Roosters in Berlin

Jahresausklang beim DEL-Spitzenreiter

+
Am Mittwochabend geht's für die Roosters zum Spitzenreiter nach Berlin.

Iserlohn - Es dauerte lange bis Jari Pasanen den Pressekonferenz-Raum des Straubinger Eisstadions verließ. Sein Gespräch mit Larry Mitchell, dem Cheftrainer der Niederbayern, hatte seinen Ärger ein wenig verrauchen lassen.

„Warum wir verloren haben, ist ganz einfach: Wir haben viel zu viele unnötige Strafminuten genommen. Und ich kann – ehrlich gesagt – nicht erklären, warum“, so der Finne. Eigentlich vermutete er das Thema „Disziplin“ nicht mehr aufs Tapet bringen zu müssen, aber Straubing offenbarte das Gegenteil. Vielleicht lag es auch daran, dass es sich sein Team im Match beim vermeintlichen Tabellen-Kellerkind mit kleinen Schnitzern in wichtigen Momenten selbst schwer machte.

Straubing, einmal mehr unglaublich engagiert, rackerte bis zum Umfallen, verdiente sich auch deshalb mindestens einen Punkt. „Ich glaube nicht, dass sie mehr investiert haben, aber sie haben auf jeden Fall mehr Glück in den kleinen Momenten gehabt, sind deshalb immer wieder ins Match zurückgekommen“, sagte Verteidiger Denis Shevyrin.

Shevyrin gehörte am Pulverturm zu den besten Spielern, stand in der Defensive unglaublich sicher. Welch eine Entwicklung – noch vor vier Wochen spielte er für den aktuellen DEL-Kader kaum eine Rolle. Dann kamen die Verletzungen und sein erstes Match als Stürmer. Seit dem Heimsieg gegen Krefeld am Samstag bauen die Coaches sogar auf den „Verteidiger“ Shevyrin, setzen ihn also dort ein, wo er den größten Teil seiner bisherigen Karriere verbracht hat. An der Seite von Bobby Raymond wirkte der Youngster erstaunlich abgeklärt, machte nahezu keine Fehler.

„Er ist eine Überraschung – manchmal können sich Trainer auch irren“, so Pasanen vor Wochen, als er nach den ersten guten Einsätzen zugab, Shevyrin unterschätzt zu haben. Der nimmt es seinem Coach allerdings nicht übel, im Gegenteil. „Jari gibt mir derzeit unglaublich viel Rückendeckung. Dieses Vertrauen macht mich stärker, ich hoffe, dass ich es allen auch zurückzahlen kann.“

Fragezeichen hinter Marko Friedrich

Bemerkenswert entwickelt hat sich in den letzten Spielen die Formation mit Bassen, Sylvester und Ross. Wenn diese drei Fahrt aufnehmen, muss der Gegner sich um eine weitere Roosters-Formation Gedanken machen, die auch vor dem Tor erfolgreich werden kann. Fraglich ist, ob die Sauerländer einen weiteren Spieler verletzungsbedingt verloren haben? Marko Friedrich war es der nach einem ungesühnten Halten im Straubing-Match mit dem Hinterkopf aufs Eis knallte. „Ich habe keine Ahnung, was passiert ist, bin sogar kurz weggetreten. Ich hoffe, dass es schnell wieder in Ordnung geht und ich mir keine Gehirnerschütterung zugezogen habe“, so Friedrich nach der Partie vom Montag. Die Entscheidung, ob er in Berlin dabei sein wird, fällt erst direkt vor dem Spiel.

Damit bleibt die Aufstellung für das letzte Spiel des Jahres am Mittwochabend um 19.30 Uhr in der Berliner Mercedes-Benz-Arena offen! Im Tor wird Mathias Lange Eiszeit bekommen. Die Reihenkombinationen werden erst vor dem Match in der Hauptstadt endgültig festgelegt. Ob es ein ähnliches Schachspiel wird, wie vor wenigen Wochen schon einmal bleibt anzuwarten. „Ich bin sehr gespannt, wie das Duell ausfällt. Sicher ist nur, wir werden viel reagieren müssen. Das aber liegt uns manchmal mehr, als zu agieren“, sagt Pasanen und freut sich auf den Kracher zum Kehraus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare