Handball, Landesliga-Splitter

TS Evingsen siegt, HSG Lüdenscheid baut Negativbilanz aus

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Robin Plischka (hier gegen Schliepkorte udn Scholl) war für die HSG Lüdenscheid bei der enttäuschenden Vorstellung am Volmewehr dreimal in seinen kurzen Einsatzzeiten erfolgreich, bevor er sich in der Schlussphase am rechten Knie verletzte.

TS Evingsen – HVE Villigst-Ergste 37:35 (22:21):Das vorletzte Heimspiel der TS Evingsen, es wurde am Samstag zu einer blau-weißen Party. Mit einer bemerkenswerten Energieleistung bezwang die Turnerschaft den Tabellenzweiten HVE Villigst-Ergste mit 37:35 (22:21) und machte mit dem vierten Sieg in Folge einen Riesenschritt in Richtung Landesliga-Klassenerhalt.

Weil der Letmather TV gegen die TG Voerde leer ausging, wuchs der Evingser Vorsprung auf den Mitaufsteiger und damit auf den direkten Abstiegsplatz vor den zwei letzten Spieltagen auf vier Punkte an. Entwarnung gibt es für die TSE trotz des Sprungs auf Rang neun gleichwohl noch nicht, da die DJK Bösperde ihr Heimspiel gegen die HSG Schwert/Westhofen gewann und weiter zwei Punkte hinter der Schmoll-Sieben auf Relegationsrang zwölf steht. Kampfbereitschaft, Leidenschaft, Wille – alles, was man von einer Mannschaft im Abstiegskampf erwarten darf, brachten die Burgstädter gegen den Vizemeister auf die Platte.

Hervorragende TSE-Angriffsleistung

Vor allem die Angriffsleistung der TSE gegen die offensiv verteidigenden Gäste war hervorragend und letztlich auch der Schlüssel für diesen Coup. Angeführt vom starken Sebastian Lohmann gingen die Hausherren im ersten Durchgang das hohe Tempo der Schwerter Vorstädter mit und begegneten dem Favoriten von Beginn an auf Augenhöhe. 6:6 (9.), 10:10 (14.) und 16:16 (22.) waren die Zwischenstände in einer ersten Halbzeit, in der beide Teams in der Abwehr kaum Zugriff fanden. Nach dem Seitenwechsel packten beide Deckungsverbünde zwar energischer zu, die Partie glich dennoch weiterhin einem Schlagabtausch.

Über 25:25 (42.) und 27:27 (46.) steuerte das Duell der Crunchtime entgegen, in der die Evingser nach dem 27:28-Rückstand einen furiosen und letztlich entscheidenden Zwischensprint hinlegten, der freilich von Ballverlusten und Fehlwürfen der Gäste begünstigt war. Sebastian Lohmann mit drei, Kreisläufer Csunderlik mit zwei und de Liello mit einem Treffer machten – beflügelt vom lautstarken Anhang – binnen sechs Minuten aus dem 27:28 ein 33:28 (55.). Die Gäste gingen danach volles Risiko und kamen bis auf 35:33 (58.) heran, Wizy und Csunderlik machten mit einem Doppelschlag dann aber alles klar und verwandelten die Sauerlandhalle endgültig in einen Hexenkessel.

TuS Volmetal II – HSG Lüdenscheid 37:25 (20:13):Evingsen vorbeigezogen, Bösperde bis auf einen Punkt heran, die Talfahrt mit dem 25:37 (13:20) beim TuS Volmetal II fortgesetzt und die Negativbilanz auf 1:17 Zähler ausgebaut – dennoch sind die Hoffnungen der HSG Lüdenscheid auf den Ligaverbleib sogar ein bisschen größer geworden, weil die TG Voerde Letmathes Heimerfolgsserie stoppte und der Vorsprung der HSG auf den Vorletzten vor den letzten beiden Saisonspieltagen weiter drei Punkte beträgt.

Unterm Strich war’s am Samstag ein sportlicher Offenbarungseid der HSG am Volmewehr: Auch Trainer Ziel konstatierte frustriert: „Diese Leistung war nicht ligareif.“ Und zwar nicht nur sportlich. Als sich nämlich Robin Plischka in der Schlussphase am Knie verletzte, hatte die HSG nicht einmal Eis für erste Schmerzlinderung vor Ort, Volmetal-Coach Tim Schneider bewies Größe, eilte aufs Feld und versorgte den Bergstädter Rückraumspieler mit einem Coolpack und kassierte viel Applaus auch vom HSG-Fanblock. Es passte ins Bild eines völlig gebrauchten Tages.

Einbruch nach zehn Minuten

Nur die ersten zehn Minuten verliefen so, wie es sich die Gäste gegen Volmetals „Tempomaschinen“ vorgestellt hatten: 4:4 hieß es, doch eine frühe Auszeit der Gastgeber stellte die Weichen für den fast schon normalen (zuletzt war drei Mal in Folge am Wehr kein Land in Sicht) Kantersieg der Volmetaler: Der HSG-Rückraum wurde noch offensiver und aggressiver mit dem drittligaerfahrenen Schliepkorte auf der Spitze angegangen, die HSGer „vergaßen“ ihre Vorgaben, schossen reihenweise auch nach klarsten Chancen den ohnehin starken Nöckel regelrecht warm und öffneten nicht nur im Tempowirbel der Hausherren defensiv mit ganz schwacher Vorstellung Tor und Tür: Sie bekamen Schliepkorte nie in den Griff, kassierten aber auch von Außen zu viele Gegentore.

 Beim 12:5 (20.) drohte den Gästen das totale Debakel. Immerhin, kämpferisch ließ sich die HSG, bei der Plate (Unwohlsein) nach der Pause auf der Bank blieb, nicht hängen. Beckmann, Mühlbauer und Plischka setzten offensiv Akzente, aber trotz berechtigter Kritik am Schiriduo kamen die Gäste sportlich nie für mehr als die Rolle des Punktlieferanten in Frage.

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