Handball, 3. Liga

Drittliga-Handball: Freiwillige Runden werden zum Schnelltest-Marathon

zwei Handballer im Laufduell
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Das Testkonzept für die Pokalrunde der 3. Liga steht: Lukas Hüller und die Aktiven der SGSH Dragons werden schon jetzt immer dienstags getestet.

Die 3. Liga im Deutschen Handball-Bund will im April die freiwilligen Aufstiegs- und Pokalrunden in Angriff nehmen. Das geht nur einem Testkonzept. Auf die Vereine kommt ein kleiner Marathon zu.

Schalksmühle – Es tut sich etwas im deutschen Drittliga-Handball. Seit Dienstagmittag hat der DHB die 14 Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga offiziell bekannt gegeben (siehe Info-Kasten). Bei der freiwilligen Pokalrunde, in der es um freie Plätze für den DHB-Pokal gehen soll, sind die Planungen zwar längst noch nicht so konkret (Meldeschluss 31. März), doch da die Fans gespannt sind, was das eigene Team so macht, äußern sich nach und nach die beteiligten Vereine zur eigenen Planung.

Nach der SG Menden Sauerland Wölfe gab am Montag auch die HSG Bergische Panther bekannt, dass man auf einen Start in der Pokalrunde verzichten wird. Das überrascht immerhin, denn das Team aus Burscheid zählte in der jüngeren Vergangenheit der 3. Liga zu den ambitionierteren.

Und der TuS Volmetal? Der hat am Montagabend am Volmewehr immerhin das Training wieder aufgenommen. Wohin die Reise bei den Talern geht, ist derweil noch offen. „Wir werden die nächsten Tage abwarten und dann gemeinsam mit der Mannschaft entscheiden“, erklärt Trainer Marc Rode – erst einmal genießen es die Volmetaler, wieder in der Halle zu sein, was auch dank der Hilfe des Nachbarn Eintracht Hagen bei den Corona-Schnelltests – durchgeführt von medizinischem Fachpersonal – gelang.

Freiwillige Runden werden zum Schnelltest-Marathon

Ohne Corona-Tests wird nichts gehen in den nächsten Wochen, weder in der Aufstiegs- noch in der Pokalrunde. Den Vereinen liegt inzwischen die erste Version des Testkonzepts, das für die 3. Liga und die A-Jugend-Bundesligen gilt, vor. Sechs Seiten lang ist diese erste Version. Und was drinsteht, „haut mich nicht um“, sagt der SGSH-Vorsitzende Mark Schür. „Das sind alles Sachen, mit denen zu rechnen war. Ich plädiere allerdings dafür, auch die Zeitnehmer und Sekretäre bei den Spielen zu testen. Zumindest, wenn sie das wollen. An diesen 50 Euro sollte es nicht scheitern.“

Bei allen Pflicht- und Testspielen ist das Testkonzept grundsätzlich einzuhalten. Die Auswahl der Tests für den Spielbetrieb erfolgt durch die Vereine selbst. Die Vereine orientieren sich bei der Auswahl ausschließlich an den vom Paul-Ehrlich-Institut überprüften und entsprechend zertifizierten SARS-CoV-2-Antigenschnelltests. Der DHB wird noch Empfehlungen aussprechen und verhandeln. „Je einfacher und günstiger für uns, umso besser“, sagt Schür, gerade auch mit Blick auf die Diskussion um Schnelltests, die womöglich bald auch ohne medizinisches Personal durchgeführt werden könnten.

Die Vereine jedenfalls haben eine Dokumentationspflicht für die Tests (für vier Wochen lang sind alle Testergebnisse aufzubewahren) und müssen sich bei positiven Abstrichen natürlich auch mit den zuständigen Behörden absprechen. Am Spieltag selbst werden alle Spieler zwingend innerhalb von zwei Stunden vor dem Spiel getestet, die Testergebnisse müssen zur technischen Besprechung vorliegen. Ein Spiel fällt nur dann aus, wenn eine Mannschaft weniger als fünf Spieler des Kaders zur Verfügung hat.

Auch die Schiedsrichter müssen sich doppelt testen lassen

Was angesichts der Sollstärke einer Handballmannschaft (sechs Spieler plus Torwart) ein wenig bizarr wirkt, stützt sich auf die Internationalen Handballregeln, Version 2016. Darin heißt es Paragraf 4: „Zu Spielbeginn müssen wenigstens fünf Spieler auf der Spielfläche antreten. Die Anzahl der Spieler einer Mannschaft darf im Spielverlauf – einschließlich der Verlängerungen – jederzeit auf bis zu 14 Spieler ergänzt werden. Sinkt die Anzahl der Spieler einer Mannschaft auf der Spielfläche unter fünf, kann weitergespielt werden. Es liegt im Ermessen des Schiedsrichters, ob und wann ein Spiel abzubrechen ist…“

Andreas Tiemann, seit Dienstag Vorsitzender der Spielkommission des DHB in der 3. Liga, sieht diesen Passus auch als Hilfe, um klar zu machen, dass Spielverlegungen angesichts des kleinen Zeitfensters, in dem die Runden stattfinden sollen, kaum möglich sein werden. Wurde im Herbst bis zum Lockdown eine Partie schon bei einem Corona-Verdachtsfall im Umfeld einer Mannschaft im Zweifel verlegt, so soll nun mit Nachdruck gespielt werden – zumindest in der Aufstiegsrunde.

