Roosters warten auf die Initialzündung

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Wann klappt es für die Roosters um Chris Conolly (rechts) mit einer Sensation und der Initialzündung für eine Aufholjagd in Richtung Play-off-Runde? Am heutigen Samstagabend ist das team in Mannheim zu Gast. Eigentlich der ideale Zeitpunkt...

ISERLOHN -  Sind erzwungene Fehler einfacher zu verwinden als selbst verursachte? Für Roosters-Cheftrainer Jari Pasanen stellte sich diese Frage eigentlich nicht. Seine Heimfahrt am zweiten Weihnachtsfeiertag von Hamburg an den Seilersee war versaut. 1:6 mussten sich die Roosters bei bärenstarken Hanseaten geschlagen geben und warten damit weiter auf die Überraschung bei einem der Topteams der Liga.

„Die Konsequenz ist gleich, egal welche Art von Fehlern wir begehen“, sagt der Finne, der trotz allem Bemühen den Ursprung allen Übels zwar zu benennen, aber nicht zu verändern weiß. „Wir müssen uns 60 Minuten an unseren Spielplan halten, nicht nur drei“, sagt er beim Blick auf das Hamburg-Video, das deutlich offenbart, dass sein Team wieder einmal nach einem Gegentreffer eingebrochen ist. „Rückschläge in Form von Gegentoren lassen uns einfach nicht unbeeindruckt, wir reagieren darauf, machen es damit selbst nur schlimmer“, sagt Pasanen weiter.

Dabei müsste, wer nach 41 Sekunden 1:0 in der Hansestadt führt, eigentlich auch mit einem Rückschlag leben können. Genau das aber bekommt die Roostersmannschaft nicht hin, verkrampft und schafft es nur mit Hilfe von außen, sich aus der problematischen Situation zu befreien. Diese Unterstützung kam wie so oft von Pasanen in der Drittelpause hatte aber nur einen und nicht den erhofften doppelten Effekt. Mit einem 1:3-Rückstand gelang es den Sauerländern zwar defensiv besser zu spielen, die offensive Kreativität, offenbart in den ersten Spielminuten der Partie, aber war einfach nicht wieder zu entfachen. „Man hat den Eindruck, es geht mit Rückstand nur eines von beidem“, bestätigt auch Collin Danielsmeier. Der Noch-Co-Trainer will in spätestens einer Woche wieder mit dem Training beginnen und soll vielleicht noch im Januar wieder auf dem Eis stehen. Seine Leistungen in der Rückwärtsbewegung werden schmerzlich vermisst und konnten auch von Colton Teubert nicht aufgefangen werden, der nach vier Spielen Sperre in Hamburg sein erstes Match bestritten hat. „Er war okay, hatte einige gute Aktionen, aber auch einige schlechte Momente – das Timing stimmt noch nicht“, sagt Pasanen, der zumindest wieder einen Spieler im Team hat, der gelegentlich den ein oder anderen Check austeilen kann.

Hommel glaubt noch an die Play-offs

Offiziell ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist auch Torhüter Erik Ersberg, für den ein Einsatz aber noch mindestens eine Woche zu früh kommen würde. Als Back-Up saß er in Hamburg auf der Bank, mehr aber geht noch nicht.

Verändert hat sich in Hamburg übrigens die Haltung zum Thema Playoffs. „Wir brauchen endlich Punkte, egal wo wir sie holen und egal wann – aber wir müssen sie holen“, sagt Christian Hommel. Er glaubt noch an die Playoffs. „Ich will in keinem Fall etwas schönreden, aber ich glaube noch dran.“ Trotzdem muss man festhalten: Die Uhr tickt. Um Sensationen möglich zu machen, muss das Team nun langsam anfangen zu punkten.

Mannheim könnte heute so ein Anfang sein. Die Partie dort beginnt am ungewohnten Samstagabend um 19.30 Uhr. Fast traditionell gelten die Sauerländer als Angstgegner des Ligakrösus. Mit einem knappen Erfolg am Seilersee hat man das zuletzt beeindruckend unter Beweis gestellt. In Mannheim aber zu Saisonbeginn ging es den Roosters wie zuletzt in Hamburg. Man kassierte vom Ergebnis zwar nur eine knappe, vom Spielverlauf aber eine eindeutige Niederlage. Umstellungen sind nicht geplant. Bleibt also diese eine Frage, ob die Zeit der Überraschungen überhaupt noch anbrechen wird.

Mirko Heintz

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