Tolle Moral

Das Viertelfinale ist für die Roosters greifbar nah

Boris Blank und seine Mitspieler haben sich das Heimrecht für eventuelle Pre-Play-off-Spiele gesichert – jetzt wollen sie noch mehr. Foto: Jentzsch

Iserlohn - Was es bedeutet, Moral zu besitzen, muss die Mannschaft der Iserlohn Roosters in dieser Saison niemandem mehr beweisen. Niemals ein Spiel abzuschenken, zeichnet das Team um Kapitän Mike York in dieser Spielzeit der Deutschen Eishockey Liga aus.

Und der ehemalige NHL-Star selbst gehört zu denen, die konsequent Motor und damit Antreiber des charakterstarken Teams sind. „Natürlich wollen wir Situationen wie ein 0:3 gegen uns unbedingt vermeiden, aber wir sind mit einer grandiosen Leistung ins Match zurückgekehrt, konnten uns auf jeden Einzelnen verlassen. Auch für mich war es ein tolles Gefühl, helfen zu können“, sagte York nach dem Sieg bei den Kölner Haien.

Sein Treffer 55 Sekunden vor dem Ende zum Ausgleich war das umjubeltste Tor der Saison und eröffnete seinem Team nicht nur die später genutzte Chance zum Penaltyerfolg, sondern auch die Tür, tatsächlich das Viertelfinale der Play-offs direkt zu erreichen. Aktuell vier Punkte Vorsprung haben die Sauerländer jetzt vor dem Siebten aus Wolfsburg, dem man sich am Freitagabend noch zurecht geschlagen geben musste. Mit dem doppelten Punktgewinn sicherten sich die Roosters auch das definitive Heimrecht in den Pre-Play-offs, sollte man noch auf Rang sieben oder acht zurückfallen. Damit könnte man Spiel eins und ein mögliches drittes, entscheidendes Spiel definitiv am Seilersee austragen.

Weitere graue Haare für Cheftrainer Pasanen

So weit, so gut. Dass das Wochenende allerdings am Ende doch nicht ohne weitere graue Haare für Cheftrainer Pasanen abging, das war ebenso seinem Team zuzuschreiben. Sowohl gegen die Niedersachsen am Freitag als auch gegen Köln brauchte es erneut einen Rückstand, um sich ins Spiel zurückzuarbeiten. „Wir haben diese Zusammenbrüche immer wieder im Spiel. Aber die Mannschaft scheint aus diesen Momenten Kapital zu schlagen, besser ins Spiel zu kommen. Dieses Gefühl, mit dem Rücken zur Wand zu stehen, brauchen wir zu Beginn eines Spiels, dann werden wir auch erfolgreiche Play-offs spielen“, erklärt der zweifache Torschütze Derek Whitmore.

Keine Torwart-Thema am Seilersee

Entscheidend für die Wende im Spiel war auch die Entscheidung Pasanens, seinen Torhüter Mathias Lange gegen Ersatzmann Daniar Dshunussow auszutauschen. „Er hat unglaublich gut gearbeitet, hatte wirklich knifflige Situationen hinter sich zu bringen und hat das hervorragend gemacht. Auch im Penaltyschießen war er super. Das freut mich ganz besonders, denn Daniar hatte es aufgrund seiner schweren Verletzung in den letzten Wochen und Monaten gar nicht einfach“, so Pasanen. Und Mathias Lange? Der Goalie war am vergangenen Wochenende nicht in Topform, das war klar zu erkennen. Ein Thema wollten die Roosters nicht daraus machen. Die Frage, ob jetzt der richtige Moment sein könnte, dem österreichischen Nationalkeeper noch einmal eine Pause zu geben, könnte aber möglicherweise mit „Ja“ beantwortet werden. Am Freitag geht es für die Sauerländer daheim gegen Ingolstadt weiter – und vielleicht direkt in das Play-off-Viertelfinale. - von Mirko Heintz

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