Roosters riskieren gegen Ingolstadt zu viel

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Mike York (li.), hier im Heimspiel gegen Hamburg, soll jetzt erst einmal zwei bis drei Wochen pausieren.

Iserlohn - Diesmal keine laute Musik. Stille herrschte in der Mannschaftskabine der Iserlohn Roosters in Ingolstadt. Die 2:5-Niederlage beim amtierenden Meister, die 31. seit sich beide Teams in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegenüberstehen, gehörte zu den Vermeidbaren.

Von Mirko Heintz

Auch deshalb war niemandem, weder Mannschaft noch Trainerstab, nach Partystimmung – trotz einer guten Leistung. „Perfekt war es nicht, es war nicht schlecht, aber leider auch nicht mehr“, so Roosters-Cheftrainer Jari Pasanen.

Der Finne ärgerte sich über seine Mannschaft, nicht in der Gesamtheit, nur Einzelne hätten, statt sich ans System und den Game-Plan zu halten, zu viel riskiert. Hinzu, so sagt Pasanen, wären die unnötigen Strafzeiten gekommen, die teils vermeidbar waren oder hätten vermieden werden müssen, um das Gesamtergebnis nicht zu gefährden.

Es spricht für die Beobachtungsgabe des Trainers, dass er diese minimalen Schwankungen im Selbstverständnis seiner Mannschaft wahrnimmt. „Fünf Siege in Folge mögen dem einen oder anderen etwas zu viel Selbstvertrauen verliehen haben.“ Zurückhaltende Worte, die dennoch alles auf den Punkt bringen. „Auch das ist ein Lernfaktor. Wir werden nur erfolgreich sein können, wenn wir auch das lernen.“

Dass die Sauerländer bei den Oberbayern in Ingolstadt hätten Punkte entführen können, wurde trotz des zu hoch ausgefallenen Endergebnisses in den 60 Eishockeyminuten mehr als deutlich. „Wir haben unsere Chancen einfach nicht genutzt. Wir müssen uns auch darüber bewusst sein, dass das einfach nicht immer gelingen kann“, betont Torhüter Mathias Lange auch im Rückblick auf die letzten so erfolgreichen Spiele. Bemerkenswert ist auch: Wie schon am Freitag gegen Hamburg kämpfte das Roosters-Team auch am Sonntag bis zum Umfallen und bis zur letzten Sekunde, stand vor einem möglichen Umschwung im Match.

Nachdem jetzt die Hälfte der ersten Doppelrunde gespielt ist, nur die Partien gegen Wolfsburg, Augsburg und Straubing fehlen noch, zeigt sich aber, dass die Blau-Weißen tatsächlich gegen alle Teams um den Sieg spielen konnten. Das bringen auch die gegnerischen Trainer zum Ausdruck. Larry Hurras, Coach der Panther, lobte den IEC als eine der bestorganisierten Mannschaften der Liga, gegen die es schwer wäre, das eigene Spiel durchzusetzen. Ein Kompliment das keine Punkte beschert, aber den Roosters weiteres Selbstvertrauen geben sollte, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.

Dank der Rückkehr von Chris Connolly konnte am Rande der Partie auch die Entscheidung getroffen werden, was mit Mike York passieren wird. Der US-Amerikaner soll nach Meinung von Jari Pasanen jetzt erst einmal zwei bis drei Wochen pausieren, nicht nur die Entzündung im Fuß auskurieren, sondern auch Muskelmasse aufbauen.

Dabei könnte auch ein Spezialschuh helfen, der angefertigt werden soll, um die angeschlagene Muskulatur zu stärken. Solange könnte Chris Connolly die schon am Sonntag gut geführte Reihe mit Blank und Petersen als Mittelstürmer begleiten. „Wir haben jetzt diese Option, das ist das Wichtigste. „Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass auch Chris nach zwei Monaten auf der Bank einfach Zeit braucht“, so Pasanen.

Man kann sich des Eindrucks aber nicht erwehren, dass der kleine Stürmer viel Tempo und Übersicht in die Wochenendmatches gebracht hat. Und das dürfte wieder zu fröhlicheren Abenden und Musik in der Kabine führen...

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