Eishockey

Gerüchte um O’Leary und Freude übers „Secondary Scoring“

Eishockey Krefeld Pinguine - Iserlohn Roosters
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Am Mittwoch in Krefeld stimmte die Einstellung bei den Roosters, mit denen nicht leicht Kirschenessen war. Auch gegen Köln wollen die Iserlohner die Partie hochmotiviert angehen und einen Sieg einfahren.

Iserlohn – Man konnte die Freude im Gesicht von Marko Friedrich bis unter die Krefelder Hallendecke der Yayla-Arena erkennen. Ein Stein maximal vorstellbarer Größe war dem Roosters-Stürmer vom Herzen gefallen, als er nach rund 15 Monaten ausgerechnet gegen das Team getroffen hatte, gegen das er auch sein letztes Tor verbucht hatte, gegen die Krefeld Pinguine.

„Ich habe mir natürlich unglaublich viel Druck gemacht. Jetzt hoffe ich, dass es endlich nochmal ein Stück besser wird“, sagt der so lange verletzte Friedrich. Während allerdings Friedrich von Druck spricht, der von ihm abgefallen ist, umso mehr macht sein Trainer, Jason O’Leary, deutlich, dass er Druck empfindet, den es eigentlich nicht gibt. „Ich frage mich, ob die Qualität von Marko Friedrich das Toreschießen ist oder ob er uns mit seiner Performance etwas ganz anderes geben kann“, sagt der Kanadier. Gefreut hat er sich trotzdem für seinen Spieler.

Aber nicht nur für Friedrich, sondern auch für Tim Fleischer und Joel Lowry, die im Match gegen die Krefeld Pinguine ebenfalls ihre ersten Saisontreffer verbuchten. Nur ein einziges der sieben Tore am Niederrhein hatte ein Spieler aus der Iserlohner Topformation erzielt. „Tore aus der zweiten Reihe, sogenanntes ‘Secondary Scoring’, hat für jede Mannschaft eine besondere Bedeutung. Einerseits für das Selbstvertrauen der Spieler, auf der anderen Seite nimmt es Druck von denen, die vermeintlich immer produzieren müssen“, sagt O’Leary. Warum in Krefeld der Umschwung nach einem 0:2-Rückstand gelang, ist für den Coach einfach zu erklären. „Ein spätes Tor im ersten Drittel hat die Tür geöffnet. Das ganze Team hat im zweiten Drittel einfach einen sehr konzentrierten Job gemacht. Das war die Basis.“

Warum das nicht immer und selten über 60 Minuten gelingt, bleibt die entscheidende Frage. „Ich glaube, es hat viel mit den Einflüssen zu tun, unter denen die Spieler stehen. Eltern, Agenten, Frauen – alle erwarten etwas von ihrem Spieler, vielleicht eine Rolle, die wir nicht von ihm erwarten. Jeder sollte sich auf seine Rolle konzentrieren, das tun, was er kann, nichts Verrücktes. Dann werden wir mehr Spiele machen wie gegen Krefeld.“

 „Es ist schon interessant, wie solche Dinge entstehen, wer angeblich weiß, dass ich Streit mit Christian Hommel hatte. Das entspricht nicht der Wahrheit“

Roosters-Chefcoach Jason O‘Leary

Damit hat O’Leary natürlich recht, wenn auch er sich nicht ganz davon freisprechen kann, dass Konstanz auch etwas mit dem Trainer zu tun hat, der seine Jungs genau dazu führen muss. In dieser Woche musste sich der Coach allerdings nicht nur mit Spieltaktik und Kondition auseinandersetzen, sondern auch mit dem Gerücht, entlassen worden zu sein. Das geisterte am Dienstagabend plötzlich durch die Fanforen und wurde gleich von den Roosters dementiert. „Es ist schon interessant, wie solche Dinge entstehen, wer angeblich weiß, dass ich Streit mit Christian Hommel hatte. Das entspricht nicht der Wahrheit“, macht O’Leary deutlich.

Wie gegen Krefeld wird er auch am Freitag (20.30 Uhr) gegen die Kölner Haie an der Bande stehen. Es ist bereits die fünfte Partie gegen die Domstädter seit Anfang Dezember, das dritte Aufeinandertreffen in der Saison. Beide vorhergehenden Ligapartien haben die Blau-Weißen für sich entschieden. Weil die Gäste auch noch ein direkter Konkurrent um einen Playoff-Rang sind, geht’s nicht nur ums Prestige in diesem Sechs-Punkte-Spiel. Das Team am Seilersee kann wieder auf Grenier zurückgreifen. Im Tor steht Jenike. So soll das intern ausgegebene Ziel von sechs Punkten plus X aus drei Partien, gerechnet ab dem Bremerhaven-Match, erreicht werden.

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