Klima? Wandeln!

Wer kommt wie zur Mannschaft?

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Tasche gepackt und ab zum Training: Viele Sportler legen teils lange Fahrten mit dem Auto hin, um zu ihrer Mannschaft zu gelangen.

Lüdenscheid – In der Woche fallen mindestens drei Trainingseinheiten an, am Wochenende wird gespielt – der Sport nimmt im Leben der Athleten, die in einem ambitionierten Verein sind, einen hohen Stellenwert ein. Aber oftmals wohnen die Spieler nicht in dem Ort, wo der Verein beheimatet ist. Dies bedeutet viele Fahrten mit dem Auto und eine Menge Kilometer, die zum Teil auch auf der Autobahn zurückgelegt werden müssen, zumal die Sportstätten teils nicht optimal gelegen sind, um sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Inwieweit die einzelnen Spieler und Vereine dennoch darum bemüht sind, möglichst klimafreundlich zu handeln und zu agieren, zeigt der RSV Meinerzhagen. Viele der Spieler bilden Fahrgemeinschaften und sorgen zumindest dafür, dass nicht noch unnötig viele Autos das Klima belasten. Besonders vorbildlich ist in diesem Zusammenhang der Einsatz eines Bullis, der von Vereinsseite für die Spieler aus dem Ruhrgebiet zur Verfügung gestellt wird.

Fahrgemeinschaft von doppeltem Nutzen

Mit Tim Treude, Johannes Focher, Mathieu Bengsch, Alessandro Tomasello, Andreas Spais, Pascal Beilfuß, Can Sakar und Raphael Gräßer ist der Neunsitzer stets gut ausgefüllt. „Der Fahrer wechselt, je nach Laune fährt mal der eine und mal der andere. Wir sind definitiv ein eingespieltes Team“, erzählt Treude, der zumeist „von zu Hause in Dortmund eingesammelt wird“ und die Fahrgemeinschaft selbst auch als sinnvoll erachtet. Es stärkt zudem das Gemeinschaftsgefühl.

 „Die meiste Fahrzeit wird eigentlich gequatscht. Von daher gibt es keinen Auto-Dj“, scherzt der Mittelfeldakteur. Das Klima zu verbessern beziehungsweise achtsam umzugehen ist somit nicht nur für die Umwelt sinnvoll und wichtig, sondern kann auch für das Mannschaftsgefüge von Vorteil sein.

Der Handball-Drittligist SGSH Dragons achtet ebenfalls darauf, dass nicht jeder einzelne Sportler mit dem Auto fahren muss. Als bestes Beispiel dafür dient die „Ruhrpott-Connection“, bestehend aus Lukas Hüller, Tobias Schetters, Julian Borchert, Kai Bekston, Dominik Spannekrebs und Moritz Frenzel, die zusammen in den Nordkreis fahren. „Wenn wir zu sechst fahren, sind wir mit zwei Autos unterwegs. Bei fünf Personen reicht auch ein Auto“, erklärt Hüller, der mit den beiden Essenern Schetters und Borchert die Reise antritt und die drei weiteren SGSH-Spieler einsammelt.

Niederländische Fahrgemeinschaft

Zu Auswärtsbegegnungen treten die Spieler die Fahrt gesammelt mit dem Mannschaftsbus an. „Auch da werden wir an bestimmten Punkten eingesammelt und treffen uns auf einem Parkplatz, wie beispielsweise vor der Auswärtspartie nach Ahlen“, so Hüller.

Beim Inline-Skaterhockeyverein Highlander Lüdenscheid haben die Legionäre aus den Niederlanden eine große Tradition – ob aktuell das Brüderpaar Roy und Maikel Prince oder zu früheren Zeiten Björn Willemse und Danny Kerstholt, aus dem Nachbarland reisten bereits zahlreiche Spieler an, um die Bergstädter in der 1. Liga zu halten – dies gelang zumindest bis zum Abstieg in diesem Jahr.

Zumeist reisten die Spieler in Fahrgemeinschaften bereits freitags an, um noch am Abschlusstraining teilzunehmen und am Wochenende das Punktspiel zu bestreiten. Generell sind bei den Highlandern die wenigsten Spieler in der Bergstadt beheimatet, sodass der Aufwand eine Mannschaft aufzustellen schon ein großer ist – dementsprechend hoch fällt auch der Spritverbrauch aus.

Aus Norddeutschland und selbst aus Dänemark und Finnland streiften sich Akteure das Highlander-Trikot über, allerdings zogen diese nicht ausschließlich wegen der Tätigkeit bei den „Schotten“ nach Deutschland. Anders gelagert war die Thematik bei den Sauerland Steel Bulls, die in ihrem ersten von insgesamt zwei Jahren in der Eliteliga (2017) drei Spieler aus Tschechien ausschließlich für die Spiele in die Bergstadt beorderten. Auch der Starspieler Lukas Fettinger reiste extra aus Augsburg mit dem Zug für die Spiele nach Lüdenscheid – viele Stunden Fahrt für insgesamt 60 Minuten Spielzeit auf dem Parkett. Klimafreundlich ist anders.

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