Eishockey

Roosters zum Geisterspiel in die größte Arena

Eishockey Iserlohn Roosters - Düsseldorfer EG
+
Mit der Düsseldorfer EG lieferten sich die Iserlohn Roosters am Donnerstagabend eine packende Auseinandersetzung, die erst in der Overtime entschieden wurde. In dieser Szene herrscht „dicke Luft“ vor dem Tor von Debütant Janick Schwendener.

Iserlohn – Fünf Spiele, zehn Punkte – macht 2,00 Punkte im Schnitt. Einen besseren Saisonstart hätten sich die Iserlohn Roosters als Tabellenvierter in der Nordgruppe nicht wünschen können. Mit Ausnahme der Kölner Haie hat das Team jetzt gegen jeden Gegner gespielt und unter Beweis gestellt, dass man konkurrenzfähig ist.

„Ich glaube einfach, dass wir ein paar Dinge mental in den Griff bekommen müssen. Ich nenne dabei vor allem die Strafen. Echte Meistermannschaften wissen einfach, wie sie in jeder Situation auf dem Eis spielen müssen. Ein Zwischenstand bestimmt, wie man sich auf dem Eis verhält und auch die Zeit, die noch zu spielen ist. Ich glaube, da können wir schlauer sein“, sagt Roosters-Manager Christian Hommel, angesprochen auf sein bisheriges Zwischenfazit. Bemerkenswert ist aus seiner Sicht, dass das Team noch Steigerungspotenzial besitzt. „Positiv ist, dass wir offensiv wirklich einiges anzubieten haben. Aber ich glaube vor allem auch, dass unsere Defensive, von Beginn der Vorbereitung an, eine sehr positive Entwicklung erlebt hat, gerade wenn die Jungs hart und gradlinig spielen.“ Vor allem aber begeistert den sonst so zurückhaltenden Sportlichen Leiter der Zusammenhalt im Team. „Das Negative ist eigentlich nur, dass wir keine Zuschauer dabeihaben dürfen. Die würden dann unsere Jungs in den speziellen Momenten ganz besonders puschen“, so Hommel weiter.

Chemie in der Paradereihe stimmt

Getragen wurde die Mannschaft in der vergangenen Woche vor allem von den Treffern dreier Spieler. Die Kombination aus Joe Whitney (7 Punkte in zwei Spielen), Alex Grenier (8 Punkte) und Casey Bailey (6 Punkte) zauberte die Roosters fast im Alleingang zu vier Punkten aus zwei Spielen. „Die Chemie, die uns verbindet, ist einfach herausragend. Ich weiß ganz genau, was um mich herum passiert, was wir in der Scoring-Zone ausrichten können. Bailey schafft es auch Scheiben zurückzuholen, die schon verloren waren und das macht uns einfach gefährlich“, sagt Alex Grenier nach der vergangenen, auch für ihn so erfolgreichen Woche. Er selbst mag seinen Anteil an der aktuellen Form seines Teams nicht zu hoch einschätzen. „Ich profitiere natürlich auch extrem von den beiden anderen. Ich lege ihnen die Scheiben aktuell einfach auf. Natürlich ist es schön, dass wir gut harmonieren, aber das sorgt insbesondere dafür, dass die Mannschaft gewinnt – und das ist das Wichtigste.“

Tolle Powerplay-Quote

Hervorragend läuft es generell auch in Überzahl. Bailey verbuchte fünf Treffer im Powerplay, Aubin und Whitney jeweils zwei. Die Überzahlquote in den letzten zwei Partien allein lag bei 60 Prozent. „Eigentlich haben wir nichts Grundsätzliches verändert. Wir spielen weniger kompliziert, bringen die Scheibe vors Tor, aber nicht mit sieben oder acht Pässen. Ein oder zwei reichen und dann klappts“, so Grenier. Das aber ist nur ein Teil der Wahrheit. Neben der aktuell tatsächlich deutlich unkomplizierteren Spielweise ist die Qualität der Roosters-Spieler einfach deutlich höher, als in der vergangenen Spielzeit, selbst, wenn zuletzt Brodie Sutter gesperrt fehlte.

Gespenstische Atmosphäre

Am Montag (20.30 Uhr) müssen die Roosters zum ersten Match gegen die Haie in die Kölnarena. Hier bekommt das Thema „Geisterspiel“ noch einmal eine ganz andere Dimension. Wenn die Sauerländer heute in der größten deutschen Arena auflaufen und kein einziger Zuschauer dabei sein wird, dann wirkt das gespenstisch, wie Ex-Hai Torsten Ankert aus eigener Erfahrung weiß. „Ich habe mal mit Köln in der Arena vor 2500 Fans Champions League gespielt und das war schon irgendwie beängstigend. Aber die Wahrheit ist natürlich, so sehr die Fans fehlen, man gewöhnt sich ehrlich gesagt auch an diese Situation.“ Aus dem letzten Spiel habe die Mannschaft gelernt, so Ankert weiter. „Wir müssen in jedem Fall 60 Minuten Hockey spielen, dürfen den Anfang nicht verschlafen. Aber das war schon mal so ein Denkzettel, den wir alle ernst nehmen“, so der Kapitän.

Details zur Aufstellung wollte Cheftrainer Jason O´Leary nicht verraten. Sutter kehrt zurück, Friedrich dürfte spielen, bleibt die Frage, ob Andy Jenike im Tor steht. Bei den Haien fehlen Sheppart und Uvira. Zuletzt verlor Köln bei den Eisbären Berlin am Freitagabend mit 0:5.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare