Roosters-Probleme sind „Kopfsache“

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Verteidiger Mike Brennan (rechts) macht Spiel für Spiel einen guten Job, anders als das Trio Teubert, Gödtel und Kopitz.

ISERLOHN - Die Diskrepanz bei den Iserlohn Roosters ist nicht zu übersehen: Zwischen Straubing und dem Seilersee lagen Welten. In Sachen Mut, Selbstvertrauen, Gesamteindruck. Hatten sich die Sauerländer in Niederbayern einen Sieg hart erarbeitet, haben sie ihn vor 3000 Fans am Seilersee schlicht verschenkt.

„Ja, das stimmt. Wir schießen im Moment die Tore des Gegners“, bestätigt auch Coach Jari Pasanen. Drei der vier Treffer vom Sonntag bescherten die Roosters den Wolfsburgern als vorgezogene Weihnachtspräsente. Die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ wird immer eindeutiger. Absolute Kopfsache. So ambitioniert das Team in Straubing aufs Eis ging, so ängstlich ging es vor eigener Kulisse ans Werk. Insbesondere in der Defensive, dem letzten Bollwerk vor dem immer besser werdenden Erik Ersberg werden die Sorgen größer. Brennan, Jares und Raymond machen Spiel für Spiel einen guten Job, Teubert, Gödtel und Kopitz schaffen es hingegen nicht, fehlerfrei zu bleiben.

Weil die Sorgen so groß sind, funktionierte Pasanen Giuliano nach zwei Dritteln in beiden Spielen zum Verteidiger um. Damit war die Defensive zwar stabil, offensiv aber wird die Paradereihe gesprengt. Zwar macht Raedeke mit Wolf und York einen guten Job, 16 Spieler aber können am Ende nicht immer die Wende schaffen, wenn es ihnen in Straubing auch gelang. Was aber passiert mit denen, die auf der Bank landen, die in der noch immer lange dauernden Saison gebraucht werden? Wer bemüht sich um ihren Kopf? Collin Danielsmeier, der als Co-Trainer auch noch Mitspieler ist, wird es versuchen, trotzdem neigt man immer mehr zur Einschätzung, dass der Trainerstab weiterer Hilfe von außen bedarf. „Die Fehler werden immer von uns offen in der Kabine angesprochen, aber es kommt immer darauf an, welche Fehler passieren“, sagt Michael Wolf diplomatisch. Vor heimischem Publikum wolle die Mannschaft vielleicht zuviel beweisen. Pasanen kritisiert nach dem Spiel die Intensität, die sei bei einigen im Training nicht optimal. Deshalb würden sie auch im Spiel nicht ihr volles Potenzial abschöpfen, so der Finne.

Bei allem Negativen bleibt festzuhalten, dass Neuzugang Chris Connolly, wenn er wirklich am Seilersee angekommen ist, dem Team offensiv weiterhelfen wird. Auch am Sonntag hatte er im Zusammenspiel mit Sertich seine Gelegenheiten. Gestern ist er zurück nach Finnland gepflogen, um seine restlichen Sachen zu packen und gemeinsam mit seiner Verlobten heute zurückzukehren. „Marty Sertich und ich verstehen uns richtig gut, dass mag an der Chemie liegen. Wir kommen beide aus Minnesota und da sind die Eishockeylehren vielfach gleich.“ Bleibt zu hoffen, dass dass die Chemie insgesamt besser wird. Langsam wird die Zeit knapper. - MiHei

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