Henrike Enders wird Achte bei Weltcup-Turnier

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Mit erstklassigen Vorstellungen wartete Degenfechterin Henrike Enders vom LTV 61 beim Junioren-Weltcupturnier in Österreich auf. Am Ende durfte sich die Werdohlerin über einen nicht erwarteten achten Platz freuen.

LÜDENSCHEID - Am Ende standen Trainer Wojciech Mróz die Tränen in den Augen, denn beim Junioren-Weltcupturnier in Mölding (bei Wien) hatte sein Schützling Henrike Enders vom LTV 61 soeben die amtierende Europameisterin Nadine Stahlberg sensationell aus dem Wettbewerb befördert. Später landete Henrike Enders auf einem ganz starken achten Platz.

150 Fechterinnen aus 24 Nationen waren in Österreich an den Start gegangen. Nach der Vorrunde, die in 22 Poules mit 18x7 Fechterinnen und 4x6 Fechterinnen ausgetragen wurde, qualifizierten sich 120 Sportlerinnen für die Ausscheidungskämpfe.

Enders startete schlecht: Im ersten Duell setzte es eine 0:5-Pleite gegen die spätere Drittplatzierte. „Das konnte nur besser werden, sie hat alles falsch gemacht“, meinte Mróz. Gut lief es in den Gefechten gegen die Ägypterin Bassant Dinar und die Tschechin Karolina Jankova. Dennoch verlor Enders beide Duelle mit 4:5.

Es folgten drei Siege gegen die Schweizerin Leandra Schibler (5:1), Nora Meszaros aus Ungarn (5:2) und die Italienerin Sara De Salta (5:3). Auf Platz 72 liegend, musste Enders nun gegen die Polin Anna Mroszczak auf die Planche, die sie mit 15:7 bezwang.

In der nächsten Runde traf Enders auf die amtierende Europameisterin und Zweitplatzierte der Deutschen Juniorenrangliste, Nadine Stahlberg (Offenbach). Die Duelle mit der Hessin hatte Enders zuvor stets verloren. So lag die Werdohlerin gegen die Topfavoritin erwartungsgemäß nach einer Minute 1:5 zurück. Doch Enders ließ sich nicht entmutigen, machte Druck und versetzte die Offenbacherin in Bewegung. Dies hatte zur Folge, dass Stahlberg müde wurde und die gefürchteten Fußtreffer nicht mehr setzte. Enders gelang die Überraschung, sie gewann sogar recht souverän mit 15:11.

Im nächsten Duell stand die LTV-Fechterin Benita Marx (ebenfalls aus Offenbach) gegenüber. Marx hatte zuvor zwei 15:6- und 15:8-Erfolge verbucht. Auch gegen die Offenbacherin hatte Enders bislang nie gewonnen. Doch beflügelt vom Triumph aus dem Vorkampf gelang Enders ein 15:11-Sieg und der Einzug ins Achtelfinale.

Gegen die Russin Daniela Khrapina, Zehnte der Weltrangliste und Dritte beim Weltcup in Laupheim, duellierte sie sich um den Platz im Viertelfinale. Enders zeigte ihr ganzes Können, strotzte vor Selbstvertrauen und bezwang ihre Gegnerin überraschend deutlich mit 15:9. Mróz war begeistert: „Da hat sie alles richtig gemacht.“

Mit diesem Coup machte Henrike Enders die erste Viertelfinal-Teilnahme beim dritten Saison-Weltcup perfekt. Auch die Italienerin Roberta Marzani, Drittplatzierte beim Golden-Gate-Weltcup in Kiew und Neunte der Weltrangliste, schien nun nicht mehr unbezwingbar.

Die LTV-Fechterin leistete sich zu Beginn einige Fehler, die ihre Kontrahentin sofort mit Treffern bestrafte. So geriet Enders ins Hintertreffen und versuchte mit hohem Risiko, den Rückstand aufzuholen. Die Trefferjagd blieb jedoch erfolglos, gegen die spätere Turniersiegerin setzte es eine 10:15-Niederlage. Somit verpasste Enders die Medaillen-Ränge und einen Treppchenplatz knapp.

Aufgrund der „schwachen“ Vorrundenergebnisse bedeutete das den achten Gesamtrang, zugleich aber auch den Sprung auf den achten Platz in der Deutschen Juniorenrangliste. Durch ihren Erfolg in Mölding buchte Enders gleich noch das Ticket für den Weltcup am 2. Februar in Göteborg. - mill/ele

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