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Hommel verspricht: „Werden die Herausforderung lösen“

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Von: Mirko Heintz

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Christian Hommel, Sportlicher Leiter der Iserlohn Roosters, nimmt im Interview Stellung zur Kaderplanung am Seilersee. © Jonas Brockmann

Wechselgerüchte und die weitere Kaderplanung stehen in der spielfreien Zeit bei den Iserlohn Roosters im Mittelpunkt. Christian Hommel, Sportlicher Leiter des Klubs vom Seilersee, stellte sich im Interview den Fragen unserer Redaktion.

Christian Hommel, stimmen die Gerüchte, dass Joe Whitney nicht an den Seilersee zurückkehrt und stattdessen seine Karriere beendet?

Hommel: „Es gibt in jedem Jahr viele Mediengerüchte. An dem einen ist etwas dran, an anderen nicht. Fakt ist: Wir haben einen Vertrag mit Joe. Deshalb gibt es dazu auch nicht mehr zu sagen.“

Wie groß aber wäre der Verlust, würde er nicht zurückkommen?

Hommel: „Ein Grenier war ohne Zweifel ein Verlust, wenn O’Connor gehen würde, wäre das ein Verlust. Also müssen wir über die Wertigkeit auch in diesem Fall nicht sprechen. Aber, die Eishockey-Welt ist sehr groß, der Spielermarkt ist groß, und ich glaube, wir haben in den vergangenen Jahren nicht immer, aber oftmals Lösungen gefunden für Probleme, die da waren. Und das wird auch weiterhin so sein.“

Begrenzte Spielerzahl auf dem europäischen Markt

Wie außergewöhnlich ist der Spielermarkt in einem Jahr, in dem Schweden viel Geld zur Verfügung hat, die Schweiz das Ausländerkontingent deutlich erhöht, aber man nicht weiß, was mit der KHL in Russland passiert? Gibt es deshalb mehr oder weniger Spieler auf dem Markt?

Hommel: „Diese Frage kann niemand beantworten. Ich habe auch bei der WM mit vielen gesprochen, die diesen russischen Markt deutlich besser im Blick haben als wir, und auch die hatten keine Antworten. Aktuell sehen wir, dass die ersten Nordamerikaner wieder in Russland unterschreiben, dass die Ausländerzahl nicht auf drei gesenkt worden ist in der KHL, sondern bei fünf bleibt. Die Schweizer Klubs können sechs Ausländer verpflichten, viele planen aktuell mit sieben. All das zeigt, dass wir uns in Iserlohn nicht die Topspieler von einem Silbertablett aussuchen können. Um aus dem Nähkästchen zu plaudern: Wir hatten einen Spieler an der Angel, der aus meiner Sicht sehr gut für uns gewesen wäre. Das war einer, der 20 Tore plus X hätte schießen können. Er hatte eigentlich den Stift zum Unterschreiben schon in der Hand, und dann ist ein russisches Team aufgesprungen. Das ist sehr ärgerlich, aber wir waren auch im Winter nicht untätig und werden die Herausforderung lösen. Weil es auch in der AHL und der ECHL jeweils ein neues Team geben wird, kann es so viele Spieler auf dem europäischen Markt nicht geben.“

Wie viele neue Spieler werden also noch kommen? Der Topcenter und ein hervorragender Außen?

Hommel: „Zwei. Und die Centerposition ist die schwierigste, die wir besetzen müssen. Das ist so ein wenig die Nadel im Heuhaufen, die man finden muss. Wenn man mit anderen Vereinen in anderen Ländern spricht, dann geht das allen ähnlich. Und der Markt ist natürlich nicht riesig. Deshalb halten wir nach Spielern Ausschau, die in der Vergangenheit vielleicht auch im Juniorenbereich diese Position gespielt haben und die deshalb wissen, was sie tun müssen. Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, aber für uns wird das schwierig. Schweden, die AHL, die KHL oder die Schweiz haben da auch noch einen größeren finanziellen Background.“

Entscheidungen im Sinne der Organisation

Seit dem Ende der Saison halten sich die Gerüchte, dass die Iserlohn Roosters mit Samuel Falls-McDove und Felix Megaard Scheel zwei Spieler verpflichtet haben, die mit einem deutschen Pass noch an den Seilersee wechseln können. Haben wir uns bei diesen Informationen so geirrt, haben Sie wirklich kein Interesse an diesen Spielern?

Hommel: „Ich sage mal nichts zu den beiden Jungs. Grundsätzlich aber versuchen wir uns natürlich auf diesem Weg zu verstärken. Es gibt auf dieser Welt nun mal Spieler, die deutsche Vorfahren haben, und wir werden auch in Zukunft versuchen, uns mit solchen Spielern zu verstärken. Passen sie zu uns, werden wir alles tun, was rechtlich möglich ist, um uns um diese Jungs zu bemühen. Aber mir ist dabei wichtig, noch einmal zu betonen: nur, wenn es rechtlich möglich ist. Die zwei Spieler, die Sie angesprochen haben, sind interessante Spieler, die man auch im Fokus haben kann. Ob sie am Seilersee auflaufen werden, wird man sehen. Sie sind aber keine Kandidaten für die zwei gerade angesprochenen Positionen.“

Es gibt noch immer das Gerücht, dass die Roosters sich von Spielern trennen werden, die einen laufenden Vertrag haben. Wird in diese Richtung etwas passieren?

Hommel: „Fakt ist: Wir wollen mit allen Spielern immer sehr offen über ihre Situation kommunizieren. Es könnte ja auch sein, dass Spieler zu uns kommen, die vielleicht die Chance haben, in der KHL oder der Schweiz zu spielen. Das hat es in diesem Sommer auch gegeben, aber wir haben Nein gesagt, weil wir einen Vertrag haben. Aber wenn wir sehen, dass der Seilersee für einen Spieler perspektivisch nicht der richtige Ort sein könnte, dann werden wir das auch immer offen ansprechen. Aber auch in solchen Fällen gelten unsere Verträge. Wir werden immer im Sinne unserer Organisation entscheiden. Unsere Türen stehen immer offen für Gespräche, aber wenn wir glauben, dass ein Spieler oder Trainer nicht gut für unsere Organisation ist, dann werden wir im Sinne der Organisation auch Entscheidungen treffen.“

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