Kreistag im FLVW-Kreis Lüdenscheid

Harmonie, aber auch Kritik am KSG

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Erhielten von Klaus Scharf (Zweiter von links) FLVW-Ehrennadeln (von links): Giuseppe Semeraro (Silber), Gertraud Rüsch (Silber), Gerd Rottschy (Gold) und Gerd Schnell (Silber).

Lüdenscheid – Das Festzentrum Hohe Steinert ist der Ort, an dem in der Vergangenheit die Sitzungen des Kreissportgerichts im Fußballkreis Lüdenscheid stattgefunden haben. Und nun saß das Kreissportgericht im großen Saal des Festzentrums selbst auf der Anklagebank. 14 Monate keine einzige Verhandlung mehr. Das gefiel den Verantwortungsträgern beim Kreistag des FLVW-Kreises Lüdenscheid nicht. 

„Die Schiedsrichter sind unzufrieden mit dem Kreissportgericht“, stellte der Vorsitzende des Kreisschiedsrichter-Ausschusses, Georg Heimes, fest, „es gibt Schiedsrichter, die bis zu einer Verhandlung ihrer Fälle keine Spielaufträge mehr annehmen. Man wirft uns vor, dass wir etwas vertuschen wollen.“ Heimes ist auch Vorsitzender des Kreis-Fußball-Ausschusses, und in dieser Funktion legte er nach. „Wenn 14 Monate nicht getagt wird, kann das nicht richtig sein. Es behindert unsere Arbeit und beeinflusst den Spielbetrieb. Ich bitte darum, endlich zu verhandeln.“ 

Heiko Kölz hörte die Worte wohl, auch die Kritik aus den Vereinen, dass das KSG nicht streng genug bestrafen würde und gravierende Fälle noch nicht verhandelt habe. Der Rechtsanwalt, der der Spruchkammer des Kreises seit 20 Jahren vorsteht, räumte Versäumnisse ein. „Meine Freizeit ist aufgefressen worden durch Klausuren und Prüfungen“, stellte Kölz fest, „und nebenbei sind wir auch noch umgezogen... Ich bedaure es, wenn irgendwem Nachteile entstanden sind.“ Kölz versprach, die Verhandlungen in Kürze nachzuholen. 

FLVW-Verdienstnadeln in Silber (von links): Vitor Goncalves, Norbert Schmidt, Roland Voigt und Michael Dregger.

Allerdings nutzte der KSG-Vorsitzende die Gelegenheit im sehr gut besetzten Saal des Festzentrums auch dazu, die neuen Rahmenbedingungen für das Kreissportgericht zu erläutern. Der Schalksmühler übte nicht konkret Kritik, doch in Summe war der gesamte Vortrag ein einziger Vorwurf: Ein Freund der Änderungen der Rechts- und Verfahrensordnung im Sommer 2017 ist Kölz bis heute nicht geworden. „Es sind sechs Fälle anhängig aus dieser Saison, einer ganz frisch aus der Kreisliga A, keiner aus der Kreisliga B, drei aus der Kreisliga C, einer aus der Kreisliga D und einer aus einem Freundschaftsspiel“, erklärte Kölz, „aber verhandelt werden muss davon eigentlich nur einer. Alle anderen sollen nach der neuen Ordnung im schriftlichen Verfahren verhandelt werden.“ 

Die Einführung einer neuen Software sowie die Vorgabe, jeden einzelnen Fall wie vor einem ordentlichen Gericht aufwändig schriftlich begründen zu müssen, bedeute einen großen Mehraufwand für die Sportrichter, so Kölz. „Die Fälle sind weniger geworden, aber die Arbeit mehr“, sagte Kölz, „und es wird auch schwieriger, Beisitzer zu finden, denn das Gericht tagt ja kaum noch. Den Zusammenhalt, den es vorher in der Kammer gab, gibt es nicht mehr...“ 

In der Kritik, dann aber doch mit großer Mehrheit im Amt des Vorsitzenden des Kreissportgerichts wiedergewählt: Heiko Kölz

Am Ende des Austausches und aller Erklärungen stand die Wiederwahl von Heiko Kölz zum Vorsitzenden des Sportgerichts. Eine Gegenstimme, drei Enthalten, ein Ergebnis, mit dem er gut leben konnte. Und auch ansonsten dominierte bei den Wahlen Kontinuität (siehe Info-Kasten). Die Führung macht weiter, mit wenigen Ausnahmen. Georg Heimes gab nach 15 Jahren den Vorsitz im Kreisschiedsrichter-Ausschuss ab. Hier übernahm mit Christian Liedtke der Lehrwart und höchstklassige Referee des Kreises. Stephanie Pomorin hatte ebenfalls frühzeitig signalisiert, als Ehrenamtsbeauftragte aufzuhören. In Abwesenheit wurde Wolfgang Kunde, bis vor kurzem noch Vorsitzender des Kreisjugend-Auschusses, gewählt. 

In der Sportgerichtsbarkeit macht Heiko Kölz mit einem leicht veränderten Team weiter: Für Udo Klüter und Thomas Herrmann, die auf eigenen Wunsch ausschieden, wurde der frühere Kreisliga-A-Staffelleiter Torsten Franke zum neuen KSG-Beisitzer gewählt. Und es gibt auch ein neues Mitglied aus dem Kreis Lüdenscheid für das Bezirkssportgericht: Für den Enneper Gerd Rottschy, der über viele Jahre diese Funktion ausgeübt hatte und am Donnerstagabend einer der Geehrten war, wird nun Heribert Müller (Grünenbaum) den Kreis bei diesem Gericht vertreten. 

Bleibt Kreisvorsitzender: Klaus Scharf.

Gerd Rottschy hatte in seinem Bericht von 21 Fällen – alle im schriftlichen Verfahren durchgeführt – beim BSG berichtet. Und er hatte auch eine Breitseite in Richtung Kreissportgericht abgefeuert. „Wir sind als Bezirkssportgericht 4 für sechs Kreise zuständig“, sagte Rottschy, „in fünf Kreisen läuft es – warum in Lüdenscheid nicht, weiß ich nicht. Aber ich hoffe, dass es demnächst auch hier wieder klappen wird...“

Alle Wahlen im Überblick

Kreisvorsitzender: Klaus Scharf
Vorsitzender Kreisfußballausschuss: Georg Heimes
Vorsitzender Kreisleichtathletikausschuss: Wolfgang Rummeld 
Vorsitzender für Ausschuss Qualifizierung/Vereins- und Kreisentwicklung: Mustafa Tekir
Kreiskassierer: Uwe Görge
Vorsitzender Kreisschiedsrichterausschuss: Christian Liedtke (für Georg Heimes)
Kreisgeschäftsführer: Radovan Goncin
Ehrenamtsbeauftragter: Wolfgang Kunde (für Stephanie Pomorin)
Kreissportgericht: Heiko Kölz als Vorsitzender, Clemens Wurm, Giuseppe Semeraro, Andreas Wolter, Rüyan Oruc, Adem Tekir, Torsten Franke (neu) als Beisitzer (ausgeschieden sind Udo Klüter und Thomas Herrmann)
Mitglied zum Bezirkssportgericht: Heribert Müller für Gerd Rottschy
Delegierte für Verbandstage: Gertraud Rüsch, Uwe Görge und Radovan Goncin

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