Eishockey, Iserlohn Roosters

Brad Tapper bleibt der Cheftrainer

Nürnberg Ice Tigers - Iserlohn Roosters
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Die gute Arbeit von Brad Tapper wird belohnt: Die Iserlohn Roosters gehen mit dem kanadischen Cheftrainer auch in die neue Saison.

Iserlohn – Er war skeptisch, gleichzeitig besorgt und keinesfalls überzeugt. Wolfgang Brück im November 2020. Damals gehörte der Roosters-Clubchef zum Team „Pessimismus“. Er war nicht davon überzeugt, dass eine Eishockeysaison eine wirklich gute Idee sein würde.

Fünf Monate später sitzt er, eingerahmt von Brad Tapper, seinem neuen Cheftrainer, und Manager Christian Hommel in einem Pressegespräch, verteilt Lob und Ehr für sportlichen Erfolg und echte Weiterentwicklung des noch immer kleinen Teams vom Seilersee. Wie unterschiedlich die Momente scheinen und es doch nicht sind.

Wolfgang Brück hat am Mittwoch zur Abschluss-PK nach der letzten DEL-Saison nicht alles vergessen, was im letzten Jahr war. Aber er musste sich überraschen lassen. „Ich bin unglaublich froh darüber, dass Gesundheit ein so hohes Gut aller Beteiligten war und ist. Das steht über allem. Ich bin froh, dass die Krankheit, die ganze Pandemie-Situation nicht unsere Saison bestimmt hat. Und dennoch waren wir mittendrin“, sagt Brück in Erinnerung an die Absage eines Iserlohner Spiels, für das glücklicherweise ein falsches Testergebnis gesorgt hat.

Die Iserlohn Roosters GmbH hat sich in der Pandemie entwickelt – auf und abseits des Eises. „Dank unserer Gesellschafter, unserer Sponsoren und vor allem unseres Teams haben wir Freude in schweren Zeiten ermöglicht und alle unser Bestes gegeben. Ich glaube, wir haben ein paar Menschen Freude gemacht.“ Bemerkenswert untertrieben.

Brück aber wollte den Fokus weniger auf die Pandemie, als auf die letzten Monate und vor allem die Personalentscheidungen der Zukunft richten. So wollte sich der Clubchef das breite Grinsen gar nicht verkneifen, nachdem der Club den Verbleib von Brent Raedeke, Brent Aubin (im Fall eines bestandenen Deutschtests), Torsten Ankert und DEL-Topskorer Joe Whitney für zwei weitere Jahre bekanntgegeben hat.

„Das hat viele Faktoren. Vor allem hat es mit dem Zusammenhalt in der Kabine zu tun, mit dem Trainer und mit den Mechanismen, die wir hinter den Kulissen auf den Weg gebracht haben“, erläutert Christian Hommel. Details sind nicht offiziell bekannt, aber es sind Details wie die Vertragsgestaltung auch beim Blick auf die Pandemie-Situation und die jetzt gegebene Sicherheit für die vier Familienväter, die den Leistungsträger-Grundstock für die neue Spielzeit bilden.

Andreas Jenike, Jonas Neffin, Erik Buschmann, Finn Becker und Nils Elten hatten bereits Verträge für die kommende Spielzeit. Darüber hinaus konnten sich die Sauerländer mit Casey Bailey, Ryan O’Connor, Taro Jentzsch, Philip Riefers und Yannick Proske auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit für die kommende Saison verständigen. Teils, so hört man, sind dies keine neuen Entscheidungen, sondern gezogene Optionen, die den Roosters zur Verfügung standen. Keine finalen Entscheidungen gibt es bei Griffin Reinhart, Bobby Raymond, Dieter Orendorz, Jake Weidner, Steve Whitney, Joel Lowry und Julian Lautenschlager. Zumindest bei den drei erstgenannten Verteidigern sollte es mehr als überraschen, würde es nicht doch ein Comeback im Iserlohner Trikot geben.

Alex Grenier (Langnau), Janick Schwendener, Tim Fleischer (Nürnberg), Brody Sutter und Jens Baxmann werden in der kommenden Spielzeit hingegen nicht mehr für die Roosters auflaufen. Das gilt auch für den zuletzt so starken Marko Friedrich. „Iserlohn ist meine Heimat geworden, und wer sieben Jahre an einem Ort spielt, der hat ein besonderes Verhältnis zu diesem Ort, für unseren Verein. Aber in meinem Alter muss die Frage nach der familiären Zukunft in den Mittelpunkt rücken. Irgendwann ist die Karriere vorbei und man muss seinen Horizont erweitern“, sagt der 29-Jährige. Einen neuen Verein, dass versichert er glaubhaft, gibt es (noch) nicht. „Ich fahre jetzt erstmal zur Familie und dann wird sich zeigen, wo ich landen werde.“

Friedrich war Identifikationsfigur, wird den Seilersee als Teil in seinem Herzen trafen. Ein Verlust, der auch für den Club selbst nicht ganz einfach kompensierbar sein wird. „Er hat gerade in den letzten Wochen einen unglaublich guten Job gemacht. Aber ich verstehe, dass es irgendwann an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu machen. Familie ist schließlich das Allerwichtigste“, so Hommel.

Bei all den Namen und Erklärungen, wer bleibt und wer geht, darf man die zentrale Entscheidung auf der Trainerposition nicht vergessen. Die wird ab sofort für ein weiteres Jahr von Brad Tapper eingenommen, der zu seiner und zur Freude von Christian Hommel das Vertragsangebot der Roosters akzeptiert hat. Christian Hommel: „Brad hat einen unglaublichen Charakter, eine besondere Verbindung zu diesem Verein und, vor allem, eine außergewöhnliche Herangehensweise an die Arbeit als Coach. Das ist so wichtig für die Spieler und war ebenfalls ein Grund, warum der eine oder andere sich entschieden hat, zu bleiben.“ Das gilt es in den kommenden Tagen noch im Details zu durchleuchten.

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