Eishockey, DEL

Offensive die größte Roosters-Baustelle

+
Ob Jamie MacQueen (rechts) am Seilersee zu halten sein wird? – Die Prognose ist aktuell schwierig.

Iserlohn – Die Vermutung liegt nahe: Die Iserlohn Roosters haben bereits seit einigen Wochen den Fokus weniger auf die aktuelle Saison, sondern vielmehr auf die kommende Spielzeit gerichtet. Aus gutem Grund...

Mit der Wiedereinführung von Auf- und Abstieg in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) steigt der Druck auf die Vereinsverantwortlichen immens. Insbesondere die vermeintlich kleinen Clubs müssen ihre Hausaufgaben machen, im Sponsoring und – vor allem – sportlich. Fehleinkäufe können die Existenz der Clubs gefährden.

Wiedereinführung des Abstiegs erhöht Druck

Am Seilersee macht deshalb auch Wolfgang Brück unmissverständlich klar: „Der Kapitän geht nicht von Bord, wenn es stürmisch zu werden droht!“ Der Clubchef hatte im Sommer im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung auf der Alexanderhöhe erstmals über Rücktritt gesprochen. Brück bemüht sich seitdem um substanzielle Veränderungen, will den Etat erhöhen und sucht nach neuen Vermarktungsmöglichkeiten. Damit will er Christian Hommel ermöglichen, so viel Geld wie möglich in die neue Mannschaft zu investieren.

Dass der Fokus der Sauerländer nachvollziehbarerweise genau darauf liegt, beweist die Entscheidung im Fall Alex Grenier. Die Qualitäten des Kanadiers sind unbestritten, genauso wie sein Engagement. Sollte er bleiben, kein Engagement in der Schweiz bekommen, hätten die Sauerländer einen hervorragenden Stürmer unter Vertrag. Bleibt er nicht, dürfte geschätzt eine kleine sechsstellige Stumme an aktuellem Gehalt gespart bzw. an Zahlungen kassiert worden sein.

Auf zahlreichen weiteren Positionen im Sturm müssten die Blau-Weißen indes nachbessern. Das betrifft insbesondere die Mittelstürmer-Position in der Paradeformation. Ob eine Chance besteht, Jamie MacQueen an den Seilersee zu binden, ist schwer einschätzbar. Offiziell hat er im kommenden Jahr einen Vertrag bei den Schwenninger Wild Wings und die, die ihn freigestellt haben, sind dann nicht mehr im Amt. Julian Lautenschlagers Vertrag läuft genauso aus wie der von Mike Halmo und Brody Sutter. Alle drei haben Chancen auf eine Verlängerung. Tim Fleischer, Marko Friedrich und Jake Weidner besitzen noch Verträge für die kommende Saison.

Neffin spielt keine Rolle mehr

In der Defensive sind die Roosters einen großen Schritt weiter. Mit Ausnahme von Chris Rumble und Tobias Schmitz haben alle Spieler Verträge für das kommende Jahr. Das gilt auch für Andy Jenike, der mittlerweile die Position der Nummer „1a“ im Tor übernommen hat. Jonas Neffin wird keine Rolle spielen. „Ich glaube er muss mindestens ein Jahr auf zweithöchstem Niveau Spielpraxis sammeln“, sagt Hommel.

Bleibt die Beantwortung einer philosophischen Frage: Setzen die Sauerländer auf vier ausgeglichene Reihen oder auf zwei starke produzierende Formationen? Alles eine Frage des Personals. Und der Trainer? Der denkt darüber nach, ob am Seilersee nicht eine Gewinnermentalität einkehren muss, statt der anhaltenden Bescheidenheit. „Es gibt keinen Grund, mit Jason O´Leary nicht weiter zusammenzuarbeiten“, sagt Wolfgang Brück. Er kennt die Aussagen des Coaches. Doug Mason wollte eine Siegermentalität auf und abseits des Eises schon einmal implementieren, schaffte es aber sportlich nicht. Die nächsten Wochen werden spannend...

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare