Fußball

Annullierung, Abbruch oder Fortsetzung?

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Ob man die Spieler des Oberligisten RSV Meinerzhagen in dieser Saison noch einmal jubeln sehen kann, entscheidet sich am 23. April.

Kreisgebiet – Saisonfortsetzung im Amateurfußball oder -abbruch? Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat diesbezüglich eine Entscheidung angekündigt, die am kommenden Donnerstag, 23. April, im Rahmen einer Sitzung des FLVW-Präsidiums fallen soll.

Zur Debatte stehen folgende vier Szenarien:

- Annullierung der Saison, d. h. es erfolgt keine Wertung der Spielzeit 2019/20.

- Abbruch I: Es gibt nur Auf- und keine Absteiger, die Wertung der Saison erfolgt anhand des Tabellenstandes nach der Hinrunde.

- Abbruch II: Es gibt nur Auf- und keine Absteiger, die Wertung der Saison erfolgt anhand des aktuellen Tabellenstandes.

- Saisonfortsetzung im Herbst – für dieses Szenario hat der DFB vor zwei Wochen die rechtliche Grundlage geschaffen, als er verkündete, die momentan unterbrochene Saison könne über den 30. Juni 2020 hinaus verlängert werden.

Was die überkreislichen heimischen Mannschaften angeht, so könnten diese mit den ersten beiden Varianten gewiss gut leben. Für die abstiegsgefährdeten FSV Werdohl (12. Landesliga 2), TuS Neuenrade (13. Bezirksliga 4) und TuS Plettenberg (15. Bezirksliga 5) würden diese – genauso wie das erste Szenario – nämlich den Klassenerhalt bedeuten.

Jubel würde es im Fall eines Saisonabbruchs auch beim RSV Meinerzhagen geben: Sowohl in der aktuellen Oberliga-Tabelle als auch im Hinrundenklassement belegt er den zweiten Aufstiegsplatz. Knifflig dabei: In beiden Tabellen sitzt dem RSV dabei Rot-Weiß Ahlen im Nacken und ist aufgrund von Spielausfällen eine bzw. zwei Partien in Rückstand. Siege in diesen Nachholspielen vorausgesetzt, würde der einstige Zweitligist die Volmestädter überflügeln – unwahrscheinlich jedoch, dass diese Tatsache Berücksichtigung finden wird, wenn sich der FLVW für Variante zwei oder drei entscheiden sollte.

Anders verhält es sich im Fall vonRot-Weiß Lüdenscheid: Die Bergstädter sind derzeit Spitzenreiter der Bezirksliga 6 und damit Inhaber des einzigen Aufstiegsrangs, haben die erste Saisonhälfte aber nur als punktgleicher Zweiter hinter dem SC Berchum/Garenfeld abgeschlossen. Für den Kiersper SC (4. Bezirksliga 5) und den TuS Langenholthausen (7. Landesliga 2) würde ein vorzeitiges Saisonende dagegen nichts an der Ligazugehörigkeit ändern – der KSC war zur Halbzeit der Serie zählergleich mit Primus TSV Weißtal, rangierte aufgrund der schlechteren Tordifferenz aber nur auf Rang zwei.

Bei seiner Entscheidung will das FLVW-Präsidium die Vereine einbeziehen: Bis zum 21. April sollen sich die Klubs aus dem Verbandsgebiet äußern, welches Szenario sie bevorzugen. Eine verbindliche Umfrage sei das jedoch nicht, heißt es aus Kaiserau – es gehe einzig darum, ein Meinungsbild zu erhalten.

Wie es in den Pokalwettbewerben weitergeht, ist ebenfalls noch fraglich, aber speziell für den RSV Meinerzhagen von großem Interesse. Dieser steht nämlich im Westfalenpokal-Halbfinale und ist damit nur noch zwei Schritte vom Einzug in die Hauptrunde des DFB-Pokals entfernt, in der als Garantiesumme ein satter Geldbetrag im unteren sechsstelligen Bereich winkt.

Wahrscheinlichste Variante: Westfalenpokal-Vorschlussrundenspiele und -Endspiel werden unabhängig von der Entscheidung in Sachen Meisterschaftsfortsetzung spätestens im Herbst ausgespielt. Ein zeitlicher Puffer dürfte insofern vorhanden sein, als die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal 2020/21 wohl kaum zum vorgesehenen Termin Mitte August über die Bühne gehen dürfte.

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