Eine neue Herausforderung für die Vereine

Roland Janson, hier beim Kreistag in Schalksmühle, hat sich bereits mit den neuen elektronischen Spielbericht vertraut gemacht.

Kreisgebiet - Roland Janson, Männerspielwart des Handballkreises Lenne-Sieg, hat sich bereits mit den neuen elektronischen Spielberichten (ESB) vertraut gemacht. Seine Empfehlung für die Mannschaften ist aber, für den Notfall auch Papier - also den klassischen Spielbericht - dabei zu haben.

Roland Janson hätte auch im August in den Siegener Stadtteil Geisweid auf den Schießberg fahren können. Dort werden am 15. und am 22. August zweimal im Kreis Lenne-Sieg die Zeitnehmer und Sekretäre mit allem vertraut gemacht, was den elektronischen Spielbericht (ESB) angeht. So viel Geduld allerdings hatte der Männerspielwart des Handballkreises Lenne-Sieg nicht.

Janson reiste schon Ende Juni in die Halinger Mehrzweckhalle zum ersten Schulungstermin im Kreis Iserlohn/Arnsberg. „Zweidreiviertel Stunden haben wir uns das angeschaut – offline“, sagt Janson, „mit dem Auftrag: Wir sollen das alle zu Hause noch üben...“ Ist er nun ein Freund der Neuerung, die ab September auf alle Mannschaften oberhalb der Bezirksliga wartet? „Ich sage es mal so“, gibt sich der Altenaer diplomatisch, „man kann sich diesen Neuerungen nicht verschließen.“ Aber er ergänzt auch: „Ich empfehle allerdings allen Mannschaften, für den Notfall auch Papier, also den alten Spielbericht, dabei zu haben...“

Neben Zweitligist TuS Ferndorf und Drittligist SGSH, die bisher bereits regelmäßig mit dem elektronischen Spielbericht, allerdings mit neutralen Zeitnehmern und Sekretären gearbeitet haben, werden in der neuen Saison im Kreis Lenne-Sieg 13 Mannschaften von der Neuerung betroffen sein. Der TuS Ferndorf kann dabei auch in der A-Jugend-Bundesliga auf neutrale Kampfgerichte setzen. In dieser Spielklasse ist es den Vereinen überlassen, ob man diese anfordert oder selbst dieses Personal stellt. Das übrige Dutzend aber muss neben der Hardware in Zukunft auch die Personen stellen, die diese Hardware bedienen können.

Im Kreis Lenne-Sieg trifft es fünfmal den TuS Ferndorf (2. Bundesliga, A-Jugend-Bundesliga, Männer-Oberliga, Frauen-Landesliga und B-Jugend-Oberliga), je zweimal die HSG Lüdenscheid (Männer- und Frauen-Landesliga), den RSVE Siegen (Männer- und Frauen-Verbandsliga) und die SG Schalksmühle-Halver (Männer: 3. Liga und Landesliga), dazu die SG Kierspe-Meinerzhagen (Frauen-Landesliga), den TVE Netphen (Frauen-Verbandsliga), den TuS Drolshagen (Frauen-Oberliga) und die HSV Plettenberg/Werdohl (Männer-Verbandsliga).

„Die Leute müssen natürlich mit dem Computer umgehen können“, sagt Janson und befürchtet, dass so der eine oder andere altgediente Zeitnehmer durchs Sieb fallen könnte. Lösungen mit vielen verschiedenen Zeitnehmern pro Verein sind denkbar – allerdings müssen diese dann auch alle entsprechend geschult werden.

„Und mal eben zehn Minuten vor dem Spiel da sein, reicht nicht mehr“, sagt Janson zudem. Zwar können die Daten daheim vorbereitet werden, allerdings ist trotzdem 45 Minuten vor dem Spiel eine „technische Besprechung“ verpflichtend. Dabei gibt der Gastverein seine Spielerliste ab. Der Heim-Betreuer bereitet danach den ESB vor, der während der Partie allerdings vom Sekretär der Gäste am Laptop des Gastgebers gepflegt werden soll. Dem Pendant des Heimvereins bleibt es vorbehalten, die Hallenuhr zu bedienen.

Ob die elektronische Erfassung übrigens direkt, also „live“ ins Internet läuft, oder erst später vom Heimverein hochgeladen wird, ist davon abhängig, ob in der Sporthalle ein WLAN-Netz vorhanden sein wird. Gibt es WLAN, so wird man künftig auch in der Landesliga im Internet einen Live-Ticker verfolgen können. Gibt es dieses Netz nicht, so werden die Informationen zeitversetzt vom Heimverein eingestellt.

Nicht nur die neue Generation von Zeitnehmern und Betreuern wird übrigens dieser Tage in Westfalen in 32 Veranstaltungen geschult – auch die Schiedsrichter, die auf Bezirks- und Verbandsebene pfeifen, müssen auf den aktuellen Stand gebracht werden. Im Kreis Lenne-Sieg geschieht dies am 1. August ab 10 Uhr an einem Schulungstag in der Schalksmühler Jahnhalle. „Eigentlich hätte ich auch gerne einen der beiden Termine vom Schießberg in Schalksmühle gehabt“, sagt Janson. Diesen Wunsch haben ihm Kreis und Verband nicht erfüllt.

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