Fußball-Bezirksligen

Spitzenspiel und weitere große Herausforderungen

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Andy Schneider (rechts) will mit den Rot-Weißen auch im Spitzenspiel gegen Geisecke auf Erfolgskurs bleiben.

Südwestfalen - In Plettenberg träumt der sieglose TuS davon, dass der Knoten endlich platzen wird, in Kierspe will der KSC nach den Spitzenspielen auch die "Alltagsaufgaben" lösen, der TuS Neuenrade liebäugelt gegen den Co-Tabellenführer mit einer Überraschung und in Lüdenscheid möchte Rot-Weiß seine Erfolgsserie als Tabellenzweiter auch im Spitzenspiel gegen den Rangdritten unbedingt fortsetzen, um die Aufstiegshoffnungen auf höchster Flamme zu halten.   

SC LWL 05 – TuS Plettenberg (Sonntag, 14.30 Uhr, Sportplatz Weltringhausen): Die Probleme des TuS sind auch nach elf Spieltagen weiterhin offensichtlich: Die Mannschaft erzielt einfach viel zu wenig Tore. „Irgendwann muss der Knoten platzen“, sagt Trainer Uwe Helmes und hofft, dass seine Elf vielleicht schon am Sonntag gegen Listernohl/Windhausen/Lichtringhausen Torerfolge und Punkte mitnehmen kann. Um das Spiel nach vorne zu verbessern, versucht Helmes seinen Schützlingen im Training das nötige Selbstbewusstsein zu vermitteln. „Die Jungs hauen im Training die Dinger da rein, das ist eine wahre Pracht“, sagt Helmes, „aber wenn es sonntags auf den Platz geht, hängen die Köpfe nach unten. Das kann doch nicht sein.“

Die Spieler, um Tore zu erzielen, seien doch da. Vincent Schlotmann, Fadi Mrida, Volkan Karadag – sie alle haben schon bewiesen, wie torgefährlich sie sein können. Gerne erinnert sich Helmes an seine letzte Amtszeit beim TuS zurück, als das Trio in 2 Jahren 45 Tore beisteuerte. Und jetzt? Steht die ganze Mannschaft gerade einmal bei 4 Treffern. Es muss sich etwas ändern. Helmes will seinen Teil dazu beitragen. Womöglich, so kündigte er an, will er die Mannschaft gegen den SC LWL offensiver aufstellen, „vielleicht mit zwei Spitzen im 4-4-2 oder 3-5-1“, sagt Helmes. „Wir werden jedenfalls alles probieren.“

Optimistisch stimmt den Trainer, dass ihm für Sonntag alle Spieler zur Verfügung stehen. Und dass die Abwehr ihre Arbeit immer besser macht. Gegen Niederschelden hat der Coach letzte Woche trotz der 0:2-Niederlage eine vernünftige Defensivarbeit gesehen. Aber er sagt auch ganz klar, warum er nun offensiver agieren will. „Wir können uns nicht immer nur hinten rein stellen, wenn wir Spiele gewinnen wollen.“ Ob die potentiell offensivere Ausrichtung gegen den SC LWL Früchte tragen wird – es bleibt abzuwarten. Den Gegner schätzt Helmes jedenfalls als „richtig gute Mannschaft“ an, die in der Tabelle ein bisschen hinten dran sei.

„Eigentlich gehört der SC LWL weiter nach oben“, findet Helmes, der dem Gegner seine Stärken vor allem in der Offensive attestiert, auch wenn die zuletzt beim 0:1 gegen Fortuna Freudenberg nicht zum Zug gekommen ist. Was den Plettenbergern Mut machen könnte: Der Gegner strotzt nach drei sieglosen Spielen in Folge auch nicht gerade vor Selbstvertrauen.

Kiersper SC – RW Hünsborn II (Sonntag, 14.30 Uhr, Kunstrasen Felderhof):  In den Duellen mit der Konkurrenz aus dem Vorderfeld hat sich der KSC gut geschlagen – auch wenn die vor zwei Wochen erlittene 1:3-Niederlage gegen Salchendorf schmerzte. Die bis zur Winterpause noch verbleibenden Partien bilden für den Tabellenzweiten nun gewissermaßen das Kontrastprogramm zu den Topspiel-Wochen: Gegner sind ausnahmslos Mannschaften aus der unteren Hälfte des Klassements. Den Anfang machte bereits vor Wochenfrist der 1. FC Türk Geisweid, jetzt kommt mit Hünsborn II ein weiterer Aufsteiger zum Felderhof.

Worum es dabei geht, liegt auf der Hand: „Wir spielen zu Hause, wir wollen gewinnen“, sagt KSC-Trainer Marco Carbotta. Der Gast aus Wenden schaffte es im Mai als souveräner Meister der Olper Kreisliga A in die Bezirksliga, wo für ihn der Klassenerhalt das Maß der Dinge sein dürfte. Als aktueller Zwölfter liegt die RWH-Reserve im Soll, und die jüngste 0:4-Niederlage in Attendorn sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hünsborner in den Wochen zuvor fleißig gepunktet haben: Acht ihrer bislang neun Zähler holten sie in den vier Spielen vor jenem in der Hansestadt.

Viel Zeit, sich dem Gegner zu widmen, blieb Marco Carbotta in den vergangenen Tagen allerdings nicht. Dies deshalb, weil er vor allem damit beschäftigt war, für Sonntag eine schlagkräftige Truppe zusammenzubasteln. Ein Spieler-Quartett fällt nämlich nach wie vor verletzungsbedingt aus, und fehlen werden morgen auch noch Rafet Batgün und Özgür Muti. Schlimmstenfalls – dann nämlich, wenn auch die stark angeschlagenen Timo Eick und Mohamed Chamkha passen müssten – hätte sich die Zahl der Feldspieler gar auf zehn reduzieren können. Gelindert wird die Personalnot nun aber dadurch, dass mit Jonas Rempel, Giovanni Pelusi, Alessio Greco und Felix Krenz gleich vier A-Jugendliche hinzustoßen werden. Außerdem wird Phillip Plachta wieder die Schuhe für den KSC schnüren – zumindest bis zur Winterpause. Damit, dass man angesichts einer nicht eingespielten Formation Abstriche in der B-Note wird hinnehmen müssen, ficht Marco Carbotta übrigens nicht an. „Das Spielerische wird wahrscheinlich etwas wegfallen, aber dann müssen wir eben verstärkt auf andere Dinge eingehen“, stellt er pragmatisch fest. So wie vor sechs Tagen in Geisweid: Da erzielte der KSC drei seiner vier Tore nach Standardsituationen.

TuS Neuenrade – FC Arpe-Wormbach (Sonntag, 14.30 Uhr, Waldstadion):  Zwei – keineswegs notwendige – Niederlagen in Folge, und schon ist der Blick von Bezirksligaaufsteiger TuS Neuenrade wieder intensiver nach unten gerichtet als er laut Trainer Abi Ouhbi ohnehin immer war. Auf vier Zähler ist zuvor der komfortable Vorsprung der Hönnestädter auf den ersten Abstiegsplatz zusammengeschmolzen.

„Aber wir haben auch vorher eher nach unten denn nach oben geschaut“, backt der Coach kleine Brötchen vor dem Gastspiel des „Co-Tabellenführers“. Ausgerechnet jetzt gegen den ehrgeizigen Mit-Spitzenreiter – Ouhbi weiß, dass er mit seiner Mannschaft ganz dicke Bretter wird bohren müssen, wollen die Hausherren am Ende der gut 90 Minuten nicht mit leeren Händen dastehen.

