„Eine gute Mannschaft, aber keine sehr gute“

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Vorgänger gegen Nachfolger: Johannes Ebbinghaus, Ex-SGSH-Akteur in Spenger Diensten, hindert hier seinen Nachfolger im linken Rückraum des Grasediek-Teams, Thomas Hitzemann, nicht ganz regelgerecht am Torwurf.

SCHALKSMÜHLE ▪ Achim Frensing ist kein Lautsprecher. Der Trainer des TuS Spenge freute sich am Samstagabend auf seine eher leise Art über den 32:30-Sieg im Topspiel gegen die SG Schalksmühle-Halver und stellte fest: „Es war der erwartet schwere Gegner. Schalksmühle ist für mich weiter die von der Spielanlage her beste Mannschaft der Liga. Wir haben heute davon profitiert, dass wir zuletzt drei Spiele gewonnen haben.“ Alles also nur eine Frage des Selbstvertrauens?

So einfach mag Mathias Grasediek sein Team nicht davonkommen lassen. Die Partie in Spenge sieht der Diplom-Sportlehrer als Spiegelbild der Gesamtsituation bei der SGSH. Dazu gehören für ihn auch die magere Trainingsbeteiligung der vergangenen Wochen und die „Sondergeschichten“, wie der Übungsleiter die Vereinbarungen mit einigen Spielern zum eingeschränkten Training nennt.

„Wenn ich ein Spitzenspiel auf diesem Niveau habe, dann muss ich mich voll reinhängen“, stellt Grasediek fest und nahm den am Samstag überragenden Christian Feldmann, Keeper Damian Bungart, Jan Stuhldreher und Dennis Hermann explizit aus dieser Kritik aus, „dazu gehört auch, dass jeder versteht, was er kann und was er nicht kann. In solchen Spielen ist keine Zeit für Probieraktionen. Bei Spenge habe ich so etwas nicht gesehen. Das ist der kleine Unterschied gewesen.“

Die Meisterschaft in der Oberliga Westfalen scheint sich somit, bei allem Lob von der Gegnerschaft für das reife Spielkonzept der SGSH, im Kopf zu entscheiden – und zwar bei fünf Punkten Rückstand auf den VfL Gladbeck gegen die SGSH, die noch vor sechs Spieltagen einen satten Vorsprung hatte. Von den vergangenen fünf Spielen aber sind fürs Grasediek-Team gleich vier verloren gegangen. „Dass so etwas passiert, hätte man nicht für möglich gehalten“, sagt der Coach, „die Leute haben im Kopf: Man hat die Qualität, das setzt sich schon durch.“ Grasediek nennt dies „maßlos überheblich“. „Dort, wo wir jetzt stehen, stehen wir zurecht. Wir sind eine gute Mannschaft, aber eben keine sehr gute. Die sehr gute steht mit ein paar Punkten Vorsprung vorne.“

Dieser VfL Gladbeck hat nun zwölfmal in Folge gewonnen und mit der Reise zum wieder erstarkten ASV Hamm II eine nicht leichte, aber doch lösbare Aufgabe vor der Brust. Die SGSH erwartet am Sonntag zum Duell der Frustrierten die punktgleiche HSE Hamm. Wer diese Partie verliert, verabschiedet sich endgültig aus dem Rennen um die Spitze.

Aber selbst im Falle eines Sieges bleiben die Chancen sehr vage. „Im Prinzip darf man jetzt überhaupt kein Spiel mehr verlieren und muss darauf hoffen, dass die Gladbecker wie alle vorderen Teams auch noch eine Schwächephase haben. Allein: Der Glaube daran fehlt mir im Moment ein wenig.“

Thomas Machatzke

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