Handball, Landesliga-Splitter

HSG will die ersten Punkte, TSE den Aufschwung halten

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TSE-Spieler Christian Lohmann (links) und seine Kollegen wollen am Wochenende gegen die Mendener Zweitvertretung erneut doppelt punkten.

Kreisgebiet - In der Handball-Landesliga hofft die HSG Lüdenscheid auf ihre ersten Zähler bei der Auswärtspartie in Halingen. Die TS Evingsen empfängt mit Rückenwind die SG Menden Sauerlandwölfe und die HSV Plettenberg/Werdohl hat Hagens Drittvertretung zu Gast.

TV Westfalia Halingen - HSG Lüdenscheid (19.15 Uhr, Mehrzweckhalle, Halinger Dorfstraße): Drei Mal hat’s nicht gelangt, aber Schritt für Schritt geht’s – wenn auch langsam – vorwärts beim Handball-Landesligisten HSG Lüdenscheid. Und nun, am vierten Spieltag, soll am Samstag erstmals auch etwas Zählbares für die Truppe von Chefcoach Axel Schürfeld herausspringen. Der Gegner freilich ist alles andere als von Pappe: Die HSG gastiert nämlich bei Verbandsligaabsteiger TV Westfalia Halingen, der vor Saisonbeginn zu den Topfavoriten gezählt wurde.

Das aber ist Schnee von gestern: Mit 0:6-Punkten steckt die Mannschaft, die mitten in der Saisonvorbereitung noch das „Führungspferd“ – Sebastian Swoboda löste Jörg Walter (jetzt SU Altena) als Trainer ab – wechselte, genauso im Tabellenkeller wie die HSG.

Mirus von Leistung des Gegners angetan

Pech sicher für die Nordkreishandballer: Schon im ersten Saisonspiel verletzte sich der Linkshänder und Ex- Liga-Torschützenkönig Dennis Bichmann (Mittelfußbruch), zudem steht mit Robert Ammelt ein zweiter Kopf nicht zur Verfügung. Dennoch zeigte sich Lüdenscheids Teammanager Michael Mirus als Augenzeuge des Menden-Derbys gegen die Sauerland Wölfe II (24:25) beeindruckt: „Westfalia hat lange auf Augenhöhe mit den starken Wölfen mitgekämpft, dann kurzzeitig den Abschluss verloren, aber nie resigniert“, war er vom Auftritt der Heinemann, Köhler, Schwarz, A. Bichmann und Co. schwer angetan.

„Dazu noch die enge Halle und das stimmgewaltige Publikum im Rücken“, zählt Mirus weitere vermeintlich Vorteile der Hausherren auf, doch die HSG will sich nicht schrecken lassen. Nachdem die Leistung im Heimspiel gegen Schwerte-Westhofen beim 29:33 zumindest für 45 Minuten auf Augenhöhe mit den Gästen war, wollen die Bergstädter nunmehr noch etwas draufpacken und können, was die zuletzt schmerzlich vermisste Kaderbreite betrifft, diesmal nachfassen: Nicht nur Abteilungsleiter Niclas Beckmann, der am Vorwochenende beruflich verhindert war, steht am Samstag in Halingen zur Verfügung, bis dahin wird auch die Spielberechtigung des Ex-Linscheiders Sascha Pennekamp vorliegen.

 „Die Passunterlagen sind nach Düsseldorf geschickt, am Freitag wird die Freigabe erfolgen“, freut sich nicht nur Mirus auf den jungen, torgefährlichen Linkshänder als weitere Belebung für den Rückraum der HSG, die nur noch auf Keeper Müller (OP) und Langzeitausfall Fenner verzichten muss.

TS Evingsen - SG Menden Sauerlandwölfe II (Samstag 18.30 Uhr, Sauerlandhalle): Mit großem Selbstbewusstsein nach einem sehr gelungen Auswärtsauftritt bei der Drittvertretung von Eintracht Hagen (33:30) geht die Mannschaft der TS Evingsen ins Landesliga-Heimduell am Samstag gegen die SG Menden Sauerlandwölfe II. Aber auch die Wölfe-Reserve wird mit einer ganz breiten Brust die Platte betreten, nach dem 25:24-Erfolg im Stadtduell gegen den TV Westfalia Halingen reist die Mannschaft von Arnd Welfing mit einer makellosen Bilanz von 6:0-Punkten zur Turnerschaft.

