DEL-Playoffs

Iserlohn Roosters kassieren den K.o. in der 83. Minute

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Kampf um jeden Zentimeter Eis: Die Iserlohn Roosters unterlagen am Freitag in Ingolstadt nach großem Kampf in der zweiten Verlängerung und müssen nun am Sonntag auf eigenem Eis auf jeden Fall gewinnen.

Iserlohn - Eine lange Eishockey-Nacht in Ingolstadt: Vier Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit glichen die Iserlohn Roosters im fünften Playoff-Spiel gegen den ERC Ingolstadt zunächst zum 3:3 aus, um in der zweiten Verlängerung um kurz nach 23 Uhr doch noch den Kürzeren zu ziehen.

Von Mirko Heintz

Die ersten zehn Minuten gehörten am Freitag dem Gastgeber, Ingolstadt spielte stark, aber anders als in den letzten Heimspielen nicht dominant. Trotzdem gelang dem ERC der erste Treffer, ein Powerplay-Tor nach einem Schuss von der blauen Linie durch Brocklehurst. Roosters-Keeper Daniar Dshunussow war im richtigen Moment die Sicht genommen, er hatte keine Chance diesen Puck zu stoppen (8.).

Dieser Rückstand aber ärgerte die bis dato mehr als solide arbeitenden Sauerländer so sehr, dass sie den Gegner in den folgenden Minuten in der eigenen Defensivzone einschnürten und den Ausgleich erzwangen (10.). Connolly war nach einem Rebound Pielmeiers per Abstauber erfolgreich.

Eigentlich hätten die Sauerländer gut auf dieser Leistung aufbauen können, gestalteten ihr zweites Drittel aber ein wenig zu offensiv. Deshalb nahm Cheftrainer Pasanen früh im Mittelabschnitt eine Auszeit. Und es reichte im Anschluss zum ersten Iserlohner Führungstreffer der Partie als Wruck Sullivan im Slot erspähte, einen Traumpass in den freien Raum zauberte und der Verteidiger aus der Drehung zum 2:1 traf (25.). Hahn scheiterte anschließend an Dshunussow, der im zweiten Drittel zu viel zu tun hatte, aber nur eine Scheibe nicht stoppen konnte. Picards Schuss nach einem von Hahn gewonnenen Bully wurde lang und länger, fand seinen Weg an den Innenpfosten und ins Tor zum 2:2 (28.).

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Der dritte Abschnitt war durch Taktik geprägt, beide Teams versuchten keinen Fehler zu machen, bis der eine allerdings passierte. Nach einem Schuss von Dustin Friesen rutschte Dshunussow die Scheibe durch die Schoner (48.). Die Extremsituation war geschaffen. Die Blau-Weißen brauchten ein Tor, mussten die Balance finden zwischen Offensive, Risiko und Defensive. Sie schafften es ohne Gegentreffer, generierten allerdings keine hochkarätigen Chancen auf den Kasten von Pielmeier.

Doppelte Überzahl

Dann die letzte Minute. Pasanen nimmt Dshunussow vom Eis, bringt den sechsten Mann, dann Strafe gegen den ERC wegen Spielverzögerung. Jetzt haben die Sauerländer doppelte Überzahl, York hat das Auge, bringt den Puck an den langen Pfosten, wo Raedeke steht und vier Sekunden vor dem Ende zum 3:3 ausgleicht. Doch dann setzt Jeffrey Szwez nach 2:21 Minuten in der zweiten Overtime allen Roosters-Hoffnungen ein Ende...

– Die Statistik:

ERC: Pielmeier – Friesen, Schopper; Köppchen, Picard; Kohl, Brocklehurst; Kronthaler – Buck, Taticek, MacMurchy; Ross, Hager, Brooks; Hahn, Laliberte, Szwez; Barta, Gawlik, Boucher

Roosters: Dshunussow – Sullivan, Liwing; Jares, Lavallée; Button, Teubert; Orendorz – York, Wruck, Dupont; Raedeke, Sylvester, Macek; Foster, Friedrich, Whitmore; Bassen, Connolly, Blank

Schiedsrichter: Bauer (Nürnberg), Schukies (Herne)

Tore: 1:0 (07:08) Brocklehurst (Ross/5:4), 1:1 (09:22) Connolly (Lavallée, Blank), 1:2 (24:58) Sullivan (Wruck, Dupont), 2:2 (27:25) Picard (Hahn), 3:2 (47:39) Friesen (Schopper), 3:3 (59:56) Raedeke (York/6:4), 4:3 (82:21) Szwez

Strafen: ERC 8; Roosters 8

Zuschauer: 4.815 (ausverkauft) – darunter ca. 450 aus Iserlohn

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