In der Aufstiegsrunde gibt es einen professionellen Anspruch – wenn dann vor Ort eine Mannschaft auf einmal weniger als diese fünf Spieler zur Verfügung hat, muss sie nicht davon ausgehen, dass das Spiel nachgeholt wird!

Andreas Tiemann (Vorsitzender der Spielkommission)

„Hier gibt es einen professionellen Anspruch – wenn dann vor Ort eine Mannschaft auf einmal weniger als diese fünf Spieler zur Verfügung hat, muss sie nicht davon ausgehen, dass das Spiel nachgeholt wird“, sagt Tiemann, „deshalb sind die Vereine ja auch bei weiten Auswärtsfahrten angehalten, einen ersten Test vor der Abfahrt durchzuführen.“ Das Testkonzept empfiehlt hier sogar, dass beide Mannschaften für diesen Fall (Entfernung mehr als 300 Kilometer) zusätzliche Testzeitpunkte am Spieltag absprechen.

Für die Pokalrunden zeigt sich Tiemann nicht ganz so streng – allerdings dürften hier aufgrund der regionalen Gruppen auch kaum wirklich weite Fahrten anstehen. Wobei das relativ ist. Wenn Menden und Burscheid für die SGSH als Gegner wegfallen und Hagen die Aufstiegsrunde spielt, könnten viele Fahrten für die SGSH ins Rheinland oder nach Ostwestfalen führen.

Sei’s drum: Während für die Mannschaften und ihre Spieler die Empfehlung gilt, vor jedem Training einen Schnelltest durchzuführen, werden die Schiedsrichter zu zwei Tests pro Woche verpflichtet. Einen davon führt der Heimverein direkt vor dem Spiel durch. Ein zweiter soll am Tag vor dem Spiel in Absprache mit einem dem Schiedsrichter nahegelegenen Verein stattfinden. Dadurch soll auch die Ansteckungsgefahr für das Gespann bei der gemeinsamen Anfahrt minimiert werden. Nur das Kampfgericht (Zeitnehmer/Sekretär) bleibt beim Testen komplett außen vor.

SGSH Dragons: Pool mit vier Personen für Testungen

Die SGSH testet aktuell im Trainingsbetrieb an jedem Dienstag alle Aktiven. Der Verein hat einen Pool mit vier Personen aufgebaut, der die Tests durchführt. Die Dinge sind gut angelaufen. Wobei dann aber doch immer wieder Fragen auftauchen. Während Quarantäne-Maßnahmen und auch die Rückkehr eines positiv Getesteten in den Trainingsbetrieb im Konzept klar geregelt sind, benennt Mark Schür aus seiner Sicht eine Lücke.

„Als ich nun im Training mit der Mannschaft sprechen wollte, hat sich mir die Frage gestellt, ob ich mich testen lassen muss“, sagt Schür. Schür hat gerade erst eine Corona-Erkrankung – mit leichtem Verlauf – überstanden. Müssen Aktive oder Trainingsteilnehmer, die schon mit dem Virus infiziert waren, trotzdem weiter getestet werden? Das Konzept gibt darauf keine Antwort. „Aber das Testkonzept lebt ja“, sagt Schür. Tiemann hatte zuletzt in der Videokonferenz gesprochen, dass kaum davon auszugehen sei, dass man am Ende tatsächlich mit genau dieser ersten Version starten werde. Es bleibt noch ein bisschen Zeit, um auch diese Frage vielleicht noch eindeutig zu beantworten.

14 Bewerber um den Aufstieg in die 2. Bundesliga

Bis zum Montag mussten die Drittligisten, die in die 2. Bundesliga aufsteigen wollen, sich gegenüber dem Deutschen Handball-Bund erklären. Am Mittwoch gab der DHB die Namen der 14 Anwärter bekannt. Drei davon mit der HSG Krefeld, dem VfL Eintracht Hagen und dem TuS Spenge kommen aus Nordrhein-Westfalen. Als heiße Aufstiegstipps gelten zudem die Nordlichter HC Empor Rostock, Eintracht Hildesheim und womöglich auch TuS Vinnhorst. Komplettiert wird das Feld vom HC Oppenweiler/Backnang, TSB Heilbronn-Horkheim, dem VfL Pfullingen, dem TV Willstädt, der HSG Hanau, dem MTV Braunschweig, dem VfL Potsdam sowie dem TuS 04 Klein-Dansenberg, Ex-Verein von Ex-SGSH-Linkshänder Todor Ruskov. Aus dem Feld der 14 Bewerber werden zwei Aufsteiger ermittelt. Nach welchem Modus, wird Staffelleiter Andreas Tiemann in einer Videokonferenz mit den Beteiligten festlegen. Es läuft wohl auf zwei Fünfer- und eine Vierergruppe und eine anschließende Endrunde hinaus.

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