TS Evingsen: Ritt auf der Rasierklinge

+
Trainer Sascha Schmoll (links) und seine drei Neuen: Yannik Freiwald, Marvin Richter und Nora Krämer, die in der neuen Spielzeit als Physiotherapeutin das TSE-Landesliga-Team unterstützen wird.

Altena – Gut sechs Wochen hat die handballfreie Zeit für die Landesliga-Handballer der TS Evingsen gedauert. Gut sechs Wochen nach der dramatischen Rettung am letzten Liga-Wochenende läuft auf ein Neues das Projekt Klassenerhalt.

Seit Mittwochabend schwitzen die TSE-Cracks dafür. Dass der Auftakt auf einen der heißesten Juni-Tage der Geschichte fiel – es scheint ganz gut zu passen zur Mammut-Aufgabe, die im „schweren zweiten Jahr“ vor den Burgstädtern liegt.

„Die Liga ist stärker geworden, wir eher nicht“, sagt Trainer Sascha Schmoll, der seinen Schützlingen am Mittwochabend den Auftaktlauf auf den Wixberg ersparte. „Eigentlich gehört das zum Start dazu“, sagte Schmoll nach der ersten Einheit, „aber bei den Temperaturen…“

Zur ersten Einheit war der Kader, der ohnehin nur 14 Akteure zählt, nicht komplett, wohl aber waren die beiden Zugänge Marvin Richter und Yannik Freiwald dabei. Richter, ein stämmiger Kreisläufer, kommt aus Wellinghofen, ist aber eigentlich Altenaer, der nur zum Studium in Dortmund weilte und Handball spielte. Freiwald kennt Schmoll schon aus seiner Zeit als Trainer beim VfK Iserlohn, zuletzt spielte der für den Rückraum eingeplante Neue beim TV Lössel II. Wenn man so möchte, ist auch Marc Rohrsen ein halber Neuzugang: Er hat wegen seines Hausbaus ein Jahr lang eine Handballpause eingelegt und kommt Schmoll als Rückraum-Alternative nun gerade recht.

Es sind indes nicht die Namen, die die Konkurrenz aufhorchen lassen. Auf der anderen hat die TSE eine Reihe von Spielern verloren, darunter mit David Wizy (Lüdenscheid) und Benny Hell (Karriereende) zwei der drei besten Werfer. Und zuletzt auch noch Oliver DeLiello. Der Routinier will nun doch nicht mehr. Für die TSE, die gerne noch mehr neue Gesichter präsentiert hätte, bitter.

„Es wird ein Ritt auf der Rasierklinge. Wenn man überlegt, wie schwer schon die letzte Saison war…“, sagt Schmoll, „da waren wir breiter und qualitativ besser aufgestellt. Nun kommt ein starker Neuling wie Ruhrtal dazu, starke Absteiger mit Werdohl und Halingen.“ Schmoll hält inne. Wenn er die Fakten so nüchtern aufführt, dürfen Sorgen erlaubt sein. Schmoll aber sagt: „Wir nehmen es sportlich, müssen daraus eine Tugend machen, noch mehr zusammenkämpfen, zusammenrücken – es geht um das Wir-Gefühl.“

Schmoll weiß, dass nichts passieren darf. Jeder Verletzte kann ein Verletzter zu viel sein. Der Coach möchte die Dinge nun spielerischer lösen, und er sieht Abwehr und Torwart im Zusammenspiel als eine der stärksten Einheiten, damit wird die TSE wuchern müssen. „Das Ziel ist es, drei Mannschaften hinter uns zu lassen“, sagt Schmoll.

Dafür wird nun bis zum Beginn der Sommerferien hart gearbeitet, und dann wieder ab der zweiten Ferienhälfte. Schon in der ersten Phase bittet der Coach sein Team zu drei Testspielen, allesamt auswärts. Am Sonntagabend um 18 Uhr gastiert die TSE beim Landesliga-Aufsteiger in Castrop-Rauxel, am 7. Juli dann beim Landesliga-Absteiger TuS Wellinghofen (16 Uhr) und am 16. Juli beim TV Lössel II (20 Uhr). Und vor dem ersten Aufgalopp gibt es am Samstag die erste Teambuilding-Maßnahme bei den Highland-Games des Evingser Schützenvereins.

Alles, was zusammenschweißt, hilft dieser Tage. Die Trumpfkarte Teamgeist soll die Trümpfe der anderen ausstechen ab Anfang September. Eine größere Hoffnung gibt es nicht am Pragpaul.

Der Kader - Tor: Pascal Hoinka, Martin Gerstberger, Dennis Kranz - Feldspieler: Peter Spelsberg, Michael Brüggendieck, Sebastian Lohmann, Marc Rohrsen, Tamas Kiss, Robert Csunderlik, Christian Lohmann, Yannik Freiwald, Marius Dragila, Felix Ciesielski, Marvin Richter, Christian Becker

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare