Der "Eishockey-Professor" bleibt am Seilersee

Perfekt: Rob Daum verlängert bis 2020 als Trainer der Iserlohn Roosters

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Vertrag verlängert: Roosters-Trainer Rob Daum.

[Update 16.18 Uhr] Iserlohn - Die Iserlohn Roosters aus der DEL haben eine zentrale Position in der sportlichen Leitung mittelfristig besetzt. Der in der laufenden Spielzeit verpflichtete Cheftrainer Rob Daum hat seinen Vertrag am Seilersee bis zum Jahr 2020 verlängert. In den letzten Wochen haben beide Seiten Gespräche über die Zukunft des Clubs und von Rob Daum geführt und sind zu der Übereinkunft gelangt, die positiv begonnene Zusammenarbeit fortzusetzen.

„Anders als mancher vermuten könnte, wird bei uns auch nicht mehr in Milch und Kartoffeln bezahlt“, lacht Wolfgang Brück. Das Selbstverständnis des Klubchefs der Iserlohn Roosters aus der Deutschen Eishockey Liga macht deutlich, dass man auch am Seilersee Geld statt Naturalien in die Hand nehmen muss, um seinen Wunsch-Trainer an den Verein zu binden.

Zwei Jahre haben die Sauerländer das mit Rob Daum jetzt zunächst getan und den Vertrag bis zum Jahr 2020 verlängert. Fakt ist: Bei den Roosters ist man zufrieden mit dem stillen, sehr introvertiert wirkenden Cheftrainer.

Drei Monate hat man sich Zeit gelassen, um sich kennenzulernen. Jetzt gab es die notwendigen Unterschriften. Dabei macht Brück vor allem auch klar, dass längst nicht nur die momentane Tabellensituation zur Entscheidung geführt hat, mit dem Kanadier zu verlängern, sondern seine Art. 

„Ich schätze natürlich seine Expertise, mag aber vor allem auch seine ruhige Herangehensweise. Das passt gut zu uns. Er hat scheinbar die Empathie, die es braucht, um mit unseren Spielern umzugehen, um auch mit uns kooperativ zusammenzuarbeiten. Das gehört dazu, um Erfolg zu schaffen“, unterstreicht Brück. 

Manager Karsten Mende ergänzt die sportlichen Beweggründe. „Man erkennt seine Handschrift in der Mannschaft, ich schätzte die ruhige und besonnene Art, wie er die Knöpfe drückt.“ Zugleich erinnert der ehemalige Nationalspieler an die erste Kontaktaufnahme, als man sich trotz intensiver Beobachtung in den letzten Jahren zum ersten Mal am Telefon hörte und nach drei Anrufen in Edmonton, der Heimat Daums, klar war, er könnte der richtige Chefcoach sein für die Iserlohn Roosters. 

„Wichtig für mich ist, dass es menschlich funktioniert. Man muss mit den handelnden Personen gut zusammenarbeiten. Das ist für mich entscheidend. Mit Karsten Mende habe ich eine hervorragende Arbeitsgrundlage. Und auch Wolfgang Brück, den ich natürlich nicht so oft treffe, habe ich als sehr visionären Taktgeber dieser Organisation kennengelernt“, unterstreicht Daum. 

Ihm geht es um die Menschen, natürlich auch um die Rahmenbedingungen, aber Geld ist nicht alles. Er ist zu lange im Geschäft, um nicht zu wissen, dass das Monetäre eine harmonische, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Menschen nicht ersetzen kann. 

Gleichzeitig darf Daum sicher sein, dass seine Verbesserungsvorschläge Gehör finden. Beispiel: Seit seinem Amtsantritt beschwert sich Daum über die Trainingszeiten des Teams. Sie liegen zwischen 9 und 10 Uhr zu früh. Er will dem Team mehr Regenerationsphasen ermöglichen, um mehr Leistung im Training auf dem Eis zu bekommen. So sprach man gemeinsam mit der Bädergesellschaft – und eine Lösung scheint trotz aller zeitlichen Herausforderungen realisierbar. 

Zudem wird sich Daum auch intensiv und gemeinsam mit Mende an der Planung der zukünftigen Mannschaften beteiligen. „Ich schätze auch sehr, dass er keine Scheu empfindet, trotz aller Herausforderungen mit jungen Spielern zu arbeiten. Für uns eine wichtige Perspektive“, so Brück. 

Abschließend ging es noch um die Frage, ob der gewählte Zeitpunkt, die Vertragsverlängerung mit Rob Daum bekannt zu geben, auch mit den zahlreichen dieser Tage bekanntgegebenen Trainerwechseln zu tun habe. „Nein!“ lautete die Antwort. 

Dennoch haben sich die Roosters damit einen Gefallen getan, denn mit Düsseldorf und Wolfsburg suchen schon jetzt zwei finanzkräftigere Klubs nach neuen Coaches, während die Waldstädter an Mannschaft und Fans signalisieren können: In diesem Bereich sind wir bestens aufgestellt.

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