MZV-Serie: Übungsleiter der Woche

„Wollte nicht, dass die Kinder auf der Straße sitzen“

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Nicht nur als Trainer, sondern auch noch als Spieler aktiv: Eduard Tripel.

Meinerzhagen - Trainer und Übungsleiter im Sport: Auf der einen Seite sind da die „Profis“, die in der Bundesliga oder bei Olympia im Rampenlicht stehen und viel Geld verdienen. Auf der anderen Seite gibt es im Sport aber auch unzählige Trainer und Übungsleiter, die ehrenamtlich oder für eine kleine Aufwands-Entschädigung in der Halle oder auf dem Sportplatz stehen.

Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Eduard Tripel Übungsleiter in der Basketball-Abteilung des TuS Meinerzhagen. Als unser „Übungsleiter der Woche“ spricht er mit Kevin Herzog über seine Leidenschaft. 

Eigener Wunsch oder die Überredungskunst eines anderen? Was ist der Antrieb für Ihre Übungsleiter-Tätigkeit, und wie sind Sie dazu gekommen? 

Ganz klar der eigene Wunsch. Meine beiden Söhne haben beim TuS Meinerzhagen Basketball gespielt, und dass ich Trainer geworden bin, ist dann auch etwas durch Zufall passiert. Denn der damalige Trainer meines älteren Sohnes hat angekündigt, nicht mehr weitermachen zu wollen, und es gab noch keinen Nachfolger. Deshalb habe ich gesagt, dass ich das Amt übernehme, weil ich nicht wollte, dass die Kinder nicht mehr Basketball spielen können und auf der Straße sitzen. Mittlerweile bin ich, glaube ich, seit mehr als 15 Jahren dabei. 

Wieviel Zeit investieren Sie pro Woche? Und wie geht das Umfeld damit um? Gibt es Kritik? 

Das sind mindestens acht Stunden pro Woche. Während der Saison ist das natürlich noch mehr. Ich habe eigentlich drei Mal pro Woche à zwei Stunden Training plus dann noch die Spiele. Allerdings habe ich auch die Abteilungsleitung beim TuS Meinerzhagen übernommen. Ich mache mir da aber nicht so die Gedanken drum. Meine Frau hat zwar zwischenzeitlich gemeint, dass ich auch mal aufhören könnte. Sie hat dann aber auch schnell erkannt, dass das keine Option ist, und sich gut damit arrangiert. 

Stichwort Ziele: Geht es Ihnen um konkrete sportliche Ziele bei der Arbeit als Übungsleiter oder eher um gesellige Aspekte? 

Teils, teils. Wenn man trainiert, dann will man auch gewinnen. Ich lege aber trotzdem auch viel Wert auf das Mannschaftliche. Ich sage immer: Wir sind wie eine Kette und nur so stark wie unser schwächstes Glied. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Ich hatte das Glück, in Hagen mit sehr guten Trainern zusammenarbeiten zu dürfen. Das versuche ich jetzt zu vermitteln. 

Stichwort Selbstkritik: Als Trainer bzw. Übungsleiter beurteilen Sie Ihre Schützlinge, üben Kritik, um sie zu verbessern. Wenn Sie auf sich selbst schauen, was gibt es da zu kritisieren und zu verbessern? 

Ich kann im ersten Moment mit der Kritik meiner Spieler nicht so gut umgehen. Wenn ich dann aber in Ruhe darüber nachdenke, erkenne ich oft, dass der oder die Spieler Recht hatten, und das gebe ich dann auch zu. Als Spielertrainer ist es, finde ich, noch schwieriger: Ich muss immer genau das umsetzen, was ich von meinen Mitspielern verlange – und wenn das dann nicht so klappt, bekomme ich das auch zu hören. Außerdem sage ich meinen Spielern immer, sie sollen ruhig bleiben, ich selbst werde dann aber doch manchmal sehr emotional. Das muss ich verbessern. 

Stichwort Coronavirus: Was machen Sie mit der aktuell ungewohnten Freizeit? 

Ich versuche mich fit zu halten. Ich habe zu Hause Hanteln, mit denen ich arbeite, und gehe zwei Mal pro Woche mit meinem Sohn laufen. Außerdem kann ich jetzt Dinge erledigen, die wegen des Basketballs liegen geblieben sind. Ich mache jetzt Sachen am Haus oder dem Auto. Außerdem habe ich eine WhatsApp-Gruppe mit meinen Spielern erstellt, in die ich Trainings- und Lernvideos einstelle.

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