Eishockey

Die Roosters und das Warten auf Post aus Berlin

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Warten auf das erste Bully: Die Eishockeyteams stehen in den Startlöchern – doch bis es wirklich losgeht mit der DEL-Saison, sind noch viele Fragen zu klären.

Iserlohn – Wird es eine neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga geben oder nicht? Diese Frage dürfte sich in den kommenden 14 Tagen beantworten.

Mit dem Deutschlandcup beginnt am Donnerstag endlich die Saison, wenn auch anders als erhofft. Drei Tage später lädt die Deutsche Telekom zum Magenta-Sport-Cup. Das Vorbereitungsturnier, ausgeschrieben vom Telekommunikationskonzern, hat natürlich den Sinn, Übertragbares zu kreieren, dass man auf seiner Abo-Plattform anbieten kann. 

Auf der anderen Seite schaffte man mit dem Turnier den Anlass, warum zumindest acht der 14 DEL-Teams mit einer Vorbereitung beginnen sollten. Köln, Nürnberg, Ingolstadt, Straubing, Augsburg und die Roosters verzichteten. „Für uns kommt die Entscheidung aus finanziellen Gründen noch zu früh, wir freuen uns aber, dass wieder Eishockey gespielt wird“, sagte Clubchef Wolfgang Brück. Für Christian Hommel ein Weg, der logisch nachvollziehbar ist, seinem Eishockeyherz aber dennoch wehtut. „Wir müssen ans Wohl des gesamten Vereins denken, das hat in dieser Zeit Priorität.“ 

Wohl des Vereins bedeutet auch, alles zu tun, um die schwierige Situation der Young Roosters im Griff zu behalten. Dem Nachwuchs fehlen nicht nur Sponsoreneinnahmen, sondern auch die Euros, die man während der DEL-Heimspiele sammelt. „Uns fehlt eine sechsstellige Summe, um den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können“, erklärte Geschäftsführer Sven Freeth. Mittlerweile hat der Club eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die von vielen Fans, gerade von denen, die seit vielen Jahren eng mit den Roosters verbunden sind, unterstützt wird. Details zu einem geplanten Gespräch mit der Bädergesellschaft, dem Hallenbetreiber, um vielleicht auch einige Tausend Euro bei den Eismieten einzusparen, sind nicht bekannt. Nach Verkündung des neuen Lockdowns bis Ende November muss der Nachwuchssport am Seilersee aber ohnehin pausieren. Je mehr Geld allerdings zusammenkommt, umso einfacher wär’s für die Gesamtorganisation. 

Nächste Diskussionsrunde der Liga am 13. November

Gleichzeitig wartet Wolfgang Brück auf Post aus Berlin. Der Bescheid über die beantragten Hilfsgelder ist noch nicht am Seilersee angekommen, wird aber sehnlichst erwartet. Sollte er, wie bei mindestens zwei anderen DEL-Teams bereits geschehen, tatsächlich kommen und die 800 000 Euro würden fließen, könnte es die grundsätzliche Situation, ob die Roosters an einer möglichen DEL-Saison teilnehmen könnten, vielleicht ein wenig positiv beeinflussen. Voraussetzung dürfte aber sein, dass die Saison kurz ist. Drei, vielleicht vier Monate könnte man spielen. Eine Vermutung, denn eine definitive Aussage bekommt man von den Sauerländern nicht.

Unterdessen haben neben den acht Clubs, die am Vorbereitungs-Cup teilnehmen, auch die Nürnberg Ice Tigers angekündigt, in eine Saison 20/21 gehen zu können. Zusagen vom Hauptsponsor und den Gesellschaftern haben geholfen. Die Kölner Haie kämpfen ums Überleben. Angeblich fehlt dem Club bis zu einer Million Euro, die man aktuell mit einer großen Crowdfunding-Initiative zusammenbekommen möchte. Die Chancen sind groß, so dass wohl auch der Topclub dabei sein könnte. 

Die nächste große Diskussionsrunde der Liga ist am 13. November geplant. Dann will man entscheiden, ob am 18. Dezember gestartet wird. Wahrscheinlicher ist ein Ligabeginn zum 1. Januar. Offenbar können sich, auch in Anbetracht der Situation, immer mehr Clubs auch eine Saison mit wenigen Zuschauern oder Geisterspielen vorstellen. Definitiv ist aber nichts. Doch gerade in diesen Tagen machen die Indizien ein klein wenig Hoffnung.

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