Eishockey, DEL

Mathias Lange vor dem Absprung

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Mathias Lange könnte der Keeper sein, der die Roosters verlässt. Bad Nauheim soll Interesse an seiner Verpflichtung haben.

Iserlohn - Karsten Mende ist nicht da – der Manager der Iserlohn Roosters scoutet Spieler in Nordamerika. Gefühlt hat man den Eindruck, er wäre besser in der Heimat. Gründe dafür gibt es jedenfalls genug. So ist die Torhüterfrage am Seilersee noch immer ungeklärt. Drei Keeper für eine deutsche Profimannschaft scheinen einer zu viel.

„Mit mir hat noch niemand gesprochen, ich weiß nicht, welchen Plan die Roosters haben“, sagt Mathias Lange. Der Deutsch-Österreicher, der am Samstag beim Abschiedsspiel seines Bruders in Bad Nauheim auf dem Eis stand, wäre bei den Hessen ein gern gesehener Neuzugang. Das gilt wohl aus Sicht von Langes Bruder, dem Co-Trainer, allerdings auch für Chefcoach Christoph Kreutzer selbst. 

Noch aber läuft das Pokerspiel unter dem Motto „Wer sich als Erster rührt, der verliert“. Mathias Lange wird es nicht tun, und sein Verein wartet auf die unmittelbar bevorstehende Rückkehr des Managers. Wolfgang Brück, der Clubchef, hat schon mit Lange gesprochen. „Es war ein positives, sehr respektvolles Gespräch, in dem wir uns über die Situation grundsätzlich ausgetauscht haben. Ich schätze Wolfgang Brück für seine Aufrichtigkeit sehr. Er ist aber nicht derjenige, der sportliche Entscheidungen trifft oder verkündet“, so Lange. 

Dennoch dürfte die Klärung kurz bevorstehen. „Ich gehe davon aus, dass Niko Hovinen zeitnah, vielleicht sogar unmittelbar nach der Pause zum Einsatz kommt“, unterstreicht Cheftrainer Rob Daum. Der Finne sei vorbereitet und können spielen. So also wird das kommende Wochenende zum besonderen Moment: Macht Hovinen ein oder zwei gute Partien, werden die Roosters wahrscheinlich auf ihn und Sebastian Dahm setzen. Gelingt es nicht, muss irgendjemand zugeben, einen Fehler gemacht zu haben. Gehandelt hat man schon. Der bisherige Goalie-Coach, auf Tryout-Basis für den Club unterwegs, wurde bereits von seinen Aufgaben entbunden. 

Wer allerdings vermutet, dass die aktuelle Situation am Seilersee einzig mit den Torhütern zusammenhängt, der sieht sich getäuscht. Das Problem liegt in der gesamten Defensivbewegung der Blau-Weißen. Stürmer und Verteidiger arbeiten nicht gut genug gemeinsam nach hinten. „Wir sind eine gute Mannschaft. Aber wir arbeiten auf dem Eis nicht in jedem Moment unseres Spiels zusammen, ziehen nicht alle am gleichen Strang“, sagt Verteidiger Dieter Orendorz, angesprochen auf die letzten Partien. Er will das nicht überinterpretiert verstehen, er meint die Defensivbewegung – nicht mehr und nicht weniger. Sie hat dafür gesorgt, dass die Sauerländer nach 17 Spieltagen auf Rang elf zurückgefallen sind. 

Die Trainer haben die Situation in der spielfreien Deutschland-Cup-Pause intensiv analysiert. „Wir sind bei jedem einzelnen Spieler und bei der ganzen Mannschaft sehr intensiv ins Detail gegangen, werden nichts Besonderes tun, aber die Zeit bis zum Spiel am Freitag in Straubing sehr intensiv arbeiten“, so Daum und sein „Co“ Jamie Bartman. Dann ist auch Lean Bergmann wieder im Aufgebot. Der Youngster absolvierte am Wochenende seine ersten drei Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft, hinterließ einen hervorragenden Eindruck, war vielleicht der Beste unter den Debütanten. 

Das lag nicht nur an seinem Treffer gegen die Schweiz, sondern vor allem am Gesamteindruck, den er hinterließ. Spätestens jetzt allerdings werden die Begehrlichkeiten größer. Manager Karsten Mende aber hat wohl schon begonnen, Bergmanns Zukunft, die aufgrund seines Jahresvertrages schon im Sommer 2019 am Seilersee enden könnte, zu besprechen. „Wir haben schon gesprochen und verhandeln aktuell“, bestätigt Bergmann. Die Fortsetzung wird dann nach Mendes Rückkehr folgen.

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