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Erste Heimniederlage für die SGSH gegen starken Gast aus Nordhessen

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Von: Thomas Machatzke

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Kreisläufer beim Handball
Erste Heimniederlage mit den Dragons: Philipp Dommermuth. © Thomas Machatzke

Während sich das Topduo der 3. Liga D - der TuS Opladen (38:34 im Topspiel gegen Gummersbach II) und die HSG Krefeld (37:27 in Menden) - schadlos hielt, ließ der Tabellendritte SGSH Dragons am Samstagabend Federn. Gegen den GSV Eintracht Baunatal setzte es beim 31:36 (16:18) die erste Heimniederlage der Saison. 

Schalksmühle - Vor nur 180 Zuschauern am Schalksmühler Löh suchte das Team von Trainer Mark Schmetz 60 Minuten ohne Erfolg nach einem Defensivrezept gegen einen Gast, der über die komplette Spieldauer eine „unvorstellbare Quote“ (O-Ton Gästecoach Dennis Weinrich) fuhr. „Hätten wir nicht noch drei Siebenmeter verworfen, wären wir an der 40-Tore-Marke gewesen“, stellte Weinrich begeistert fest.

Tatsächlich hatte der Gast ein richtig gutes Spiel gemacht am Löh, sein wahrscheinlich bestes in dieser Saison (O-Ton Weinrich). Doch die SGSH hatte zwei Wochen nach dem so starken Auftritt gegen Krefeld ohne Diehl (neuerliche Achillessehnenbeschwerden) und König (Schulterprobleme) eben auch selbst nicht das aufs Parkett gebracht, was man sich vorgenommen hatte.

„Wir haben diesmal zur Hälfte gegen einen starken Gegner verloren, zur anderen Hälfte aber auch gegen uns selbst“, stellte Mark Schmetz fest und war gar nicht einverstanden damit, wie sein Team die taktischen Vorgaben in der Defensive umgesetzt hatte. „ Es hat taktische Disziplin gefehlt. Wir haben gewusst, was auf uns zukommt“, haderte Schmetz, „und haben es trotzdem zugelassen.“

Erste Heimniederlage für die SGSH Dragons gegen starken Gast aus Nordhessen

Zum Beispiel gegen einen Gegner mit hohem Spieltempo immer wieder gefährliche Schlagwürfe aus dem Rückraum. Egal ob Marvin Gabriel oder Fynn Reinhardt - wenn sich eine Chance bot, wurde nicht lange gefackelt. Und Chancen boten sich zuhauf, weil der SGSH-Innenblock mit Dommermuth und Hecker diesmal kaum einmal die richtige Distanz fand zu den Schützen - und dahinter sah auch Ante Vukas nicht gut aus, bekam kaum eine Hand an den Ball. 

Nur einen Wurf parierte der Kroate in der Startphase: Nach 5:54 Minuten einen Siebenmeter von Kevin Trogisch - und zwar mit dem Kopf. Ein glatter Knock-out-Treffer, nach dem die umsichtig leitenden Falko Pühler und Tobias Marx Trogisch direkt die Rote Karte zeigten. Ein Rückschlag für den Gast, der gut gestartet war (2:4, 6.) und fortan ohne Linkshänder im Rückraum auskommen musste. Doch die Eintracht steckte den Rückschlag glänzend weg.

Torwart liegt nach Kopftreffer am Boden
Kopftreffer, Rote Karte: Ante Vukas konnte bald weitermachen, für Kevin Trogisch, der Vukas ausgeknockt hatte, war das Spiel nach sechs Minuten vorbei. © Thomas Machatzke

Weil bis zum 8:11 (15.) defensiv weiter fast gar nichts klappte, brachte Mark Schmetz nach einer Auszeit Youngster Tjark Döscher für Ante Vukas und beorderte Linus Michel auf die vorgezogene Abwehrposition, verbunden mit der Umstellung auf ein 5:1-Format. So gelang es kurzfristig, Sand ins GSV-Angriffsgetriebe zu streuen. Bis zum 13:13 (23.). Dann nahm auch Weinrich eine Auszeit und agierte fortan mit dem siebten Feldspieler. Die SGSH musste zurück ins 6:0-System, damit kehrten auch die Probleme zurück. Zur Pause führte der Gast, der nun häufig über die treffsicheren Außen Geßner und Fitozovic zum Abschluss kam, verdient 18:16.

Auch nach dem Wechsel war der GSV das präsentere, im Zweifel wachere Team, legte schnell ein 20:16 vor, bald ein 24:19 (39.). Vorne feierte nun bei der SGSH David Bleckmann sein Comeback und kam zu ersten Torerfolgen nach mehr als einem Jahr Pflichtspielpause. Und als es begann, etwas zu haken, nahm vorne bald Christopher Klasmann die Dinge in die Hand. Er schaute den Gegner aus, kam so leicht zu Toren, traf am Ende zweistellig. So stark die Eintracht im Angriff auftrat, so durchwachsen war ihr Defensivauftritt.

Handballer beim Wurf
Erste Tore nach mehr als einem Jahr ohne Pflichtspiel: David Bleckmann. © Thomas Machatzke

Die SGSH aber wusste daraus kaum Kapital zu schlagen, weil sie selbst hinten weiterhin - auch nach personellen Wechseln (Perey für Dommermuth, Gipperich für Hecker) - ein trübes Bild abgab. Der Vorsprung der Gäste pendelte sich bei sechs bis sieben Toren ein. Als Moritz Frenzel dann noch einmal auf vier Tore verkürzte (29:33, 54.), da keimte ein bisschen Hoffnung auf. Doch es reichte nicht einmal mehr annähernd für eine Wende. Im Gegenteil. Am Ende zogen die Nordhessen dank der finalen Siebenmetertore von Gabriel noch auf 31:36 davon. „Absolut verdient“, gestand Mark Schmetz ein - und ärgerte sich doch über einen Abend, den er sich ganz anders vorgestellt hatte.

Beste SGSH-Werfer: Klasmann (10), Schetters (7/4), Frenzel (6) - beste GSV-Werfer: Fitozovic (8/1), F. Reinhardt (7), Gabriel (7/2), Geßner (7/2)

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