Aufbauende Glückwünsche für Alexandra Esser

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Die Anstrengung ist ihr ins Gesicht geschrieben, doch für den erhofften Finaleinzug bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock reichte es nicht ganz. Dennoch darf Alexandra Esser stolz auf ihren erreichten neunten Platz sein.

WIBLINGWERDE -  Kurz nach dem Wettkampf war die Enttäuschung erst einmal riesengroß: Um gerade einmal zehn Zentimeter hatte Alexandra Esser bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften der Leichtathleten in Rostock den Einzug ins Finale des Kugelstoßwettbewerbs verpasst.

Beim Verlassen des Stadions realisierte die 16-Jährige dann aber, dass sie Großartiges geleistet hatte. Sie hatte in der Altersklasse weibliche Jugend U18 bei ihrer DM-Premiere einen hervorragenden neunten Platz unter 18 Teilnehmerinnen belegt.

Als dann die vielen Glückwünsche über Facebook eintrafen, war die Enttäuschung endgültig verflogen. „Das baut auf“, freute sich Mutter Anja Esser mit ihrer Tochter. Zusammen mit ihrem Mann Guido und Trainerin Gertraud Rüsch hatte sie Alexandra nach Rostock begleitet und dort wurde die junge Athletin des TV Wiblingwerde dann noch von zwei weiteren „Fans“ überrascht. Uwe Rath, Leichtathletik-Senior in Reihen des TVW, machte mit seiner Frau Urlaub in Wismar und ließ es sich nicht nehmen, das große TVW-Talent bei einem Abstecher nach Rostock anzufeuern. Und Unterstützung konnte die Lüdenscheiderin auch gut gebrauchen, denn mit Betreten des Stadions am Freitag war ihre Nervosität doch spürbar. „Wir sind am Donnerstag hochgefahren, dann hat sich Alexandra das Stadion angeschaut, um sich einzugewöhnen. In Warnemünde haben wir schließlich noch das Meer genossen und uns abgekühlt – da war sie wirklich noch sehr entspannt. Die Freude hat einfach überwogen, sie hat sich wirklich sehr auf die Teilnahme gefreut“, erzählt Anja Esser.

Vor einer gut gefüllten Tribüne stand dann am Freitagmittag in glühender Hitze und bei hoher Luftfeuchtigkeit der Wettkampf auf dem Programm, zeitgleich liefen Wettbewerbe im Speerwurf und Hürdenlauf. Um sich an die Temperaturen zu gewöhnen hatte Alexandra Esser zuhause nach den üblichen vier Einheiten pro Woche noch zwei Extra-Trainingseinheiten am Montag und Dienstag in der Mittagszeit eingelegt, ehe ab Mittwoch Regeneration angesagt war. Das Wetter kam ihr dann in Rostock allerdings gar nicht gelegen. „Damit kommt sie nicht gut klar. Sie kann besser im Regen stoßen, als bei so einer Wahnsinns-Hitze“, sagt Mutter Anja. Die große Konkurrenz tat ihr übriges – da war die Nervosität der 16-jährigen DM-Debütantin nur allzu verständlich.

Mit 14,73 Meter blieb Alexandra Esser schließlich acht Zentimeter unter ihrer Bestleistung, hat sich aber dennoch toll geschlagen, auch wenn sie ihr eigenes, ganz großes Ziel, den Endkampf, am Ende doch verfehlt hat. Allerdings blieben einige Athletinnen, auch aus Westfalen, in den verschiedenen Disziplinen sogar gänzlich ohne gültigen Versuch, was zeigt, dass die Nerven in so einem besonderen Wettkampf doch eine ganz wichtige Rolle spielen. Und die anfängliche Enttäuschung Essers wäre wohl auch nicht so groß gewesen, wenn sie nicht gewusst hätte, dass sie die Leistung, die fürs Finale nötig gewesen wäre, drauf hat. Im Training hat sie nämlich die 15-Meter-Marke schon geknackt. Bei ihrer Technik und ihrer Schnelligkeit hat sie aber nach wie vor noch Reserven, auch das Angleiten bereitet noch ein paar Probleme. Zudem ist ihr Körperbau doch auffallend zierlich im Vergleich zu einer Anika Nehls (SC Neubrandenburg), die mit 17,73 Meter Deutsche Jugendmeisterin wurde.

Sonntag zum Werfertag nach Frankenberg

Doch Alexandra Esser will weiter hart an sich arbeiten und gönnt sich deshalb auch nach der DM keine Pause. Am Sonntag startet sie bei der Frankenberger Werfergala in Hessen. Und vielleicht gelingt es ihr ja dort, bei erneut großer Konkurrenz, die zu erwarten ist, die 15 Meter endlich in einem Wettkampf zu stoßen...

Britta Kaufmann

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