Ohne Druck, aber mit Zielen zur DM

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Ohne den Druck, den Endlauf zu erreichen zu müssen, aber mit dem Ziel, seinen eigenen Kreisrekord über 800 Meter zu verbessern, geht Florian Kalb von der LG Lüdenscheid bei den Deutschen Jugenmeisterschaften zuversichtlich in den Vorlauf.

Lüdenscheid - In der Vorwoche wurde noch richtig geknüppelt. Tempoläufe und Bergaufläufe im und am Nattenberg-Stadion, dazu am Samstag als letzter Härtest aus dem vollen Training heraus noch ein 1000 m-Rennen in Kreuztal, das „so ganz nebenbei“ mit einem neuen Kreisrekord endete – keine Frage, Florian Kalb sieht sich für seinen 800 m-Auftritt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften gut gerüstet.

Von Marc Kusche

Neuland sind nationale Titelkämpfe für den Mittelstreckler der LG Lüdenscheid indes nicht. Bereits 2012 und 2013 hatte sich der 800 m-Spezialist über seine Paradestrecke für die DM qualifiziert (damals noch in der Altersklasse U18), dazu kam im Vorjahr noch der Einsatz mit der 4x400 m-Staffel der LG sowie im Februar die bis dato insgesamt vierte DM-Teilnahme bei den Meisterschaften in der Halle.

„Bei meiner ersten DM mit all ihren organisatorischen Beonderheiten war ich 2012 in Mönchengldbach noch super aufgeregt. Die natürliche Anspannung vor so einem großen Wettkampf gehört zwar weiterhin dazu, aber man entwickelt eine gewisse Routine. Wo andere Läufer im Callroom vor dem gemeinsamen Einzug in den Stadion-Innenraum nicht ansprechbar und total in sich gekehrt sind, da macht es mir nichts aus, mit den Kampfrichtern noch ein Schwätzchen zu halten“, sieht der 18-Jährige seiner fünften DM-Teilnahme recht gelassen entgegen.

Auch deshalb, weil das Jahr bisher für ihn nahezu optimal verlaufen ist. „Nach einigen Wehwechen in der Vorsaison bin ich verletzungsfrei über den Winter gekommen, was schon mal eine sehr gute Basis war“, so Kalb. Und das zeigte sich bereits in der kurzen Hallensaison, als er seine persönliche Bestzeit über 800 m im Januar von bis dahin 1:57,09 auf 1:56,74 Minuten verbesserte.

Was folgte, waren in der bisherigen Freiluftsaison stetige Verbesserungen über die Distanzen 200, 400, 800 und 1000 m, gekrönt von zwei Kreisrekorden sowohl über die zwei Stadionrunden (1;55,16 am 21. Juli) als auch am vergangen Samstag über 1000 m (2:29,96). Umso bemerkenswerter, weil er „nebenbei“ in diesem Jahr noch mit Bravour sein Abitur „baute“. „Die beiden Rekorde waren mir ganz wichtig, sodass als kleiner Makel nur die Nichtteilnahme an den Westfalenmeisterschaften bleibt“, blickt der 18-Jährige ein wenig enttäuscht zurück. Im Juni wollte er die 1500 m in Kreuztal bestreiten, zog aber nach dem Warmmachen aufgrund einer beginnenden Sehnenreizung im Knie kurzfristig vorsichtshalber zurück.

„Im Nachhinein die richtige Entscheidung, denn ich konnte nach kurzer Unterbrechung wieder kontinuierlich trainieren“, sieht sich Kalb voll im Soll. Angesichts starker Konkurrenz – seine 1:55,16 Minuten sind im Feld der 24 gemeldeten Läufer die 17. schnellste Zeit – scheint die Qualifikation für den Endlauf der besten Acht zwar utopisch, dennoch hat sich der 18-Jährige als Jungjahrgang in der U20 für den Vorlauf im Wattenscheider Lohrheidestadion am Samstag (ab 11.25 Uhr) hohe Ziele gesetzt: „Die Läufer mit den besten Vorleistungen sind in der Regel auf ein Bummelrennen aus, wollen sich auf ihren Endspurt verlassen, um Kraft für den Endlauf zu sparen. Den Druck, in den Endlauf kommen zu müssen, habe ich hingegen nicht. Für mich ist der Vorlauf quasi mein persönlicher Endlauf. Falls Tempo gebolzt wird, hänge ich mich dran, sollte gebummelt werden, werde ich nach vorne gehen. Am Ende soll für mich auf jeden Fall eine persönliche Bestzeit und damit ein neuer Kreisrekord stehen. Und dafür werde ich alles tun.“

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