Mutter und Tochter laufen den New York-Marathon

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Doris und Silvia Nitsche trainieren derzeit fleißig für den New York-Marathon am 2. November. 70 bis 80 Kilometer legt das Duo pro Woche zurück: „An der Versetalsperre kennen wir mittlerweile jeden Busch“, scherzt das Mutter-Tochter-Gespann.

Lüdenscheid -  Dass es Menschen gibt, die einen Marathonlauf – stolze 42,195 Kilometer, um genau zu sein – erfolgreich bestreiten, ist beeindruckend. Dass Mutter und Tochter die Ausdauer-Königsdisziplin gemeinsam bewältigen, ist eine Rarität.

Von Emanuel Holz 

Dabei haben sich Doris (56) und Silvia (35) Nitsche aus Lüdenscheid bei ihrem fünften gemeinsamen Marathon einen echten „Kracher“ ausgesucht: das Mutter-Tochter-Gespann startet am 2. November in New York.

Selbst unter den tausenden Startern am „Big Apple“ wird das Bergstadt-Duo wohl die Ausnahme sein. Der Vorteil des gemeinsamen Laufens liegt für Silvia Nitsche auf der Hand: „Wenn die Tagesform nicht stimmt, dann zieht der eine den anderen mit.“ Bei der Teilnahme steht für beide das Ankommen im Vordergrund. „In New York läuft man keine Bestzeit, da muss man den Traum genießen“, fiebert Silvia Nitsche, die in der Altersklasse W35 startet, der Veranstaltung entgegen. Mutter Doris (W55) hatte das Ziel New York Anfang des Jahres ins Auge gefasst. „New York ist der Traum eines jeden Läufers. Nachdem ich den dortigen Marathon im Fernsehen gesehen hatte, wusste ich, dass ich das auch machen will“, sagt Doris Nitsche. Da wollte und konnte Tochter Silvia „natürlich nicht nein sagen“.

Zwar müssen sich die Läufer des New York Marathons eigentlich sportlich qualifizieren, doch diese Hürde wäre für das Bergstadt-Duo, das eine Zeit von 4:30 Stunden anpeilt, zu hoch gewesen. So buchten sie über einen Sportreisen-Veranstalter eine New York-Reise (29. Oktober bis 4. November), Marathon-Start inklusive – für rund 2500 Euro pro Person.

Seit zehn Wochen trainiert das Duo mehr oder weniger zusammen, denn die Teilnahme von Mutter Doris stand kurzzeitig auf der Kippe, da sie sieben Wochen wegen einer Schulterverletzung beim Training passen musste. Für sie jedoch kein Grund aufzugeben: „Ich habe dann quasi aus dem Stand 30 Kilometer-Läufe mit meiner Tochter gemacht“, zeigt die 56-Jährige vollen Einsatz. Rund 70 bis 80 Kilometer legt das Gespann derzeit pro Woche zurück.

Dass sie überhaupt einmal an einem Marathon starten würden, daran war vor zehn Jahren, als beide „spaßeshalber“ mit dem Lauftraining bei den Turbo-Schnecken begonnen hatten, nicht zu denken: „Wir haben den Laufsport Stück für Stück bei unserem Trainer Arno Dumke erlernt. Der hat großen Anteil daran, dass wir heute einen Marathon laufen können“, berichten Mutter und Tochter unisono.

Nicht nur die Trainer, sondern auch Silvias Lebenspartner und Doris’ Ehemann beziehungsweise Silvias Vater Wolfgang tragen ihren Teil zum Gelingen des Projekts bei: „Ohne diese Unterstützung würde das nicht gehen. Beide Partner wissen, dass das Laufen im Moment im Vordergrund steht.“

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