Handball, 3. Liga

Drittliga-Handball: Re-Start für Dragons frühestens im Januar

Handball-Zweikampf mit zwei Angreifern und zwei Abwehrspielern
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Für die SGSH Dragons wird die Saison wohl frühestens im Januar weitergehen.

Fast zwei Stunden dauerte die digitale Aussprache der Handball-Drittligisten am Dienstagabend. Weiter geht es in der 3. Liga wohl frühestens im Januar. Fürs Saisonfinale gibt es drei Varianten.

Schalksmühle – Wie es im Detail weitergeht in der 3. Liga der Handballer und damit auch für die SGSH Dragons, ist weiterhin offen. Zumindest einen groben Fahrplan gibt es indes seit der digitalen Aussprache am Dienstagabend: Vorbehaltlich der Entscheidung des Präsidiums des Deutschen Handball-Bundes, das sich am Mittwochmorgen trifft, plant der DHB – immer vorausgesetzt, die Pandemie-Entwicklung lässt es zu – einen Re-Start des Drittliga-Handballs im Januar, würde die Saison-Unterbrechung (bisher bis zum 15. November) bis zum 31. Dezember fortsetzen.

Einen Neustart im Januar gäbe es allerdings nur, wenn die 72 Männer-Drittligisten auch durchgängig im Dezember wieder trainieren können. Einen Start vor Januar halten die Verantwortlichen für unrealistisch. Dies gilt ebenso für die 3. Liga wie auch für alle Staffeln der Jugend-Bundesliga.

Re-Start für Dragons frühestens im Januar

Staffelleiter Andreas Tiemann präsentierte den Vereinsvertretern in der Aussprache zunächst die Ergebnisse der Vereinsbefragung, an der sich 69 der 72 Teams beteiligt hatten. Danach können aktuell immerhin zwei Drittel aller Drittligisten weiterhin trainieren. Knapp über 50 Prozent würden, wenn es möglich wäre, aktuell auch spielen, knapp unter 50 Prozent hätten allerdings Bedenken und würden eher nicht spielen. Der größte Teil der Befragten sprach sich für Corona-Tests in der 3. Liga aus. Genauso groß war allerdings auch der Teil der Vereine, die eine Kostenbeteiligung der Behörden einforderten, weil sie diese Tests nicht selbst finanzieren können.

Der DHB machte den Vereinen in diesem Kontext Hoffnung. Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des DHB, erklärte im Rahmen der Videokonferenz, dass die Überbrückungshilfen des Bundes wohl auch im Jahr 2021 wieder zur Verfügung stehen werden. 30 Vereine haben diese Überbrückungshilfen bisher im Jahr 2020 in Anspruch genommen – als Ersatz für entgangene Zuschauer-Einnahmen. Die Kosten für die Corona-Tests sollen für die Zukunft nun ein neuer Baustein zur Anrechnung bei der Beantragung von Hilfen sein. Dazu will der DHB auch versuchen, dass Sponsoring-Verluste bei diesen Anträgen angerechnet werden können.

Drei Varianten für das Saisonfinale

Spieltechnisch sprach sich Andreas Tiemann ganz klar gegen einen „Saisonabbruch im November“ aus – dies würde einen Verlust von Glaubwürdigkeit bedeuten, so Tiemann, die Vereine bräuchten auch eine Saison als Plattform, um auch einen Werbeeffekt zu haben. Ebenso sprach sich der Staffelleiter klar dagegen aus, die bisher absolvierten Spiele bei einer Saison-Fortsetzung – die HSG Krefeld hatte zum Beispiel einen Neustart in kleinen Staffeln angeregt – zu annullieren. Ziel des Staffelleiters ist es, die Hinrunde unter Anrechnung aller Spiele zu Ende zu spielen – bis wann auch immer dies sein wird. Würde man im Januar die Saison fortsetzen können, so wäre Tiemanns Plan, die im November und Dezember ausgefallenen Spiele einfach hinten an den Spielplan anzuhängen. Zudem sollten in diesem Spielplan dann auch noch Nachholspiele eingebaut werden – die Zahl der Wochenspiele soll allerdings überschaubar bleiben.

Würde es mit einer günstigen Pandemie-Entwicklung ideal laufen, so wäre so ein Hinrundenende bis Ende April möglich, aber das ist natürlich nicht zu garantieren. Wie es nach der Hinrunde weitergehen könnte, dafür präsentierte Tiemann drei Varianten, die sich am tatsächlichen Endtermin der Hinrunde orientieren:

  • Variante 1: Würde die Hinrunde erst Mitte bis Ende Mai zu Ende gehen, dann würde die Tabelle der Hinrunde als Abschlusstabelle gelten. Die vier Meister würden danach um den Aufstieg in die 2. Bundesliga spielen. Die jeweils vier letzten Teams jeder Staffel würden absteigen.
  • Variante 2: Die Hinrunde endet Ende April, es schließt sich eine Rückrunde in Sechser-Gruppen (1-6, 7-12 und 13-18) an. Danach spielen die vier Meister die Aufsteiger aus, die jeweils vier Letzten der Abstiegsgruppe steigen ab.
  • Variante 3: Bei einem Saisonende Ende April/Anfang Mai wäre es auch möglich, nach der Hinrunde Play-offs anzuschließen: Der Erste und Zweite jeder Staffel hätten einen Platz im DHB-Pokal sicher und würden in einer Aufstiegsrunde (acht Teilnehmer) um den Zweitliga-Aufstieg spielen. Die Teams auf Rang drei bis zehn würden in einer Play-off-Runde weitere DHB-Pokal-Teilnehmer, die Teams auf den Rängen elf bis 18 eine Abstiegsrelegation ausspielen – hier im Modus „best of three“, also mit drei Spielen bis zur Entscheidung.

Die Vereine haben nun bis zum 15. November Zeit, die Vorschläge des DHB zum Spielsystem der Fortsetzung zu diskutieren und den Verantwortlichen eine Rückmeldung zu geben. Danach sollen diese Ergebnisse präsentiert und ein weiterer Fahrplan festgezurrt werden. Außerdem stellte Andreas Tiemann eine weitere Videokonferenz für Mitte Dezember in Aussicht – bis dahin dürfte dann auch etwas mehr Klarheit herrschen, ob ein Re-Start im Januar wirklich realistisch sein wird.

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