Andererseits aber sieht der Trainerroutinier die Aufgabe auch recht gelassen: „Das ist doch eines unserer leichteren Spiele. Denn der FC ist klarer Favorit, wir können nur positiv überraschen, und es ist auch nicht schwierig, die Mannschaft zu motivieren. Da reicht es allein, den Spielern die Tabelle zu zeigen. Dazu haben wir ein Heimspiel vor der Brust, da werfen alle Akteure ihre Kräfte hundertprozentig in die Waagschale.“

Und mit Willen und Leidenschaft lassen sich auch mal Berge versetzen, und darauf baut der Coach auch mit Blick auf Sonntag: „Ich würde gerne mit meinem Team überraschend jenen Punkt holen, den wir sowohl in Serkenrode als auch gegen Hüingsen etwas leichtfertig verschenkt haben.“ Wobei Ouhbi natürlich erst recht nichts gegen einen Dreier einzuwenden hätte, aber er hat auch großen Respekt vor der Qualität der Gäste: „Die bislang beste Abwehr, dazu der drittgefährlichste Angriff, das spricht für sich.“

Der TuS geht nicht sorgenfrei in die Partie, muss neben den langzeitverletzten Danis und Schmidt auch auf Latifi verzichten, dessen gegen Hüingsen erlittene Verletzung sich letztlich wohl als Mittelfußbruch entpuppt hat. Zudem fehlt der gelb-rot gesperrte Ugur Öztürk und steht noch ein großes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Abwehrchef Kele (Leistenprobleme), „aber da habe ich meine Hoffnungen noch nicht aufgegeben“, sagt Ouhbi, ist aber froh, dass womöglich Ufuk Öztürk ins Aufgebot zurückkehrt.

RW Lüdenscheid – Geisecker SV (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg-Kunstrasen):Der mit SC Berchum/Garenfeld punktgleiche und noch ungeschlagene Tabellenzweite (30 Zähler) erwartet den Rangdritten  (29), die drittbeste Heimmannschaft trifft auf das beste, in der Fremde noch nicht besiegte Auswärtsteam – mehr Spitzenspiel geht kaum, wenn sich beide Vertretungen gegenüberstehen. 

Dass der Gast aus dem Schwerter Ortsteil eine derart gute Rolle spielt, kommt indes schon ein wenig überraschend. In der Vorsaison dümpelten die Wotzlawski-Schützlinge lange Zeit in unteren Regionen herum, schoben sich dann mit der fünftbesten Rückrunden-Bilanz immerhin noch auf Rang neun vor.

„Personell hat sich da so viel gar nicht getan, von daher habe auch ich sie nicht wirklich auf dem Schirm gehabt. Wer aber nach immerhin zwölf Spielen 29 Punkte auf dem Konto hat, muss viel richtig machen“, stellt sich auch RWL-Trainer Martin Rost auf einen engeren Verlauf als in der Vorsaison ein, denn da behielt seine Mannschaft gleich zweimal mit 5:1 die Oberhand.

Den gestrigen Feiertag nutzte der Übungsleiter dazu, sich das letztwöchige GSV-Spiel im Derby gegen den VfL Schwerte (1:1) über das Videoportal „soccerwatch tv“ reinzuziehen, die daraus gewonnenen Erkenntnisse („Das waren schon einige“) wollte er aber für sich behalten.

Insgesamt ist die Stimmungslage am Nattenberg – wen wundert es nach dem bisherigen Saisonverlauf – ohnehin eine positive. „In Gevelsberg war zwar nicht alles gut, letztlich aber haben wir auch dieses unangenehme Spiel auf Naturrasen gewonnen und am Donnerstag ist es auch nach meinen Vorstellungen gelaufen“, blickt Rost noch einmal kurz auf das Pokalspiel beim SC Plettenberg zurück. Eine gute erste Halbzeit, nach der angesichts eines 3:0 eigentlich schon alles gelaufen war, sodass er schon frühzeitig dem ein oder anderen eine schöpferische Pause gönnen konnte, keine Verletzten – das alles sorgte für Zufriedenheit beim Trainer, der auch keinerlei Sorgen hat, dass dieses Match im Hinblick auf Sonntag zu viele Körner gekostet hat: „Der Kader ist mit insgesamt 17 Spielern auch in der Breite wieder richtig gut aufgestellt, sodass ich reichlich Optionen habe. Wir wollen ordentlich Dampf machen, und wenn dann so ein Ergebnis und auch gute Leistung wie im Spitzenspiel vor 14 Tagen gegen Türkiyemspor Hagen herauskommt, können wir alle zufrieden sein.“ 

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