Dorina Pieper fiebert mit den deutschen Biathleten

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Auf dem Bild der Autogrammkarte ist Dorina Pieper 19 Jahre jung, die Zeit im Biathlon möchte sie nicht missen.

LÜDENSCHEID -  Am 7. Februar steigt in Sotschi die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele. Auch die ehemalige Weltklasse-Biathletin Dorina Pieper wird die Wettbewerbe verfolgen, die Termine sind bereits auf dem Tablet gespeichert. Seit 21 Jahren arbeitet sie als Goldschmiedin in Lüdenscheid.

Von Emanuel Holz

„Wenn ich es einrichten kann, dann verfolge ich das Wintersport-Geschehen am Fernseher“, sagt die Junioren-Weltmeisterin von 1989, die der Biathlon-Szene immer noch freundschaftlich verbunden ist. Zu ihrer Teamkollegin Antje Harvey (damals Misersky), die mittlerweile in den USA lebt, hält sie bis heute Kontakt. Anlässlich der Weltmeisterschaft 2012 in Ruhpolding reiste Pieper nach Bayern und traf dort auf alte Bekannte wie den ehemaligen Bundestrainer Frank Ullrich, der seit zwei Jahren die Langläufer betreut.

Über Jahre war Dorina Pieper, auch mangels Alternative, im Langlauf aktiv: „Doch für mich war klar: Wenn der Biathlon im Verband ausgebaut wird, dann möchte ich das lieber machen.“ Gesagt getan: Über interne Ausscheidungswettkämpfe schaffte es die Bergstädterin als Athletin „der ersten Stunde“ in den Nationalmannschaftskader.

Da steckte der Biathlon allerdings noch in den Kinderschuhen, an eine große TV-Präsenz oder Biathlon-Promis wie Magdalena Neuner war noch nicht zu denken. Auch die Wettkampfstätten, das Material und die Pisten haben sich stark verändert. „Das Stadion in Ruhpolding mit den großen Tribünen erkenne ich kaum noch wieder. Damals standen die Leute auf einem Naturhügel und das war’s“, berichtet Pieper. Auch den „irren Aufwand für Schnee-Doktoren“, die heute für die Qualität der Kunstschnee-Pisten zuständig sind, gab es früher nicht.

1989 wurde Pieper in Ruhpolding Deutsche Meisterin im Einzel über 15 km, im selben Jahr gewann sie bei der Junioren-WM in Voss (Norwegen) Gold in der Staffel, Silber im Mannschaftswettbewerb (den es heute nicht mehr gibt) und Bronze im Sprint. Bei der Damen-WM 1989 in Österreich gab’s Bronze im Mannschaftswettbewerb. „Bei einer WM auf dem Treppchen zu stehen und die Hymne zu hören, das war schon was Besonderes“, erinnert sich Dorina Pieper.

Trotz guter Weltcup-Ergebnisse und dem zweiten Platz in der Europacup-Gesamtwertung (1991/1992) beendete sie 1993 mit 23 Jahren früh ihre Karriere. „Ich bin von 1986 bis 1993 durch die Weltgeschichte rumgeturnt, habe viel Zeit in Hotels und auf der Autobahn zugebracht. Für mich war die Zeit gekommen“, begründet sie den Schritt. „Ich dachte zwar, dass ich das irgendwann bereuen werde, aber das habe ich nie.“

Bis heute steht sie auf Skiern, meistens aber auf Alpine-Ski, bei Neuschnee an der Nordhelle ist Pieper auf Langlauf-Brettern unterwegs. Den deutschen Biathleten hält sie mit Zuversicht die Daumen: „Es hat bisher noch keine WM oder Olympische Spiele ohne deutsche Medaille gegeben.“

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