Eishockey, DEL

Der Sport rückt in den Hintergrund

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Die Roosters müssen bereits am 2. Januar wieder in Berlin antreten.

Iserlohn – Für einen kurzen Moment über den Jahreswechsel war der Sport vergessen. Niemand grübelte über Platz zwölf in der Tabelle. Alle, der gesamte Club, war in Gedanken beim Manager, bei Karsten Mende.

Am frühen Nachmittag des Silvestertages hatte der Club bekannt gegeben, dass der 50 Jahre alte ehemalige Nationalspieler bereits am 2. Weihnachtsfeiertag einen Schlaganfall erlitten hatte. Mende liegt derzeit im Krankenhaus. Über seinen genauen Gesundheitszustand schweigt sich der Club aus, dem Schutz von Mendes Privatleben gilt die Priorität. Das ist auch der Grund, warum die Roosters den Schlaganfall ihres Sportchefs so gut und lange wie möglich geheim halten wollten. 

„Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir weitergehende Fragen derzeit nicht beantworten werden. Wir werden die eingetretene Situation, von der wir alle persönlich sehr betroffen sind, analysieren und anschließend entsprechende Entscheidungen treffen. Im Namen der Gesellschafter, der Mitarbeiter und der Mannschaft möchten wir Karsten von Herzen alles Gute und die Kraft wünschen, schnell wieder gesund zu werden“, sagt Wolfgang Brück, geschäftsführender Gesellschafter der Iserlohn Roosters. Die administrativen Aufgaben wird vorerst Prokurist Bernd Schutzeigel übernehmen, die Organisation rund um die Mannschaft dürfte bei Mendes Assistent Sebastian Jones liegen, so wie bisher. 

Wie lange Mende ausfallen wird, ist nicht absehbar. Die Roosters werden nun die Situation zu bewerten haben. Das fällt allen denkbar schwer, ist aber unumgänglich. Die Mannschaft wurde nach ersten Gerüchten vor dem Match gegen die Krefeld Pinguine unterrichtet. Der Schock saß auch deshalb bei allen tief. 

Doch schon am Neujahrstag übernahm der Sport wieder die Kontrolle. Die Mannschaft reiste bereits am frühen Nachmittag nach Berlin, wo am Mittwochabend das erste Spiel des neuen Jahres gegen die Eisbären Berlin stattfindet (19.30 Uhr/Mercedes-Benz-Arena). Seit 2013 ist die Bilanz der beiden Mannschaften bei Duellen in der Hauptstadt nahezu ausgeglichen. Sechs Duelle gewann der Rekordmeister in eigener Halle, vier Mal gewannen die Roosters, die auch in dieser Spielzeit eines von zwei Spielen gegen die Berliner für sich entschieden. 

Personell wird sich die Situation nicht grundsätzlich ändern. Christopher Fischer kehrt nach überstandener Strafe zurück ins Team. Zudem hoffen die Sauerländer um die zeitnahe Rückkehr von Martinovic und Turnbull. Wann Schmidt, Clarke und Caporusso wieder die Schlittschuhe schnüren können, ist offen. Im Tor setzt Jamie Bartman auf Niko Hovinen, Justin Florek rutscht wieder in den Sturm, damit haben die Roosters zehn Angreifer zur Verfügung. 

„Ich glaube, dass wir aufgrund unseres freien Tages am letzten Freitag kein Problem mit unserer Fitness haben werden, den Berlinern gegenüber vielleicht sogar im Vorteil sind“, sagt Bartman.

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