Eishockey, DEL

Brad Tapper: Gekommen, um zu bleiben

Iserlohn Roosters Eishockey Brad Tapper
+
Aus dem Interimscoach wird der Cheftrainer: Mit Brad Tapper scheinen die Iserlohn Roosters einen leitenden Angestellten gefunden zu haben, der sich zu einhundert Prozent mit dem Club identifiziert.

Er kam, um zu bleiben. Man kann nur mutmaßen, aber genau das dürfte der langfristige Plan von Brad Tapper und Christian Hommel gewesen sein, als der kanadische Coach im Herbst letzten Jahres seinen Job als Assistenzcoach am Seilersee übernahm.

Iserlohn - Dabei ist Tapper nicht der Typ, der anderen den Job wegnimmt. Er hat immer akzeptiert, dass Jason O´Leary sein Vorgesetzter war. „Jason hat den Grundstein für die Kameradschaft in der Kabine gelegt, er hat dafür gesorgt, dass wir so weit gekommen sind“, sagte Tapper zu Beginn der Playoffs. Es sind nicht die obligatorischen Worte, die man sagt, weil man das eben so tut. Tapper war und ist ein Mensch mit Prinzipien. Er sagt, was er denkt und nennt O´Leary einen Freund, mit dem er noch immer – wenn auch nur sporadisch – in Kontakt steht. Mal wieder hat der Sport für Veränderung gesorgt. Beide wissen und wussten, dass es so würde kommen können. Jetzt ist Tapper, der Mann, der im Großraum Toronto, genauer im Problemviertel Scarborough, groß geworden ist, der neue Chefcoach am Seilersee. „Er hat uns mit seiner Arbeit, die er in den letzten Monaten gemacht hat, vollends überzeugt. Er hat das Eishockey spielen lassen, das ich mir schon vorher zu sehen gewünscht hätte“, so Clubchef Wolfgang Brück und liefert damit das maßgebliche Argument, warum der Interimscoach zum neuen Cheftrainer geworden ist.

Dabei ist es dem 43-Jährigen gelungen, die Zusammengehörigkeit zu stärken, die körperlichen Voraussetzungen trotz der geringen Trainingszeit deutlich zu verbessern, die individuellen Fehler abzustellen und taktische Ausrichtung des Teams maßgeblich neu zu gestalten. Es waren die Momente, in denen auch Christian Hommel keine Zweifel mehr hegte. „Diese letzten Tage der Hauptrunde haben mir die Sicherheit gegeben, mit Brad in die kommende Saison zu gehen. Es hat mir imponiert, wie er mit dem Druck umgegangen ist, wie er jeden einzelnen Spieler wieder dazu gebracht hat, an sein persönliches Limit zu gehen. Insbesondere die Kommunikation mit den Jungs, wie er jeden einzelnen genauso ansprechen konnte, wie es passte, das war der ausschlaggebende Grund, warum ich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass Brad genau der Trainer ist, den wir am Seilersee brauchen.“

Außergewöhnliche Herangehensweise

Hinzu kommt, Tapper identifiziert sich zu einhundert Prozent mit den Roosters und den Menschen der Region. Das hat maßgeblich mit der alten Verbundenheit zu tun. Die Unterstützung der Roosters, insbesondere von Karsten Mende, damals, als eine weitere von vielen Gehirnerschütterungen seine Spielerkarriere beendete, die hat er niemals vergessen. Die Fans der Roosters haben Tapper geliebt, er repräsentierte auf dem Eis immer genau jene Tugenden, die Iserlohner Eishockey auszeichnen. „Tapps hat so eine Art, nicht nach Schema zu arbeiten. Er ist authentisch, spielt einem nie etwas vor. Das ist ein großes Plus. Ein Beispiel war unser letztes Hauptrundenspiel gegen Berlin. Wir lagen 0:3 hinten, als er die Mannschaft damit überrascht hat, nur noch mit einem Verteidiger und vier Stürmern aufs Eis zu gehen. Das sind Dinge, die man vielleicht im Nachwuchs mal versucht, aber die im Seniorenbereich vollkommen untypisch sind.“ Das, so sagt Christian Hommel, sei eben Brad Tapper und ein Beispiel für die manchmal außergewöhnliche Herangehensweise des neuen Cheftrainers.

Für beide, für Hommel und für Tapper, hat die Vorbereitung der neuen Saison längst begonnen. Sie planen, sondieren den Markt und klären, wer vom aktuellen Kader zurückkehren könnte an den Seilersee. „Aber ich will auch ein paar Tage in die Heimat. Ich habe meine Kinder jetzt seit sechs Monate nicht mehr gesehen.“ Familie geht ihm über alles, deshalb steht jetzt auch ein kurzer Kanada-Trip ganz oben auf der Wunschliste. Dann aber wird Tapper sich ganz besonders auf sein neues Team konzentrieren, denn Tapper ist gekommen, um zu bleiben. Für länger.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare