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Ein ganz besonderer letzter Testlauf für die SGSH an der Krefelder Straße

Handball TRainer auf der Bank
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„Es war kein richtiger Test, eher eine gute Trainingseinheit. Aber es war schön, dass wir für die gute Sache dabei sein durften“, stellte Trainer Mark Schmetz fest.

Handball-Drittligist SGSH Dragons gewann am Montagabend die Generalprobe für den Meisterschaftsstart in Rheinhausen 31:29. Das allerdings stand bei diesem Benefizspiel nicht im Vordergrund.

Duisburg – Die Sporthalle an der Krefelder Straße im Duisburger Ortsteil Rheinhausen hat schon viele besondere Handballspiele gesehen. Hier hat der Olympische Sportclub mal in der 1. Bundesliga gespielt. Daniel Stephan begann seinerzeit seine Karriere in dieser Halle. Am Montagabend war es auch ein besonderes Spiel – allerdings aus einem traurigen Anlass.

Der neue OSC ist inzwischen viertklassig, Nordrhein-Regionalligist. Immerhin heißt er nun wieder so wie früher, zwischendurch hatte man als „Wölfe Nordrhein“ nach einer besseren Zukunft gefahndet. Jedenfalls hatte sich der neue OSC um den Drittliga-Aufstieg beworben. Mit Thomas Molsner als Trainer und Olaf Mast als Sportlichem Leiter – geballte Kompetenz auf der Bank, jugendlicher Elan auf dem Feld. Doch dann hatte beim Aufwärmen zum ersten Aufstiegsrundenspiel gegen Essen Julian Kamp eine Hirnblutung erlitten. Der Sport trat in den Hintergrund, der OSC verlor glatt und zog sich aus der Runde zurück.

Dank des sofortigen Eingreifens der Teamärztin Laura Ufermann war Julian Kamp erstversorgt worden und wurde in der Universitätsklinik Düsseldorf behandelt. Inzwischen ist er auf dem Weg der Besserung, macht diverse Therapien – Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie –, damit er möglichst umfassend wieder in die Normalität zurückkehren kann. So berichtete es sein Zwillingsbruder Yannick, der am Montagabend für den OSC auf dem Parkett stand, der Zeitung vor Ort.

Ein ganz besonderer letzter Test für die SGSH an der Krefelder Straße

Für diese Reha-Maßnahmen sollte das Benefizspiel am Montag sein. Fast 1500 Zuschauer waren es in der Sporthalle, ein professionelles Team streamte das Match im Internet. Vor dem Anpfiff sangen die Fans und die Teams gemeinsam bei verdunkelter Halle „You’ll never walk alone“, den Klassiker von der Anfield Road in Liverpool. Es war eine ergreifende Botschaft für den so arg vom Schicksal heimgesuchten Regionalliga-Handballer, dessen ganze Familie und dessen Heimatverein auch in der Halle dabei waren.

So war es ein Testspiel, das in der Tat vor allem den Charakter eines Freundschaftsspiels hatte. Es sollte unterhalten, diesem Anspruch wurden die 60 Minuten mit am Ende 60 Toren auch gerecht. Die SGSH, die neben ihrem Drittliga-Team auch eine Spende von Mannschaft und Verein nach Duisburg mitgenommen hatte, dominierte phasenweise klar, führte im ersten Durchgang bereits 17:10, um dann mit einem 17:15 in die Pause zu gehen.

Nach dem Wechsel war es ein ähnliches Bild; wieder legte die SGSH 24:18 und 28:22 vor, um am Ende doch nur knapp 31:29 zu gewinnen. Unterm Strich ließ die SGSH zu viele gute Chancen aus, hatte allerdings auf OSC-Seite mit Mathias Puhle, der im Sommer vom VfL Gummersbach zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist, auch einen Bundesliga-erfahrenen Toptorwart gegen sich.

Natko Merhar dabei, aber weiterhin mit Rückenproblemen

„Es war kein richtiger Test, eher eine gute Trainingseinheit. Aber es war schön, dass wir für die gute Sache dabei sein durften“, stellte Chefcoach Mark Schmetz fest und war trotzdem zufrieden mit der Generalprobe. Schmetz nutzte das Gastspiel im Ruhrpott, um in der ersten Halbzeit als Alternative in der Defensive eine 5:1-Abwehr mit Neuzugang Linus Michel auf der Spitze auszutesten. Das sah gar nicht schlecht aus. Ansonsten gab er allen Akteuren Spielanteile – auch A-Junior Arvid Dragunski, Christian Börner und den beiden jungen Keeper Tjark Döscher und Pius Hablowetz.

Natko Merhar machte nach seinen Rückenproblemen in der zweiten Hälfte erste Gehversuche. Problemfrei ist der Linksaußen noch nicht. Er wird in dieser Woche noch einmal den Teamarzt konsultieren. Schmetz geht allerdings davon aus, dass Merhar – anders als Bleckmann und Diehl – beim Saisonstart am Samstag gegen Leichlingen dabei sein wird.

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