Große Emotionen am Seilersee

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„Dieser Gegner ist gefährlich. Wir sind gewarnt und werden vorbereitet sein“, sagt Roosters-Trainer Rob Daum vor dem Heimspiel gegen die Wild Wings aus Schwenningen.

Iserlohn - Nicklig geführt war es nicht, das Westderby zwischen den Iserlohn Roosters und den Kölner Haien am drittletzten Hauptrundenspieltag der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Dafür gab es zu wenig Scharmützel, Schubsereien und mehr. Aber wen wundert das zum aktuellen Zeitpunkt der Saison? Die DEL ist auf der Zielgeraden, da bleibt keine Zeit für Strafen oder Verletzungen. Punkte haben im Kampf um die Playoffs eine viel zu große Bedeutung.

Alles andere aber bekamen die Fans am Seilersee tatsächlich beim 3:1-Erfolg gegen die Haie geboten. Große Emotionen gab es schon vor der Partie. Spätestens, als Cestmir Fous‘ Trikotnummer unter die Hallendecke gezogen wurde, standen die Zuschauer in der restlos ausverkauften Eissporthalle. Besonders bemerkenswert war der nächste Applaus – für Kölns Olympioniken. Auch für Christian Ehrhoff und Felix Schütz, der erkrankte Moritz Müller fehlte, erhob sich das Publikum. Niemals zuvor spendete das Iserlohner Eishockey-Publikum Spielern eines Westrivalen einen so lauten und so aufrichtig gemeinten Applaus. Ein unvergesslicher Moment.

Aus sportlicher Sicht war es nicht das ganz große Spiel. Aber wer wollte es den Jungs beider Mannschaften verdenken? Nach drei Wochen ohne Spielpraxis mussten die Teams ihr Timing, ihre Routinen finden. Das dauerte. Am Ende hatten die Sauerländer schneller ihren Weg gefunden, verdienten sich drei Punkte und damit den Einzug in die K.o.-Phase. „Ich bin definitiv mit einem Lächeln eingeschlafen“, sagte Manager Karsten Mende am Tag danach.

Seine Spieler erleben es etwas anders. Sie sehen sich keinesfalls am Ziel. „Wir haben noch etwas vor, wollen uns direkt für das Playoff-Viertelfinale qualifizieren“, meint Verteidiger Christopher Fischer.

Die Voraussetzungen sind nicht schlecht. Aktuell haben die Roosters nur noch zwei Zähler Rückstand auf Rang vier. Um das große Ziel allerdings zu erreichen, benötigen die Sauerländer Erfolge gegen Schwenningen (Freitag, 19.30 Uhr, Seilersee) und am Sonntag in München (14 Uhr). Beides ist machbar, allerdings stehen vor allem die Wild Wings unter deutlich größerem Druck. Zwar spielen die Schwarzwälder die beste Saison seit Rückkehr in die DEL, allerdings droht das Team die Playoffs doch noch zu verpassen, zu gering war die Punkteausbeute in den letzten Matches.

„Dieser Gegner ist gefährlich. Das waren sie in Spielen gegen unsere Mannschaft immer. Jetzt kommt aber hinzu, dass sie nach der Niederlage vom Mittwoch eine noch schwierigere Situation haben. Wir sind gewarnt und werden vorbereitet sein“, so Rob Daum. Der Roosters-Trainer weiß: Nerven sind beim Gegner deutlich spürbar. Er wird seine Mannschaft mit demselben Personal ins Match schicken wie am Mittwoch. Caporusso und Bassen fehlen, Umstellungen in den Reihenkombinationen sind nicht ausgeschlossen. Mannschaftskapitän Jason Jaspers dürften sie nicht betreffen, der wurde gegen die Haie mit seinen beiden Treffern zum Matchwinner. Er und Geburtstagskind Sebastian Dahm waren die besten Akteure auf dem Eis.

Die Roosters könnten nach dem Ausfall von Caporusso übrigens noch auf dem Transfermarkt aktiv werden. Eine Lizenz für einen ausländischen Spieler steht noch zur Verfügung. Um dem Kader mehr Tiefe zu verleihen, könnte sie eingesetzt werden. Es werden spannende Tage am Seilersee...

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