bis 19. April ausgesetzt worden, jetzt gilt also auch hierzulande die Formulierung „bis auf Weiteres“. Derweil setzt die westfälische Leichtathletik alle vorgesehenen Meisterschaftsveranstaltungen bis Ende Mai 2020 aus. „Gleichzeitig haben wir uns entschieden, unsere Vereine auch finanziell zu entlasten“, sagt FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski und dankt den westfälischen Kreisvorsitzenden für die Bereitschaft dazu. 

„Damit tragen wir den Sorgen unserer Vereine Rechnung, denen ohne Spiele und Wettkämpfe die Einnahmen wegbrechen, wobei die fixen Kosten weiterlaufen“, erklärt der Lüdenscheider Peter Wolf, Vizepräsident Finanzen, die Entscheidung des Präsidiums, das aufgrund der aktuellen Dynamik weiter mitteilt: „Eine Neubewertung der Lage für den Spielbetrieb und das Wettkampfwesen erfolgt durch die Task Force des FLVW täglich.“ 

Bezüglich der Finanzen heißt es vom Verband unter anderem: „In Gesprächen wird immer wieder deutlich, wie groß die finanziellen Nöte unserer Vereine sind. Viele Sponsoren sehen sich nicht mehr in der Lage, sich im Amateurfußball zu engagieren, durch die Aussetzung des Spielbetriebs können vereinbarte Werbeleistungen nicht erbracht werden. Fehlende Eintrittsgelder und ausfallende Cateringmaßnahmen reißen ein zusätzliches Loch in die Vereinskassen. 

Was können wir da als Verband tun? Als erstes hat der FLVW beschlossen, Verbandsabgaben auszusetzen. Das bedeutet konkret, dass wir während der ‘Auszeit’ des Spielbetriebs die pauschalisierten Spielabgaben für die Rückrunde nicht erheben beziehungsweise bereits geleistete Abgaben zurückzahlen werden. Eine weitere Entlastung bedeutet ebenfalls der Wegfall der pauschalen Belastung der Schiedsrichterkosten. Ordnungsgelder wegen Nicht-Erfüllung des Schiedsrichter-Solls können wir nicht aussetzen, da sonst die Vereine, die das Soll erfüllen, benachteiligt würden. Aber wir werden bis auf Weiteres diese Ordnungsgelder nicht einziehen, sondern stunden. Ordnungsgelder aus dem Spielbetrieb fallen zurzeit nicht an, insofern müssen sie auch nicht ausgesetzt werden. Allerdings werden die bis zum Absetzen des kompletten Spielbetriebs aufgelaufenen Ordnungsgelder noch eingezogen. Dasselbe gilt für die auch in der Corona-Pause noch durchgeführten Sportgerichtsverfahren. Gelegentlich erreichen uns Bitten um direkte finanzielle Unterstützung für Vereine. Dazu sind wir zum einen finanziell nicht in der Lage – auch wir müssen für den Verband die Folgen der Corona-Krise kalkulieren.“ 

Weiter heißt es vom Verband in Richtung Vereine: „Wenn Sie akut die Leistungen an den Verband nicht erbringen können, wenden Sie sich bitte an uns. Wir werden mit Ihnen zusammen eine Lösung finden. Darüber hinaus sind wir in Gesprächen mit der Politik. Zusammen mit dem Landesportbund NRW kämpfen wir für eine Finanzunterstützung durch die Landesregierung. Gewerbliche und kommerzielle Sportunternehmen fallen unter diverse Rettungsschirme. Es muss aber auch darum gehen, das wirtschaftliche Überleben der gemeinnützigen sportlichen Infrastruktur und seiner Vereine zu sichern. Erste Erfolge gibt es bereits zu verzeichnen. Staatssekretärin Andrea Milz hat zugesagt, dass auch Vereine an dem 25 Milliarden Euro umfassenden Hilfspaket des Landes für die Wirtschaft partizipieren können. In welcher Höhe und unter welchen Bedingungen, soll zeitnah geklärt werden.“ 

Ein weiteres beherrschendes Thema der Vereine ist die Frage, wann der Spiel- und Trainingsbetrieb beziehungsweise das Wettkampfwesen wieder aufgenommen werden kann. Denn daraus ergeben sich weitere Sachverhalte, für die Satzungen, Durchführungsbestimmungen und Spielordnungen keine Regelungen vorsehen. Dies betrifft all die Fragen, die sich bei einer Verlängerung der Spielzeit über den 30. Juni hinaus ergeben würden. Es geht um Spielberechtigungsfragen, Fristenverlängerungen für Trainer und Umgang mit dem Beginn der Sommerferien. 

Dazu äußert sich der Verband wie folgt: „An Antworten auf diese Fragen arbeiten wir zusammen mit dem DFB und dem DLV. Der DFB hat bereits angedeutet, an sich allgemeinverbindliche Regelungen der DFB-Spielordnung auszusetzen, um den Landesverbänden flexible Lösungen zu ermöglichen, zum Beispiel bei der Frage, wann und wie die Saison zu Ende gespielt werden kann.“ 

Und Walaschewski ergänzt: „Erlauben Sie mir aber den Hinweis, dass wir den Höhepunkt der Corona-Krise noch nicht erreicht haben und insofern endgültige Antworten auf Ihre drängenden Fragen leider noch nicht möglich sind. Dies betrifft auch den gelegentlich unterbreiteten Vorschlag für einen vorzeitigen Abbruch der Spielzeit. Unabhängig von den rein sportlichen Erwägungen – Aufstieg, Abstieg etc. – spielen dabei auch haftungsrechtliche Fragen eine entscheidende Rolle. Deshalb ist es für endgültige Entscheidungen noch zu früh.“ 

Letztlich bleibt es also dabei: Im Gegensatz zu Eishockeyspielern und Basketballern, für die in Deutschland bereits komplett beziehungsweise nahezu komplett ein Schlussstrich unter die Saison 2019/20 gezogen wurde, bleiben die Fußballer in der Warteschleife.

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