Ziel: Konstanz in die Leistungen bringen

Zudem ist es nicht leicht, sich auf die Mendener einzustellen, Spieler aus der Ersten Mannschaft, die in der 3. Liga beheimatet ist, könnten aushelfen. „Die Drittligahandballer spielen erst sonntags. Es ist immer schwierig, sich darauf einzustellen. Das ist das Problem bei den Vertretungsmannschaften, sie können jederzeit Unterstützung erhalten. Aber wir wollen auch nicht so viel auf den Gegner achten, sondern unser Spiel durchbringen“, erklärt TSE-Übungsleiter Sascha Schmoll. Zufriedenheit oder Genugtuung tritt beim Trainer angesichts zweier siegreicher Spiele in Serie nicht aus: „Die Leistung der zwei vergangenen Spiele war wirklich sehr ordentlich. Aber natürlich gibt es immer etwas zu verbessern. Manche Angriffsaktionen können wir noch konsequenter zu Ende bringen und besser abschließen.“

 Die vergangene Heimpartie gegen die Mendener haben die TSE-Akteure besonders gut in Erinnerung. Dank des 33:27-Erfolgs im Mai brachten die Evingser den Landesliga-Klassenerhalt unter Dach und Fach („An diese Leistung möchten wir anknüpfen“). Bei dem Unternehmen, die Sauerlandhalle erneut als Sieger zu verlassen, können Christian Becker und Marvin Richter verletzungsbedingt nicht mitwirken. Zudem fehlt Benedikt Fink, der in den letzten beiden Begegnungen von seinem Zweitspielrecht Gebrauch machte, aber jetzt wieder in Heidelberg für den TV Dielheim aktiv ist.

Weitere angeschlagene Spieler sollten bis Samstag wieder fit werden. Schmoll gibt seiner Mannschaft eine besondere Bitte mit auf den Weg: „Wir müssen Konstanz in unsere Leistungen bringen und die Vorstellungen über vier, fünf Begegnungen auch zeigen.“ Neben Konstanz auf dem Feld wird diese auch wieder im Gehäuse vonnöten sein, Matthias Gerstberger avancierte mit seinen Paraden in Hagen zum Matchwinner.

HSV Plettenberg/Werdohl – VfL Eintracht Hagen III (Samstag 19 Uhr, Sporthalle Riesei):Die beiden Siege gegen die TG Voerde und bei der SG Ruhrtal haben die hohe Auftaktniederlage in Olpe bei der HSV Plettenberg/Werdohl vergessen gemacht. „Olpe ist aus den Köpfen raus“, sagt Kai Henning, Trainer des Landesligisten. Am Samstag (19 Uhr) geht es mit einem Heimspiel weiter und erstmals in dieser Spielzeit ist der Sporthalle am Werdohler Riesei der Austragungsort. Der Gegner, die dritte Mannschaft des VfL Eintracht Hagen, hat einen deutlich schlechteren Start als die Lennetaler erwischt, konnte noch keinen Punkt holen und rangiert gemeinsam mit der HSG Lüdenscheid und dem TV Halingen am Tabellenende.

Doch von diesem Fehlstart lässt sich Henning nicht blenden: „Hagen ist eine Wundertüte. Egal, wer jetzt spielt – das sind alles gut ausgebildete Handballer mit Qualität. Der aktuelle Puntestand spiegelt das sicht wieder.“ Dass Pavel Prokopec, Co-Trainer der Hagener Drittligamannschaft und Coach der VfL-Zweiten, wie zuletzt gegen Evingsen auflaufen wird, kann sich Henning zwar nicht vorstellen, weil Hagen II nahezu parallel gefordert ist, „aber wir sind vorgewarnt.“

Fragezeichen hinter Traumüllers Einsatz

Schließlich gilt die seit dieser Saison von Christian Wojtek trainierte VfL-Dritte um den von der HSG Lüdenscheid gekommenen Hasan Ahmad als Sprungbrett für Talente, auch wenn dort ein Routinier wie Marc Oberste (Ex-SGSH Dragons) zum Stammpersonal zählt. Wojtek ist im Übrigen ein früherer Henning-Schützling aus Schwelmer Zeiten. Nach dem starken Auftritt in Ruhrtal, wo die HSV mit viel Laufarbeit und gutem Passspiel immer wieder Lösungen gegen die offensive Deckung der SG fand, wollen die Lennetaler am Samstag die nächsten zwei Punkte holen. „Wir müssen in der Liga ankommen. Das gelingt uns, wenn wir konzentriert spielen und als Team auftreten“, sagt Henning, der das Training wegen des heutigen Feiertags ein wenig umstellen musste. Nach einer guten Einheit am Dienstag stand gestern ein seit langem vereinbarter Kick mit den Fußballer des TuS Versetal auf dem Programm. Am Freitag wird dann noch einmal locker trainiert, „um ein Gefühl für den Ball zu kriegen“, so Henning.

 Während noch ein Fragezeichen hinter dem kranken Björn Traumüller steht, muss Marc Bardischewski, der Mann „für die leichten Tore“ (Henning) im HSV-Team am Samstag ersetzt werden. Er ist privat unterwegs und kehrt nicht rechtzeitig zum Anpfiff zurück. Im Innenblock muss die HSV also umstellen. Dafür sind die in Arnsberg fehlenden Maximilian Rose und Fabian Gerth wieder dabei, dürfte auch Filip Lukic mehr Einsatzzeit bekommen.

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