Emotionale Achterbahnfahrt

Foto: Schwarze

Werdohl – Die Abschlussvorstellung der Landesliga-Saison hatte es in sich: Im Aufstiegskampf ging es im wahrsten Sinne des Wortes um die Wurst. Die SG Finnentrop/Bamenohl, von einem örtlichen Fleischhersteller unterstützter Club, setzte sich in einem dramatischen Finale im Fernduell gegen Borussia Dröschede durch.

Und die Kicker der FSV Werdohl waren mittendrin, schienen auf dem Graf-Adolf-Sportplatz in Bamenohl sogar zum Spielverderber der SG werden zu können. Vor rund 800 Zuschauern ging es hoch her.

„Die Atmosphäre war schon besonders. Die Mannschaft hat diese Kulisse in positive Energie umgesetzt und sich sportlich top präsentiert“, sagte Werdohls Sportlicher Carsten Minker. Tatsächlich dürfte es Teams geben, die weniger Engagement an den Tag legen, wenn es für sie im Abschlussspiel der Saison nur noch um die Goldene Ananas und für die andere Mannschaft hingegen um den sportlich größten Erfolg der Vereinsgeschichte geht. Die FSV-Spieler hielten vehement dagegen, wollten ihrem Trainer Alen Terzic, früher Trainer bei Borussia Dröschede und dementsprechend leichte Aufstiegssympathien für die Kicker von der Emst hegend, ein fußballerisches Abschiedsgeschenk machen.

Auch wenn letztlich die Schleife fehlte, fasste der scheidende Coach die sportliche Leistung als Präsent auf und sprach im Anschluss an die Partie von „echter Charakterstärke“, die sein Team gezeigt hätte. „Die Jungs haben hier leidenschaftlich Fußball gespielt und sich nicht aufgegeben, sind nach dem 0:2-Rückstand noch einmal in die Partie zurückgekommen. Das war richtig gut“, sagte Trainer Terzic. Auch wenn er seinem ehemaligen Club insgeheim etwas mehr die Daumen gedrückt haben dürfte, zeigte der A-Lizenzinhaber großen Respekt vor den Gewinnern: „Finnentrop/Bamenohl hat sich diesen Erfolg verdient. Die Mannschaft hat gezeigt, was möglich ist, wenn man sich geschlossen im Kollektiv präsentiert und über einige Ausnahmespieler für diese Liga wie Tim und Mike Schrage oder Phillip Hennes verfügt.“

Torjäger Tim Schrage war es auch, der zehn Minuten vor dem Abpfiff wieder für beste Stimmung im weiten Stadionrund sorgte, als er den 3:2- Siegtreffer markierte. Es war die Krönung einer emotionalen Achterbahnfahrt, die über eine 2:0-Führung mit gefühlter Westfalenliga über das zwischenzeitliche 2:2 wieder in die Landesliga geführt hatte. „Wir sind einfach nur überglücklich. Keiner hatte uns vor der Saison in Sachen Aufstieg auf dem Zettel. Wir uns auch nicht“, beschrieb SG-Trainer Frank Rottstock die Sensation anlässlich der es natürlich auch Aufstiegs-T-Shirts gab. Anstelle eines branchenüblichen Slogans sah das SG-Design die Silhouette der Aufsteigerstadt mit der Unterschrift „Bamenohler Jungs“ vor. Der kleine Sauerland-Schattenriss wird sich in der kommenden Saison im Umfeld der Dortmunder Vorlage (die mit dem Fernsehturm) in der Westfalenliga zeigen.

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