Tennis

Eine prall gefüllte Tennis-Wundertüte vom Lüdenscheider Stadtpark

tennisspieler beim volley
+
Während die WTV-Kaderspieler Moritz Pieper und Dennis André Dutiné in Kamen trainierten durften, fuhr Jimmy Reinsch (Foto) für seine Trainingseinheiten in die Tennishallen im benachbarten Hessen.

Beim Lüdenscheider Tennis-Verein von 1899 herrscht Vorfreude auf die neue Verbandsliga-Saison, auch wenn die nun erst nach Pfingsten beginnen soll. Personell bietet der neue Kader viele Möglichkeiten.

Lüdenscheid – Der Tenniswinter in Corona-Zeiten war ein trüber, aber nicht nur. Mitunter hatte er absurde Züge. „Ich verstehe es bis heute nicht, dass nicht zwei Mann einfach Tennis spielen durften hier in Nordrhein-Westfalen“, sagt Lennart Fastabend, Kapitän des Verbandsliga-Teams des Lüdenscheider TV von 1899, „Sport ist doch auch wichtig für die Gesundheit. Gerade in dieser Zeit.“

Im Team des LTV 99, das nun im Mai hofft, dass wenigstens mit der in der vergangenen Woche vom Westfälischen Tennis-Verband verkündeten Verspätung, also nach dem Pfingstfest, die Saison und damit ein vergleichsweise normales Tennisleben beginnt, stehen auch Jimmy Reinsch, Moritz Pieper und Dennis André Dutiné. Drei Talente, die in ihrer Entwicklung „im letzten Jahr einen Riesenschritt gemacht haben“ (O-Ton Lennart Fastabend). „Sie sind ein ganz essentieller Bestandteil unserer Mannschaft“, sagt Fastabend auch noch und freut sich, dass das komplette Trio dem LTV 99 erhalten geblieben ist.

Dass sich dieses Trio so entwickelt hat, hängt natürlich auch damit zusammen, dass es hart dafür arbeitet. Während Dutiné und Pieper dies im WTV-Kader im Stützpunkt tun durften, also von Siegen bzw. Lüdenscheid fürs Training nach Kamen reisten, war dem etwas älteren Jimmy Reinsch diese Tür verschlossen. Er gehört nicht mehr zum WTV-Kader, damit galt für ihn wie für den gemeinen Tennisspieler im Winter 20/21 in NRW praktisch Trainingsverbot. Also fuhr der Eichener zum Training ins Hessenland. Wer rastet, der rostet.

Ein prall gefüllte Tennis-Wundertüte vom Lüdenscheider Stadtpark

Es bleibt also festzuhalten: Die Tennishalle am Stadtpark war fest verschlossen, während die LTV-Talente in Kamen bzw. Hessen trainierten. Alles legal, alles erlaubt. So hatte man es in Düsseldorf gewünscht.

Nun immerhin dürfen sich Tennisspieler zu zweit wieder unter freiem Himmel treffen. „Bei uns werden in dieser Woche die Plätze fertig. Das Wetter dafür könnte nicht besser sein“, sagt Lennart Fastabend. Schon am Mittwoch standen die ersten vier Außenplätze am Stadtpark wieder für die Mitglieder zur Verfügung.

Auch wenn der Kapitän aufgrund einer Knieverletzung seit November ohnehin nicht hätte spielen und trainieren können und dies auch aktuell noch nicht kann, schwingt ganz viel Vorfreude mit in diesen Worten. „Leider soll es ja am Wochenende noch einmal kalt werden“, sagt Fastabend, „aber wenn es dann wieder möglich ist, gibt’s nur eins: spielen, spielen, spielen!“

Zwei Niederländer an der Spitze der Mannschaft

Fastabend hat Verständnis für den Schritt des WTV, den Saisonstart zu verschieben. „Ich denke, dass man beim WTV hofft, dass die Zahlen dann vielleicht so sind, dass man draußen eine Saison gut spielen kann“, sagt der Lüdenscheider und hofft, dass nach der Corona-Saison 2020 mit freiwilligem Spielbetrieb und ohne Absteiger wieder eine reguläre Saison stattfinden kann. Der LTV von 1899 sieht sich jedenfalls für so eine Saison gerüstet. Wäre 2020 regulär gespielt worden, dann wäre das Verbandsliga-Abenteuer wohl für den Aufsteiger vom Stadtpark zwangsläufig in der direkten Rückkehr in die Südwestfalenliga gemündet.

Nun indes geht der LTV 99 mit einer gehörigen Portion Zuversicht in die Saison. „Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt, vom Aufstieg will keiner reden“, sagt Fastabend, „aber ja: Wir sind deutlich ambitionierter als im vergangenen Jahr.“ Das Stadtpark-Team kommt dabei als prall gefüllte Wundertüte daher. Auf jeden Fall ist der Niederländer Kevin Noordermeer in diesem Jahr fest eingeplant, und neben ihm außerdem Kyvan Rietkerk (Jahrgang 2005) – ein hochtalentierter Youngster, der ebenfalls aus den Niederlanden stammt und der an Position zwei für Schlagkraft sorgen soll.

Hinter diesem Topduo sollen Moritz Pieper und Dennis André Dutiné die nächsten Schritte ihrer Entwicklung machen. Lennart Fastabend selbst, der noch in der Saison 2020 an Position eins oder zwei aufgeschlagen hat, ist als Nummer fünf eingeplant, dahinter Jimmy Reinsch. Damit nicht genug: Für zwei oder drei Spiele könnten auch die „Oldies“ Dino Jablonski und Rogier Wassen dazukommen.

Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt, vom Aufstieg will keiner reden, aber ja: Wir sind deutlich ambitionierter als im vergangenen Jahr!

Lennart Fastabend (LTV 99)

Und dann ist da noch eine deutlich aufgewertete Reserve in der 1. Bezirksklasse, in der Gustav Meyer, zuletzt als Nummer sechs Stammspieler des Verbandsliga-Teams, als Teamkapitän fungieren soll. Ben Pfeiffer, der inzwischen in den Niederlanden studiert, und Florian Wallmeier sind für dieses Team auch vorgesehen – und möglicherweise auch Ludger Fastabend. Der hat mit einer langwierigen Handverletzung nun ein komplettes Jahr Tennispause hinter sich. Vom Potenzial her aber wäre er natürlich jederzeit ein Mann, der auch „oben“ punkten könnte. Nur Kaspar Volz spielt in den Personalplanungen keine Rolle mehr. Volz hat seinen Lebensmittelpunkt inzwischen in Kassel und wird nun auch dort für den Kasseler TC 31 auf Punktejagd gehen.

Am Stadtpark jedenfalls freut man sich dieser Tage auf die Saison. Die Lust auf Tennis ist riesig – und auch die Lust darauf, mit den Teamkollegen wieder Zeit auf dem Platz zu verbringen. „Wir haben im vergangenen Jahr eine so gute Truppe und so viel Spaß zusammen gehabt“, sagt Fastabend, „und jetzt hat man sich seit Monaten praktisch nicht gesehen…“ Am 19. April will der Verband die Spieltermine und Gruppen veröffentlichen. Ein bisschen Warte- und Einspielzeit bis Pfingsten – und dann könnte es losgehen. Wenn Corona mitspielt. Wer weiß das schon?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare