Ärger auf hohem Niveau über den einen Patzer

Auch in Köln wieder kämpferisch top: die Iserlohn Roosters um Brooks Macek und Bobby Raymond. Foto: Jentzsch

ISERLOHN - Jari Pasanen wusste nicht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. In sechs der jüngsten sieben DEL-Matches hat seine Mannschaft gepunktet und wieder Hoffnungen auf die Play-offs genährt. Trotzdem entschied sich der Coach der Iserlohn Roosters fürs Ärgern – auf hohem Niveau.

„Wir führen in einem so schweren Spiel bis fünf Minuten vor Schluss und machen dann wieder einen einfachen Fehler“, sagte der Finne nach dem 1:2 nach Verlängerung in der Köln-Arena. Sein Team spielte das beste erste Drittel seit zwei Jahren, hatte den Tabellenzweiten Kölner Haie am Rande einer Niederlage und brachte das defensivstärkste Team mit eigener Abwehrstärke fast zur Verzweiflung. Der Fehler zum 1:1 ließ sich aber nicht wegdiskutieren. Nach gewonnenem Bully in der eigenen Zone muss die Scheibe einfacher rausgespielt werden, genau das aber hat die Topformation der Sauerländer nicht geschafft, deshalb den Gegentreffer kassiert.

Der Rest war eine der besten Abwehrvorstellungen der Saison, was endgültig zur Feststellung führt, dass die gravierenden Defensivprobleme abgestellt sein sollten. Hinzu kam das vorbildliche Engagement des gesamten Teams. Dusan Frosch kämpfte sich mit einer schweren Fußprellung in die Schlittschuhe, alle im Team, ob angeschlagen oder nicht, arbeiten sich durch 63 harte Eishockeyminuten nach der heftigsten Phase der Saison. „Das ist doch keine Frage, dass ich stolz bin. Ich mache mir auch keine Sorgen, dass die Niederlage jetzt wieder alte Wunden aufreißt, wir brauchen aber doch die Punkte und deshalb wäre ein Drei-Punkte-Erfolg so unglaublich wichtig gewesen“, so Pasanen.

Matthias Lange als doppelter Pechvogel

Zum doppelten Pechvogel entwickelte sich am Dienstag Torhüter Mathias Lange. Der hatte schon mit einem Shut-out in geliebäugelt und ging dann doch mit zwei Gegentreffern und einer Niederlage vom Eis. Was aber noch viel schlimmer ist: Neben den Hoffnungen auf den Sieg platzen auch seine Träume von der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen – fast zumindest. Der österreichische Verband gab seinen 25-köpfigen Kader für die Spiele bekannt – ohne Lange, der nur „auf Abruf“ geführt wird, nur dann einspringen kann, wenn sch ein anderer Goalie verletzt. „Darauf hofft natürlich niemand wirklich. Ich hätte aber sehr gern die Chance genutzt, bei einem solchen Sportereignis dabei zu sein.“ Bleiben die Roosters im Play-off-Kampf, wären sie sicherlich nicht traurig, ihren Goalie statt in Russland bei sich am Seilersee zu wissen.

Gute Nachrichten bei Collin Danielsmeier

Gute Neuigkeiten gibt’s von Collin Danielsmeier. Der Rekordspieler soll am Freitagabend im Heimspiel gegen Düsseldorf in den Teamkader zurückkehren und am Wochenende mindestens wieder für Kurzeinsätze zur Verfügung stehen.

Mirko Heintz

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