Handball

Fitness, Gesundheit und Fairness

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Darf seine handballerischen Qualitäten momentan nicht zeigen: SGSH-Allrounder Florian Diehl, hier im Derby gegen den TuS Volmetal.

Schalksmühle - So geht Florian Diehl, Eigengewächs der SGSH Dragons mit dem Coronavirus um. 

Er ist das Urgestein der SGSH Dragons: Florian Diehl. Im Interview mit Volontär Kevin Herzog spricht der 26-jährige Schalksmühler über den Umgang mit der Corona-Krise bei den SGSH Dragons und in seinem Berufsalltag als Polizist. 

Hallen und Fitnessstudios sind geschlossen. Wie halten Sie sich momentan für den Fall fit, dass die Saisonspiele doch noch einmal aufgenommen werden? 

Ich halte mich durch Joggen, Freeletics und Stabilisationsübungen fit. Dazu kommt noch, dass ich einen großen Garten nutzen kann, auf dem ich zur Zeit einen Gemüse- und Kräutergarten anlege, damit man sich für die nächste Pandemie etwas besser selbst versorgen kann (lacht). Marvin Schreyer als unser Physiotherapeut und guter Freund von mir hat mich noch mit einem entsprechenden Trainingsplan für zu Hause ausgestattet, sodass ich auch handballspezifische Übungen durchführen kann. Und das gute alte Sprungseil liegt bei mir auch noch in der Sporttasche. 

Wenn Sie die Entscheidung treffen müssten – wie würden Sie mit der aktuellen Saison verfahren? 

Das ist eine schwierige Frage in der aktuellen Situation. Wir hätten nur noch fünf Spiele gehabt, aber andere Mannschaften wie zum Beispiel Aurich noch zwei Spiele mehr als wir. Ich denke schon, dass Wilhelmshaven als Aufsteiger so gut wie feststeht. Es wäre nur fair, wenn Wilhelmshaven der Aufsteiger beziehungsweise Teilnehmer der Relegation aus unserer 3. Liga-Staffel ist. Im Anschluss kommt Hagen mit einem gewissen Abstand zu den folgenden Plätzen. Dort ist jedoch alles sehr eng beieinander, und es ist nicht möglich, dort Mannschaften fair zu platzieren, ohne Spiele auszutragen. Im Abstiegskampf sind zwar zwei Mannschaften abgeschlagen, aber noch nicht abgestiegen, deshalb fände ich es auch dort nicht fair eine Entscheidung zu treffen, ohne dass die restlichen Spiele ausgetragen werden würden. Zum Glück muss ich die Entscheidung nicht treffen, weil sich immer jemand benachteiligt fühlen würde, egal ob man die Saison komplett wiederholt oder nach der ersten Saisonhälfte wertet. Auch die Saison zu Ende zu spielen, ist so gut wie unmöglich, da ungewiss ist, wann wieder gespielt werden könnte und sich die Mannschaftszusammensetzung aufgrund von Verträgen auch ändern würde. Zu hoffen bleibt allerdings erst einmal, dass es alle Mannschaften und Vereine nach der Krise noch gibt und diese nicht daran zu Grunde gegangen sind. 

Wie läuft der Kontakt zu Mitspielern, Vereinsverantwortlichen und dem neuen Trainer Mark Schmetz ab? Gibt es überhaupt Kontakt? 

Der Kontakt zu den Mitspielern läuft über WhatsApp-Gruppen oder Videochats. Mit den Verantwortlichen und dem Verein findet der Kontakt über das Telefon statt und wir kommunizieren aktuell viel miteinander, um die Pandemie bestmöglich zu überstehen. Zu Mark Schmetz gab es von Seiten der Mannschaft noch nicht viel Kontakt. Ich denke jeder, auch Mark Schmetz, hat noch mit der aktuellen Situation zu kämpfen. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, eine vernünftige Vorbereitung für die kommende Saison zu planen oder konkrete Gespräche zwischen der Mannschaft und dem neuen Trainer für die kommende Saison zu führen. Wir müssen erst einmal schauen, dass wir alle gesund durch die Corona-Krise kommen, und danach können wir weitermachen. 

Abschließende Frage. Wie hat sich die Arbeit bei der Polizei durch die Corona-Krise verändert? 

Es hat sich schon einiges verändert. Vor allem wurde zur Vorsorge unser Schichtsystem auf zwei Schichten reduziert und wir arbeiten in zwei Gruppen. Es gibt jetzt nur noch Früh- und Nachtschicht, die von 6 bis 18 Uhr und von 18 bis 6 Uhr geht. Dazu wird wochenweise zwischen den Gruppen gewechselt. Eine Gruppe arbeitet eine Woche in 12-Stunden-Schichten auf der Wache und die andere Gruppe ist eine Woche in 24-Stunden-Bereitschaft zu Hause, um im Falle eines Corona-Ausbruchs auf der Wache oder in anderen Notfällen einspringen zu können. Bei der eigentlichen Arbeit hat sich ebenfalls etwas geändert. Wir sind insgesamt vorsichtiger geworden und versuchen, noch besser als vorher auf den richtigen Abstand zu unserem polizeilichen Gegenüber zu achten. Des Weiteren gibt es Einsätze wegen Streit im Supermarkt, Bürgern, die sich über Personen auf Spielplätzen beschweren oder die eine Gruppenansammlung von mehr als drei Personen melden. So etwas gab es zum Teil vorher überhaupt nicht. Insgesamt war es in den letzten Wochen jedoch eher ruhig, da sich weniger Menschen auf den Straßen befanden. Ich bin auf die diese Woche gespannt, da ich aktuell in 24-Stunden Bereitschaft zu Hause bin. 

Florian Diehl, vielen Dank für das Gespräch!

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